Rekordtief bei Arbeitslosenzahlen : Junge Fachkräfte sind die Gewinner

Tierarzthelferin Svenja Beer mit ihrem Chef Dr. Johannes Frahm bei der Behandlung von Golden Retriever  Ben (7). Foto: gehm
Tierarzthelferin Svenja Beer mit ihrem Chef Dr. Johannes Frahm bei der Behandlung von Golden Retriever Ben (7). Foto: gehm

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Schleswig-Holstein auf den niedrigsten Stand seit 16 Jahren gesunken. Tierarzthelferin Svenja Beer (22) gehört zu denen, die einen Job gefunden haben.

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30. September 2011, 09:55 Uhr

Kiel/Wasbek | Der Aufwind auf dem Arbeitsmarkt - vom positiven Trend profitierten vor allem jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren: Ihre Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf rund 10.700.
Svenja Beer (22) aus Luhnstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gehört zu denen, die einen Job gefunden haben. Die Tierarzthelferin ist mit gleich zwei weiteren Kolleginnen in der Praxis von Tierarzt Dr. Johannes Frahm in Wasbek bei Neumünster eingestellt worden.

Sie sagt: "Ich habe in einer Pferdeklinik gelernt und konnte meine Ausbildung wegen guter Noten verkürzen." Vor ihrem Studium habe sie gerne noch drei Monate in einer Praxis für Kleintiere arbeiten wollen. Die junge Frau meldete sich arbeitslos und bekam sofort ein Angebot der Agentur für Arbeit. "Ich hätte nicht gedacht, dass eine Praxis jemanden auch für eine so kurze Zeit beschäftigt", sagt sie.
"Hochmotiviert und hochqualifiziert"
Ihr Chef erklärt, warum er nicht nur Svenja Beer, sondern mit ihr auch zwei weitere Tierarzthelferinnen eingestellt hat: "Der Wunsch nach einer guten Versorgung von Haustieren steigt. Wir sind eine Klinik für komplizierte Operationen und Notfälle, zu der aus dem ganzen Land Tiere überwiesen werden."
Alle drei Bewerberinnen seien hochmotiviert und hochqualifiziert gewesen. "Diese Fachkräfte habe ich mir gesichert und damit eine Personaldecke geschaffen, die auch bei Schwangerschaften, Krankheiten und Urlauben hält."
Svenja Beer hat ihren dreimonatigen Arbeitsvertrag übrigens gerade um ein Jahr verlängert. "Es war kein Studienplatz in Hamburg mehr frei", sagt sie. "Deshalb bleibe ich bis zum kommenden Jahr hier."
Heiner Garg: "Ein Netzwerk aus Fachkräften ist mir wichtig"
Ihren Chef freut das, selbst wenn die Mitarbeiterin im nächsten Jahr gehen sollte. "Sie kann dann in den Semesterferien bei uns arbeiten. Ein Netzwerk aus Fachkräften ist mir wichtig."
Arbeitsminister Heiner Garg (FDP) dürfte diese Einstellung begrüßen. Er sagt: "Der demografische Wandel ist längst auf dem Arbeitsmarkt angekommen. In Zukunft gilt es, Menschen zu finden, die als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen."

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