ARD-Krimi : Darum geht es Sonntag im „Tatort – Krieg im Kopf“ mit Maria Furtwängler

In Gefahr: Lindholm (Maria Furtwängler, l.) wird von Benno (Matthias Lier) bedroht, Schmitz (Florence Kasumba) versucht ihr zu helfen. NDR  /  Marion von der Mehden
In Gefahr: Lindholm (Maria Furtwängler, links) wird von Benno (Matthias Lier) bedroht.

Gleich in der ersten Szene wird Kommissarin Maria Furtwängler mit dem Messer bedroht, doch warum wird sie zur Zielscheibe?

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28. März 2020, 00:01 Uhr

Wo Lindholm draufsteht, muss auch Charlotte drin sein. Das heißt: explosive Spannung, eine spektakuläre Story und ganz viel persönliche Betroffenheit. Kurz: ein „Tatort“-Kracher, der die Göttinger Kommissarin (Maria Furtwängler) erneut an ihre Grenzen führt.

Diesmal soll uns schon die erste Szene das Adrenalin in die Adern treiben. Ein Uniformierter hat Charlotte von hinten überwältigt und setzt ihr ein Messer an die Kehle. Er schreit wirres Zeug, redet von „Stimmen in seinem Kopf“ und dass er gejagt wird. Als die Situation eskaliert, kommt Charlottes Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) dem Verrückten zuvor und erschießt ihn in Notwehr.

Das will erst einmal verarbeitet werden. Aber was hatte die Attacke zu bedeuten? Wer war da hinter wem her? Und warum?

Schnurstracks landen wir in einer üblen Geheimdienstaffäre, randvoll mit traumatisierten Bundeswehrsoldaten, wundersamen Kampfhelmen und einer Mikrowellenwaffe, die aus der Ferne Gehirne manipuliert. Wahlweise von Freund oder Feind! Tja, eine Nummer kleiner geht es eben nicht bei unserer Blondlocke Lindholm.

Überhaupt: Christian Jeltsch (Buch) und Jobst Christian Oetzmann (Regie) wollen uns offenbar zeigen, dass Dystopien, wie „Universal Soldier“ oder die „Jason-Bourne“-Reihe, längst zur Realität auch in unseren Gefilden geworden sind. Ihre Anklage: Der Staat züchtet im Geheimen aus einfachen Soldaten Kampfroboter heran. Mit Super-Kräften, völlig schmerzfrei und am liebsten – extern steuerbar.

Das mag wohl sein. Nur sieht das im Film reichlich unbeholfen aus. Erst recht, wenn sich Charlotte irgendwann ein Messer durch die Hand sticht, ohne das Geringste zu spüren.

Ja, dieser „Tatort“ spielt so sehr mit den High-Tech-Optionen, dass am Ende doch alles nach Verschwörung und Fiktion riecht statt nach Realität. So geht der Schuss womöglich nach hinten los. Wie ein blinder Alarm. Dabei können in Sachen Kriegsführung und Hirnforschung die Alarmglocken gar nicht laut genug läuten.
 

  • „Tatort – Krieg im Kopf“,  Sonntag, 20.15 Uhr, ARD.
     
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