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Das Bundesverfassungsgericht entscheidet : KOMMENTAR: Hände weg vom Sonntag!

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Shopping-Lust hin, klingelnde Kassen her: Wahren Reichtum bringt nur ein wirklich freier Sonntag, findet Kathrin Emse.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2009 | 06:16 Uhr

Dieser Dienstag könnte zu einem Schicksalstag werden. Zumindest für den Sonntag. Dem nämlich geht es zunehmend an den Kragen. Anders als alle anderen Tage der Woche hat er als siebenter Tag eine Sonderstellung, die sogar im Grundgesetz festgeschrieben ist: Es ist der Tag der Ruhe, der Tag, an dem die Maschinen stillstehen, das Geld in den Kassen nicht klingelt und die Menschen Zeit für all das haben, zu dem sie sonst nicht kommen. Besinnung wurde dies einst genannt. Davon allerdings hat sich die deutsche Gesellschaft immer weiter entfernt. Zunehmend macht sie den siebenten Tag dem ersten und sechsten gleich, höhlt die von ihr selbst in ein Gesetz gegossene Sonntagsruhe aus.
Egal? Anderswo geht das doch auch - 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche? Klar geht das. Aber ist es wirklich ein so hohes Gut, an jedem Tag shoppen zu können? Oder ist es nicht viel eher ein Zeichen von Reichtum, eben damit, mit dem Arbeiten und Geldverdienen, dem Shoppen und Jagen für einen Tag auszusetzen? Zumal mit dem verkaufsoffenen Sonntag sicherlich auch nicht mehr Geld verdient wird - es verteilt sich nur anders. Also: Ein Hoch auf den wahren Reichtum, die Zeit der Besinnung. Und: Hände weg vom Sonntag!

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