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Beziehungsdrama im Januar : Totschlag in Lauenburg: Sicherungsverfahren gegen geständigen Mann

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Staatsanwaltschaft will den Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen. Ob er je wieder frei kommt, wäre dann offen.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 12:44 Uhr

Lauenburg | Damian O. steht unter Verdacht, Anfang Januar an der Berliner Straße seine Freundin erwürgt zu haben. Demnächst wird er sich vor dem Lübecker Schwurgericht verantworten müssen. Das teilte am Freitag Ulla Hingst, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Lübeck, auf Anfrage mit. Der Tatvorwurf lautet Totschlag.

Allerdings geht die Anklagebehörde nach einem psychiatrischen Gutachten von einer zur Tatzeit nicht vorhandenen Schuldfähigkeit des 25-Jährigen aus, so dass es sich um ein Sicherungsverfahren handelt. Das Gericht wird entscheiden müssen, ob der Beschuldigte unbefristet in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird.

Damian O. war am 4. Januar auf der Polizeistation an der Alten Wache erschienen und hatte den Beamten berichtet, dass er tags zuvor im Streit seine Freundin umgebracht hätte. Die Beamten überprüften die Wohnung und fanden Jessica N. (27) leblos vor. Der Notarzt konnte der Frau nicht mehr helfen. Die Obduktion ergab schließlich, dass die Frau erwürgt wurde, anschließend soll der 25-Jährige mehrfach auf sein Opfer eingestochen haben. O. wurde vorläufig festgenommen.

Im Anschluss daran kam heraus, dass er 2013 während eines Prozesses gegen sich eine Haftstrafe gefordert hatte. Nach zahlreichen Körperverletzungen und Eigentumsdelikten sowie einem Raubüberfall mit Machete auf eine Spielhalle erklärte er vor Gericht, er hätte Kokain konsumiert und wolle davon wegkommen. Als Kind war er nach dem Tod seiner Mutter zunächst bei seiner Großmutter in Polen aufgewachsen, später holte ihn sein Vater nach Hamburg. Dort habe es nur Prügel gegeben, erzählte O. einmal vor Gericht. Mit zwölf Jahren begann seine Drogenkarriere, ein Selbstmordversuch folgte zwei Jahre später.

„Wir streben ein Sicherungsverfahren an, weil der Beschuldigte eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt“, erklärte Ulla Hingst. Der Aufenthalt in der psychiatrischen Abteilung ist unbefristet, es wird regelmäßig geprüft, ob die Bedingungen für die Unterbringung noch gegeben sind. Damit wäre unklar, ob und wann O. wieder in Freiheit käme.

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