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Messe „Husum Wind 2017“ : Windenergiebranche präsentiert neue Technologien

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Rund 650 Aussteller zeigen auf der Messe ihre Produktpalette. Die Regierungspolitik sieht die Branche kritisch.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 17:28 Uhr

Husum | Armdicke Gewindeschrauben mit kindskopfgroßen Muttern, Kabelverbindungen, die nach 3000 Stunden im Salzwasser-Nebel immer noch rostfrei sind und funktionieren, miniaturisierte Messtechnik, die über Hightech-Sensoren automatisch den Zustand von Windkraftanlagen überwacht: Mit einer umfassenden Produktpalette präsentiert sich die Windenergiebranche am Dienstag auf der viertägigen Messe Husum Wind 2017.

Ein großer Kostenfaktor für Windmüller ist die Instandhaltung. Service und Wartung einer Offshore-Anlage können bis zu 25 Prozent der Kosten ausmachen, heißt es. Auf der Messe zeigen Erfinder und Ingenieure, wie durch vorausschauende Instandhaltung diese Kosten gesenkt werden können. So können Sensoren Schäden an den Rotorblättern erkennen und warnen, wenn die Schutzschicht erneuert werden muss. Andere Sensoren kontrollieren die Spannung von Bolzen, überwachen Risse im Betonfundament, schlagen jederzeit Alarm, wenn sich irgendetwas negativ auf die Anlage auswirken könnte. „Auf dieser Messe zeigen wir die Innovationskraft der Branche, die neuste Technik“, sagte Hermann Albers vom Bundesverband Windenergie.

Gleichzeitig kritisierte er die Energiepolitik der Bundesregierung. „Wir müssen die Ressourcen weiter ausbauen, damit es uns im Bereich Wärme, Strom und Mobilität gelingt, die Energiewende glaubwürdig zu halten“, sagte er bei der Eröffnung der Messe am Dienstag. Mit Blick auf die Energiepolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ergänzte er: „Im Moment ist die Bundeskanzlerin nicht glaubwürdig. Ich weiß aber, dass sie im Herzen das Ziel hat, den Klimaschutz wirklich umzusetzen.“

„Wir sind keine Branche, die Subventionen will: Wir wollen einen modernen Marktmechanismus“, erklärte der Verbandspräsident. „Die zukünftige Förderung der erneuerbaren Energie wird mit dem Verbraucher im Markt stattfinden.“ „Wir können viel mehr als nur Strom in der Steckdose: Wir können Mobilität und wir können Wärme“, gab Albers sich selbstbewusst.

Messechef Peter Becker nannte als Beispiel dafür die Offshore-Windparks. „Sie liefern jetzt schon eine Leistung von vier Kernkraftwerken, und sie haben gerade eine Ausschreibung mit null Cent erfahren“, sagt Becker. Er bezeichnet Wind als „echte Alternative zu den bisherigen Energieerzeugungsformen: Klimaschonend, ressourcenschonend, sicher und generationengerecht. Wertvolle Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle, die über Jahrmillionen entstanden sind, müssen nicht mehr verbrannt werden, sondern können für kommende Generationen aufbewahrt werden.“

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