Itzehoe : Katzen auf Sperrmüll ausgesetzt

Verschreckt: 'Freddy' und 'Florian' wurden einfach ausgesetzt. Foto: SH:Z
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Verschreckt: "Freddy" und "Florian" wurden einfach ausgesetzt. Foto: SH:Z

Vier Kater wurden in Itzehoe auf dem Müll ausgesetzt - eingepfercht in einer Transportbox. Das Tierheim setzt auf Kastration.

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04. August 2011, 10:39 Uhr

Itzehoe | Herzlos entsorgt wie Abfall: Vier junge Kater wurden in der St. Jürgen-Straße auf dem Sperrmüll ausgesetzt. Eine Anwohnerin entdeckte die Tiere eingepfercht in einer Transportbox zwischen dem Unrat. Die Verriegelung der Kiste war defekt, so dass die Box mit einem Band verschlossen war. Die Finderin alarmierte die Polizei, die die Kater ins Tierheim brachte.
Das war im Juli - seitdem sitzen die Samtpfoten im Tierheim. Sie wurden gründlich untersucht. "Es handelt sich um drei junge Kater, die etwa im März geboren wurden", erklärt Barbara Quante, Sprecherin des Tierschutzvereins Itzehoe und Umgebung. "Zwei sind schwarz mit weißen Abzeichen, einer getigert mit weißen Abzeichen." Außerdem befand sich in der Box noch ein größerer Kater mit einer etwas älteren Verletzung an der Pfote. Dieser sei etwa im September 2010 geboren, er ist weiß-getigert.
Nach dem Trauma ein neues Zuhause?
Inzwischen seien die Tiere nicht mehr ganz so verschreckt. "Sie scheinen ihre Ängste langsam zu vergessen, ihre Neugierde und Verspieltheit hilft ihnen dabei", sagt Barbara Quante. "Wenn sie sich ganz erholt haben und gesund sind, können schon bald verantwortungsbewusste Familie für sie gefunden werden, bei denen sie Geborgenheit und Sicherheit finden können." Doch für die Tierheim-Mitarbeiter ist das Thema damit nicht erledigt.
"Da hat wieder jemand die ganze Verantwortung und die Kosten auf das Tierheim abgewälzt", ärgert sich Tierheimleiter Rolf Schmersahl. "Bei den Katern handelt es sich um zwei verschiedene Generationen, von denen zumindest die zweite hätte verhindert werden können, wäre die Mutter rechtzeitig kastriert worden."
Es sei leider kein Einzelfall. "Leider passiert so etwas immer wieder, vor wenigen Tagen wurde uns ein Katzenwelpe gebracht, der in einer Mülltonne gefunden wurde", erzählt Barbara Quante. Viele andere Tiere würden gar nicht erst entdeckt. Das Tierheim versuche gerne, mit den Haltern zusammen eine Lösung zu finden, betont Rolf Schmersahl. "Aussetzen ist strafbar und kann keine Lösung sein!" Zumal durch die Kastrations-Aktion zurzeit noch mehr Möglichkeiten offen stehen.
Kastration ist nötig - und kostet Geld
Eine Erbschaft sowie Geld aus einem Kastrationsfonds des Deutschen Tierschutzsbunds machen es möglich, dass der Verein einen einmaligen Zuschuss für die Kastration von Katzen (40 Euro) und Katern (20 Euro) zahlen kann. Dabei geht es nicht nur um Katzen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben und in Privathaushalten leben. Es werden - nach entsprechenden Hinweisen - auch frei lebende Katzen eingefangen, kastriert und danach wieder an der alten Stelle abgesetzt. Der Tierschutzverein hofft dabei auf die Hilfe der Bürger.
Informationen unter 04821/94200, im Internet unter www.tierheim-itzehoe.de oder direkt im Tierheim in der Hafenstraße 19. Dort werden auch Hinweise auf den ursprünglichen Halter der Kater entgegen genommen.
(kgo/shz)

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