Feuer : Fährschiff in Arnis ausgebrannt

Rund eine Stunde brauchten die Einsatzkräfte, um den Brand auf dem 37 Meter langen und 7 Meter breiten Schiff unter Kontrolle zu bringen. Foto: Sebastian Iwersen
Rund eine Stunde brauchten die Einsatzkräfte, um den Brand auf dem 37 Meter langen und 7 Meter breiten Schiff unter Kontrolle zu bringen. Foto: Sebastian Iwersen

Feuer auf einem Fährschiff in Arnis (Kreis Schleswig-Flensburg): Ein Werft-Mitarbeiter hatte die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem er das stark qualmende Schiff entdeckt hatte. Der Schaden liegt im sechsstelligen Bereich.

shz.de von
23. November 2009, 10:24 Uhr

Schrecksekunde auf der Otto-Eberhardt-Werft in Arnis: Gestern Morgen um kurz vor 8 Uhr bemerkte ein Werft-Mitarbeiter auf seinem Kontrollgang Rauch in der großen Schiffshalle. Dort lag das knapp 37 Meter lange Fahrgastschiff "Adler VII". Wie der Sprecher der Flensburger Wasserschutzpolizei, Günter Hermann, später berichtete, muss der Brand in der Kombüse des Schiffes enstanden sein.
Der Arnisser Ortswehrführer und Einsatzleiter Dietmar Schlömer schilderte das Bild, das sich ihm vor Ort bot. "Die große Halle war bis auf einen Meter zum Grund komplett verqualmt." Schlömer rief daraufhin noch die Wehren aus Kappeln und Mehlbydiek hinzu, um mehr Atemschutzträger zur Verfügung zu haben. "Wir mussten außen von mehreren Seiten an das Schiff ran, so dass wir viele Atemschutzgeräte brauchten."
Sogar der Lack an der Außenhaut schlug Blasen
Damit nicht genug. Der Einsatz für die Feuerwehrleute war auch deshalb nicht einfach, weil das Schiff komplett eingerüstet war. Als die nur wenige Minuten nach ihrer Alarmierung eingetroffenen Wehren sich an die Bekämpfung des Feuers machten, war der Brand bereits in vollem Gange und dehnte sich von der Küche auf den Salon des Schiffes aus. Schlömer nimmt an, dass das Feuer schon einige Zeit vor seiner Entdeckung entstanden ist. Als die Wehren im Einsatz waren, müssen bei dem Feuer hohe Temperaturen entstanden sein. Dazu Hermann: "Die Hitzeentwicklung im Schiff war dabei so stark, dass sogar der Lack an der Außenhaut Blasen schlug." Auch dies erschwerte die Brandbekämpfung. Dennoch konnten die sieben Wehren mit etwa 70 Einsatzkräften den Brand unter Kontrolle bringen. Dabei gelang es den Feuerwehren, den Brand auf das Schiff zu begrenzen. "Nicht auszudenken, wenn die Halle gebrannt hätte, bei der engen Bebauung in Arnis wäre das ein ernstes Problem geworden", so Schlömer.
Um 11.30 Uhr suchte man nach den letzten Glutnestern, bevor die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen nach der Brandursache aufnehmen konnte. Wie Günter Hermann sagte, deutet nichts auf Brandstiftung hin. Man gehe von einem technischen Defekt aus. Den Schaden beziffert die Polizei auf über 100 000 Euro.
Die "Adler VII" der Sylter Reederei "Adler-Schiffe" lag in Arnis zur jährlichen Instandsetzung. Diese war beinahe abgeschlossen, als es nun zu dem Feuer kam. "Das ist der erste Brand in unser über 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Das ist einfach Pech", meinte Werfteigentümer Alfred Eberhardt. Doch zumindest einen Trost hatte er: "Wir können von Glück sagen, dass kein Mensch zu Schaden kam."

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