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Im Garten und am Straßenrand : Überall tote Maulwürfe – Warum ist das so?

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Das Happy-End von Maulwurf Grabowski hätten unsere Mullewarpe gerne. Momentan sterben allzu viele von ihnen.

Derzeit finden sich auf Wegen, an Feldern und Straßen vermehrt tote Maulwürfe. Der Juli ist für viele der kleinen Erdaufwühler nun mal immer der Todesmonat. Meist sind die Böden dann schwer durchwühlbar trocken und es wird für Mullewarp schwer, an die notwendigen Regenwürmer zu kommen. Die zwei Monate alten Jungtiere des Maulwurfs wandern in dieser Sommerzeit vom Nest der Mutter fort und müssen sich unter diesen Bedingungen im Revier etablieren.

Die Lebenserwartung des Europäischen Maulwurfs liegt bei etwa drei Jahren. Untersuchungen haben ergeben, dass die Mehrzahl der Tiere ein Jahr oder jünger ist. Die Sterblichkeit ist also allgemein hoch.

Viele der stressempfindlichen Tiere haben aber noch nicht das Geschick für diese Bewährungsprobe, sagt Ingo Ludwichowski vom Nabu. Die Nahrungsaufnahme ist erschwert, sie werden schwach und von Füchsen, Katzen, Hunden, Wieseln, Krähen sowie Marderhunden getötet. Gefressen werden sie jedoch nicht, sagt Säugetier-Experte Peter Borkenhagen, denn „sie schmecken nicht und werden gleich ausgespuckt“. Und ihr zähes Fell, aus dem früher schwarzglänzende Wintermäntel entstanden, macht sie schon vor dem Biss in Fleisch und Blut zu keinem Leckerbissen. Das erklärt dann auch, warum sie mit Bisswunden, aber mit vollem Körper, am Wegesrand oder auf der Straße gefunden werden.

Warum es aber in diesem günstigen, feuchten Sommer zu so vielen Todesfällen bei den Maulwürfen kommt, ist nicht so einfach zu erklären. Die Regenfälle in Schleswig-Holsten waren zwar teils heftig, aber eben doch nicht so stark, als dass die Tiere in der Vielzahl ertrunken sein könnten. In wässrigen Böden fühlen sie sich allerding auch nicht gerade wohl. Das Vorkommen von Maulwürfen ist immer ein Zeichen einer reichhaltigen Bodenfauna. 30 Kilogramm Nahrung meist tierischer Art braucht ein Maulwurf pro Jahr, da will die Niederlassung wohl überlegt sein. Unter der Erde haben sie kaum Feinde.

Für Borkenhagen könnte die intensive Landwirtschaft für eine signifikante Schwächung der Tiere sorgen. Auf den intensiv genutzten Feldern gibt es durch fehlende Blüher ein schwaches Angebot an Insekten, die auch auf dem Speiseplan der Maulwürfe stehen. Außerdem könne die Nutzung von Fungiziden und Herbiziden Einfluss auf die Regenwurmpopulation genommen haben, vermutet er.

Maulwürfe stehen in Deutschland unter Naturschutz.  Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) verbietet es, den Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ausnahmegenehmigungen für die Bejagung gibt es auf den Deichen, wo die Tiere sonst erheblichen Schaden anrichten können.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 17:48 Uhr

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