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Südjüten im Krieg für Deutschland : Weltkriegsdrama wird bei Sonderburg gedreht

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Aus der Onlineredaktion

Dänemarks Filmbranche setzt weiter auf Liebes-Dramen in der Kriegszeit. Diesmal richtet sich der Fokus auf Nordschleswig im Ersten Weltkrieg.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 11:11 Uhr

Sonderburg | Exakt 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges wird am 11. November 2018 ein Film in die Kinos kommen, der eine Liebesgeschichte aus jenen Zeiten auf die Leinwand bringt. Schauplatz und Drehort von „I krig og kærlighed“ („In Krieg und Liebe“) sind die Insel Alsen rund um Sonderburg, die damals ein Teil des Deutschen Reiches waren.

Mehr als 30.000 dänischgesinnte Männer aus Nordschleswig mussten im Ersten Weltkrieg für Preußen in den Krieg ziehen, 5000 von ihnen verloren dabei ihr Leben. Ein bislang wenig beachtetes Thema, das nun filmisch aufgearbeitet und im Kino gezeigt wird.

Die Geschichte wurde inspiriert von Karsten Skovs Roman „Knacker“, dessen Handlung auf wirklichen Begebenheiten im Ersten Weltkrieg basiert. Der Film erzählt das Leben des dänischen Soldaten Esben (Nikolaj Coster-Waldau), der nach zwei Jahren im Kriegsdienst für Preußen zu seiner Frau Kristine und dem kleinen Kind nach Alsen zurückkehrt. Doch zu Hause ist nichts mehr, wie es war. Der Junge kann sich an seinen Vater nicht erinnern und der preußische Offizier Gebhardt ist Esbens Familie verdächtig nahe gekommen. Der Offizier schickt seinen Rivalen zurück an die Front. Doch Esben flieht – und versteckt sich im Schrank seines eigenen Dachbodens.

Mit 35 Millionen Kronen (4,7 Millionen Euro) Budget ist es das mit Abstand größte Projekt für die Kopenhagener Filmgesellschaft Fridthjof Film. Zur Umsetzung hat man sich nationale und internationale Partner ins Boot geholt: Das Dänische Filminstitut unterstützt das Projekt mit Geld aus der „Initiative zur Weiterentwicklung deutsch-dänischer Co-Produktionen“, die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) ist beteiligt, ebenso wie der Fernsehsender TV2, die Kommune Sonderburg und Nordisk Film Distribution. Die Vorproduktion soll im September dieses Jahres beginnen.

Co-Produzent ist Deutschlands größte Produktionsgesellschaft, Studio Hamburg Production Group (Nordfilm Kiel), Produzenten sind Christian Friedrichs und Kerstin Ramcke. Darüber hinaus trägt eine langjährige Bekanntschaft zu Star-Wars-Produzent Rick McCallum nun Früchte für Fridthjof Film: McCallum hat seine Mitarbeit an dem Projekt zugesagt. Das Manuskript stammt aus der Feder der deutschen Autorin Astrid Ströher in Zusammenarbeit mit Kasper Torsting. Nikolaj Coster-Waldau – bekannt aus „Game of Thrones“ und „Gods of Egypt“ – spielt die Hauptrolle.

<p>Nikolaj Coster-Waldau.</p>

Nikolaj Coster-Waldau.

Foto: dpa

Regie führt der Däne Kasper Torsting, der mit Fridthjof Film bereits für den Dokumentarfilm „Armadillo“ und die TV-Serie „Vores Krig“ zusammengearbeitet hat. Der Film ist die erste deutsch-dänische Co-Produktion für einen Film, der die Dänische Geschichte im Ersten Weltkrieg behandelt. „Unter dem Sand“, ein deutsch-dänisches Drama, das in den Nachwehen des 2. Weltkrieges spielt, wurde für einen Oscar nominiert. Die Oscars (hier eine Übersicht) werden am 26. Februar in Los Angeles vergeben.

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