Schleswig-Holstein : Alkoholverbote am Vatertag zeigen Wirkung

Die Polizei kontrollierte auch in den vergangenen Jahren die Taschen der Vatertags-Besucher am Einfelder See und erwischte dabei immer wieder Jugendliche oder sogar Kinder mit Schnapsflaschen. In diesem Jahr gilt auch für Erwachsene ein Alkoholverbot. Foto: Steinhausen
Die Polizei kontrollierte auch in den vergangenen Jahren die Taschen der Vatertags-Besucher am Einfelder See und erwischte dabei immer wieder Jugendliche oder sogar Kinder mit Schnapsflaschen. In diesem Jahr gilt auch für Erwachsene ein Alkoholverbot. Foto: Steinhausen

Das polizeilich für den Vatertag verhängte Alkoholverbot an mehreren Orten im Norden scheint sich auszuzahlen. Die Polizei verzeichnet weniger Krawalle.

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02. Juni 2011, 06:59 Uhr

Ob Vater, Sohn oder Bruder - am „Ehrentag“ der Männer haben sich die Herren im Norden ordentlich selbst zelebriert. Bei traditionellen Umzügen mit dem Bollerwagen, beim Grillen oder Schmoren in der Sonne genossen Tausende das Sommerwetter und den Feiertag. Am Hamburger Elbstrand versammelten sich zahlreiche Grüppchen zu Grillgelagen, im Stadtpark zogen Feiernde mit Bollerwagen und alkoholischen Getränken umher. Viele feierten den Tag aber auch ruhiger mit ihren Familien. Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad machten die Auszeit am Feiertag perfekt.
In Schleswig-Holstein wurde die Feier-Laune allerdings durch einige Alkoholverbote gebremst. So waren am Timmendorfer Strand, am Segeberger See, am Einfelder See in Neumünster und am Großensee im Kreis Stormarn Bier, Wein und Schnäpse tabu. Grund hierfür waren Exzesse und Ausschreitungen am Vatertag in den letzten Jahren. "Letztes Jahr waren die Zellen hier voll mit stark alkoholisierten Personen und mit Straftätern", sagte ein Polizeisprecher in Bad Segeberg. Mit dem Verbot sei es jetzt im Vergleich zum Vorjahr sehr ruhig, hieß es bei den Leitstellen in Schleswig-Holstein am Donnerstagmittag. In den Vorjahren war es in den Sperrzonen zum Teil zu erheblichen Ausschreitungen mit schweren Körperverletzungen, zahlreichen Verletzten und Sachbeschädigungen gekommen.
Leitstellen in Hamburg und Schleswig-Holstein melden eine ruhige Lage
Auch am Nachmittag meldeten die Leitstellen in Hamburg und Schleswig-Holstein eine weitgehend ruhige Lage. "Wir haben das Übliche zum Vatertag - viele Betrunkene", berichtete ein Sprecher der Polizeileitstelle in Flensburg. "Man trinkt und man haut sich." Zu schweren Auseinandersetzungen oder Zwischenfällen kam es im Norden aber zunächst nicht.
Das von der Stadt Neumünster verfügte Alkoholverbot am Himmelfahrtstag für den Bereich der "Schanze" am Einfelder See wurde von den Einslatzkräften der Polizei Neumünster konsequent durchgesetzt. Mit frühzeitigen Kontrollen ab dem frühen Vormittag bis in die frühen Abendstunden hinein konnte erreicht werden, dass alle, die sich bei dem schönen Wetter am Einfelder See erholen wollten, nicht gestört wurden. Damit ging auch die Strategie der Polizei auf, die im Vorfeld über Öffentlichkeitsarbeit und vorbeugende Arbeit in den Schulen über die besondere Situation informiert und aufgeklärt hatte.
Sowohl in Segegberg als auch in Neumüster kaum Auseinandersetzungen
Am See fanden die polizeilichen Maßnahmen sowohl bei den Erholungssuchenden als auch bei Gruppen, die anlässlich des Vatertages unterwegs waren, vollstes Verständnis. Es kam am See zu keinerlei gewalttätigen Auseinandersetzungen oder Trinkgelagen. Auch die in den vergangenen Jahren im Nachhinein festgestellten Verschmutzungen dürften sich in diesem Jahr deutlich in Grenzen halten. Allerdings wurden am Nachmittag an der Einmündung Kieler Straße/Neue Straße aus einer Gruppe stark angetrunkener junger Leute zehn Personen aus Gefahren abwehrenden Gründen kurzfristig in Gewahrsam genommen. Diese Gruppe war bereits einige Zeit vorher aufgefallen und widersetzte sich den Anordnungen der Einsatzkräfte. Bis 18 Uhr war auch keinerlei Verlagerung an einen anderen Ort erkennbar, so dass die Polizei für den Bereich Einfelder See am Donnerstagabend ein positives Fazit ziehen konnte.
Auch die Polizei in Segeberg und vom Amt Trave Land konnte ein positives Fazit ziehen. Sie hatte für den Himmelfahrtstag ein Alkoholverbot für den "Großen Segeberger See" und Sperrungen der sogenannten "Backofenwiese" und der Badestelle "Klein Rönnau" veranlasst. Während sich dort noch im letzten Jahr bis zu 1200 zum Teil erheblich an- betrunkene Personen aufgehalten und der Polizei undden Rettungsdiensten viel Arbeit beschert hatten, blieb es 2011 dort absolut ruhig. Nur vereinzelt erschienen dort "Vatertagstouristen" und zogen nach Belehrungen durch die eingesetzten Polizeibeamten weiter in andere Bereiche. Als "Ersatzziel" der Vatertagsausflügler wurde der Grillplatz am "Ihlsee" angenommen. Dort hielten sich zum Abend noch zirka 150 Personen auf. Die Stimmung war - im Gegensatz zu den Vorjahren -, nach Angaben der Polizei jedoch deutlich friedlicher. Die Beamten mussten bis 17 Uhr nur vier Platzverweise aussprechen. Ein 20-jähriger Bad Segeberger musste den Weg in die Zelle antreten, da er den Platzverweis nicht befolgt hatte. Drei Strafanzeigen wurden zudem gestellt. Auch aus dem übrigen Zuständigkeitsbereich der Polizeidienststelle Bad Segeberg meldete die Regionalleitstelle Elmshorn bis 17 Uhr keine für den „Vatertag“ außergewöhnlichen Einsätze. Häufigste Einsatzgründe: betrunkene Personen auf der Fahrbahn und Lärmbelästigungen. Vereinzelt kam es auch zu Körperverletzungen. Eine endgültige Einsatzbilanz wird die Polizei am Freitag veröffentlichen.
(dpa, shz)

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