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Angebot von Arbeitgebern Nordmetall : Warnstreiks möglich: IG Metall Küste bricht Verhandlungen ab

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Der Arbeitgeberverband bietet 1,2 Prozent mehr Gehalt an. „Die Zeit für Höhenflüge ist vorbei“, sagt Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 11:43 Uhr

Hamburg | Der Arbeitgeberverband Nordmetall bietet den 140.000 Beschäftigten in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie 1,2 Prozent mehr Entgelt an. Davon sollen 0,3 Prozent als Einmalzahlung gelten und nicht in die Tariftabellen übernommen werden, teilte ein Sprecher am Donnerstag zum Auftakt der zweiten Tarifrunde in Hamburg mit. Damit schließen sich die Arbeitgeber im Tarifbezirk Küste dem Angebot anderer regionaler Arbeitgeberverbände in anderen Bezirken an.

Die IG Metall Küste fordert für die rund 140.000 Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Die IG Metall Küste heute die zweite Tarifverhandlung abgebrochen. „Über ein Angebot von 0,9 Prozent mehr Geld und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent brauchen wir gar nicht erst zu verhandeln“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Wer so etwas vorlegt, will keine ernsthaften Verhandlungen, sondern provoziert die Beschäftigten“, so der Gewerkschafter. „Wir nutzen die Zeit lieber, um uns weiter auf Warnstreiks vorzubereiten. Wenn die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde nicht kräftig nachlegen, sind Arbeitsniederlegungen unausweichlich.“

„Die Zeit für Höhenflüge ist vorbei“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. Nach einer unveröffentlichten Konjunktur-Umfrage des Verbandes hätten 41 Prozent der Unternehmen im Norden mit sinkenden Auftragszahlen zu kämpfen. Ein gutes Drittel der Betriebe schätze die Lage im kommenden halben Jahr als unbefriedigend oder schlecht ein, nur knapp die Hälfte als befriedigend. Rund ein Viertel der Unternehmen plane, die Zahl der Mitarbeiter zu verringern.

Die Verhandlungen mit Nordmetall werden am Donnerstag, 28. April, in Lübeck fortgesetzt. In der Nacht zum 29. April endet die Friedenspflicht, ab dann sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall Küste ist mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate angetreten. Sie verhandelt für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein.

Auch in anderen Branchen in SH und Hamburg kämpfen Arbeitnehmer und Beschäftigte für mehr Geld. Am 7. April nahmen in Flensburg Hunderte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an einem Warnstreik teil. In Hamburg demonstrierten rund 500 Menschen.

 

Was fordern Beschäftigte in anderen Branchen? Antworten liefert die Tabelle über die Tarifrunde 2016, nachzulesen auch auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.

Branche Gehaltsforderung
Bankgewerbe 4,9 Prozent
Bauhauptgewerbe 5,9 Prozent
Deutsche Telekom 5 Prozent
Druckindustrie 5 Prozent
Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie 5 Prozent
Hotel- und Gaststättengewerbe 100 Euro/Monat
Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent
Nahrung-Genuss-Gaststätten 4,5-5,5 Prozent
Öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden 6 Prozent
Süßwarenindustrie 6 Prozent
Volkswagen AG 5 Prozent
 
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