Olympia-Vorbereitung : Deutsche Handballer sind fit für Peking

Der Deutsche Nationalspieler Florian Kehrmann (r.) setzt sich gegen den Russen Alexander Chernoivanov durch. Foto: dpa
Der Deutsche Nationalspieler Florian Kehrmann (r.) setzt sich gegen den Russen Alexander Chernoivanov durch. Foto: dpa

Auch der letzte Härtetest gelang: Rund zwei Wochen vor Beginn der olympischen Sommerspiele konnten die deutschen Handball-Teams weitere Siege verbuchen. Nun geht es mit Medaillen-Ambitionen nach Peking.

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27. Juli 2008, 03:39 Uhr

Beim Abschied vom Heimpublikum haben die Weltmeister von Bundestrainer Heiner Brand und die mit WM-Bronze dekorierten Frauen seines Kollegen Armin Emrich die letzten vorolympischen Härtetests bestanden. Einen Tag nach dem glanzvollen 32:25 in Köln feierte die Männer-Auswahl am Sonntag mit 32:27 (17:14) im westfälischen Halle eine erneute Gala gegen Rekord-Olympiasieger Russland. Das Frauen-Team des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte am Samstag vor der inoffiziellen Weltrekord-Kulisse von 14 300 in der Kölner Lanxess-Arena einen unerwarteten 30:19-Kantersieg gegen Afrikameister Angola gefeiert.
Wie schon am Vortag begeisterten die Weltmeister auch die 9480 Anhänger im Gerry-Weber-Stadion und beschenkten Brand zu dessen 56. Geburtstag mit dem Doppelsieg vor der Abreise zu den Olympischen Spielen. Am Donnerstag bricht die Mannschaft via Hongkong zu einem einwöchigen Trainingslager nach Zhuhai in Südchina auf. Die Frauen reisen einen Tag später direkt ins olympische Dorf nach Peking.
"Wir sind auf dem richtigen Weg"
17 587 Zuschauer hatten am Samstag den forschen und überlegenen Auftritt der Männer an der Stätte ihres WM-Triumphes im Februar 2007 bejubelt. Auch der kritische Bundestrainer war mit der Vorstellung zufrieden und spendierte seinen Mannen am Abend ein Geburtstagsbier. "Das haben sie sich verdient", sagte der Gummersbacher und lobte: "Ohne den Sieg überbewerten zu wollen, haben wir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Grundlage haben wir in der Abwehr gelegt und auch im Angriff einige Dinge gemacht, die wir uns vorgenommen hatten."
Ein paar Sorgen bereitet ihm allerdings die Gesundheit von Torsten Jansen. Der Linksaußen vom HSV Hamburg plagt sich zum wiederholten Mal mit einer schmerzhaften Wadenblessur, deren Ursache trotz eingehender Untersuchungen unklar ist. „Das ist keine Verletzung, die auf dem Bildschirm zu sehen ist. Ich hoffe, dass wir bald Klarheit bekommen“, sagte Brand. Jansen fehlte bei den Tests gegen die kantigen Russen ebenso wie sein Clubkollege Pascal Hens. Der Rückraumspieler wurde wegen einer Bauchmuskelzerrung geschont.
Emrich will Torgala seiner Frauen-Auswahl nicht zu hoch bewerten
Im zweiten Duell mit dem olympischen Vorrundengegner tat sich der Gastgeber zwar um einiges schwerer, bewies aber mit zunehmender Spielzeit gewachsene Olympia-Reife. Erstmals lag der Gastgeber beim 12:8 (21.) mit vier Toren in Front, versäumte es aber, trotz bester Chancen den Vorsprung zu vergrößern. Erst der glänzend aufgelegte und treffsichere Spielmacher Michael Kraus (Lemgo/9/3) sorgte für das 23:16 (40.) und damit für die Vorentscheidung.
Emrich wollte die Torgala seiner Frauen-Auswahl von Köln gegen den WM-Siebten nicht zu hoch bewerten. "Das Ergebnis ist ganz schlecht, weil es nicht die wirkliche Leistungsfähigkeit beider Mannschaften widerspiegelt. Die Tordifferenz ist zu hoch. Das ist Augenwischerei", mahnte Emrich, attestierte seinem Team neben einer Leistungssteigerung aber auch "Unkonzentriertheiten und Mängel beim Abschluss. Da müssen wir noch eine Schippe drauflegen."

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