zur Navigation springen

„Tatort“ zur Kieler Woche : Vernichtende Twitter-Kritik für Borowski

vom
Aus der Onlineredaktion

Es war die letzte Folge für Schauspielerin Sibel Kekilli, aber alles andere als ein Höhepunkt der „Tatort“-Geschichte.

Kiel | Es knirscht schon lange zwischen den Kieler „Tatort“-Ermittlern Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli). Aber die am Sonntag ausgestrahlte Folge „Borowski und das Fest des Nordens“ führte die beiden Kommissare zum Tiefpunkt ihrer persönlichen Differenzen. Wie die ARD verkündete, war die Folge 1025 die letzte für IT-Spezialistin Sarah Brandt und damit auch für Schauspielerin Sibel Kekilli, die auf eigenem Wunsch nach sieben Jahren und 14 Fällen den Kiel-„Tatort“ verlässt.

Mit dem „Borowski und das Fest des Nordens“ endet die „Tatort“-Saison 2016/2017. Sibel Kekillis letzter Auftritt wurde mit Spannung erwartet.

Die Zahlen stellen ein schlechtes Zeugnis aus. Es war der quotenschwächste „Tatort“-Fall des Jahres. Im Schnitt 6,11 Millionen Zuschauer verfolgten am warmen und insgesamt zuschauerschwachen Sonntagabend den letzten Fall. Der Marktanteil betrug 22,2 Prozent.

Zur Story: Kurz vor der Eröffnung der Kieler Woche bekommen Borowski und Brandt es mit einem Mord zu tun. In einer leerstehenden Wohnung finden sie die Leiche einer jungen Frau. Vom Täter fehlt jede Spur. Es handelt sich um einen Mann, der vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Existenz steht: Die Ehe ist gescheitert und seine Ex-Frau verwehrt ihm den Kontakt zu seinen Kindern. Noch dazu steckt der Täter arbeitslos bis zum Hals in Schulden und schleppt das Geheimnis eines unehelichen Kindes mit sich herum. Es folgt eine Spirale aus Flucht und Gewalt. Während Sarah Brandt alarmiert ist von einem Serienmörder mit einem möglicherweise noch perfideren Plan, beginnt Borowski, sich in den Täter einzufühlen. Ein schmaler Grat zwischen Mörder und Kommissar.

Schon im Vorfeld kündigten Kritiker und das ARD-Team selbst einen untypischen, gar heftigen „Tartort“ an. Die vielen sinnlosen Gewaltszenen spielen in den düsteren Sozialvierteln Kiels – das Gedränge der Kielerwoche, der Lärm von Konzerten, Karussells und Besoffenen Männern wirken erdrückend. In den sozialen Netzwerken sorgte das eher für Negativ-Reaktionen:

Düster und mit vielen Wackelbildern – die Ästhetik von „Fest des Nordens“ lässt sich eindeutig als verstörend bezeichnen. Das mag angesichts der Story durchaus gewollt gewesen sein, kam aber nicht immer gut an.

 

Dabei sind die sonntäglichen TV-Ermittlungen in der schleswig-hosteinischen Landeshauptstadt dafür bekannt, alles andere als Mainstream zu sein. Sibel Kekilli sagte schon im Vorfeld: „Für manche mag es wohl ein untypischer ‚Tatort’ sein und er wird beim Publikum sicherlich verschiedene Reaktionen hervorrufen und vielleicht auch ein bisschen polarisieren.“ Problematisch ist allerdings, wenn sich den Zuschauern die Zusammenhänge nicht erschließen:

 

Was sind die wirklichen Motive des Täters? Auch am Ende der 31.-Borowski-Episode blieben viele Fragen unbeantwortet.

 

Gerade Ermittler Borowski bewegte sich in verwirrenden, fast schon psychedelischen Sphären. Im Alkoholrausch streift er mit einer Frau, die er zuvor in einem Restaurant aufgegabelt hat über die Kieler Woche über seinem Kopf schwingt er das Modell eines Segelschiffs.

<p>Borowski im Freudentaumel auf der Kieler Woche. </p>

Borowski im Freudentaumel auf der Kieler Woche.

Foto: NDR
 

Das Ermittler-Duo wirkt zudem übertrieben Gereizt. Es wird geschrien, geschubst und beleidigt.

Alles in allem also – glaubt man den Kritikern auf Twitter – ein Sonntag, den man getrost auch hätte im Freien verbringen können. Glück für die Landespolizei Schleswig-Holstein. Nach ihrer Twitter-Aktion zur vorhergehenden Episode „Borowski und das dunkle Netz“, hatten die Beamten am Sonntag schon im Vorfeld angekündigt, lieber zu Arbeiten als den Krimi zu schauen.

 
zur Startseite

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 12:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen