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Zukunft der Medien

15. Dezember 2017 | 22:53 Uhr

Redaktion : News around the clock

vom

Ob Zeitung oder digitale Medien - der Newsroom ist ein riesiger Umschlagplatz für Informationen. Hier werden die Nachrichten des Tages für die Leser und Internet-Nutzer aufbereitet.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 17:26 Uhr

70 Arbeitsplätze auf 500 Quadratmetern verteilt und mit modernster technischer Ausstattung bestückt - der Newsroom des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) ist die größte journalistische Schaltzentrale im Land. Ein redaktionelles Nervenzentrum, das die tagesaktuelle Informationsflut sichtet und auswertet und dann für die Tageszeitung ebenso wie für die digitalen Medien aufbereitet. Von hier aus wird das gesamte lokale, regionale, nationale und internationale Nachrichtengeschehen observiert - ein Umschlagplatz für Tausende Meldungen, Artikel, Fotos, Presseerklärungen und Mails. Tag für Tag.

Herzstück des neuen Newsrooms ist der Newsdesk. 20 Redakteure arbeiten hier wechselschichtig fast rund um die Uhr - von morgens um sechs bis kurz vor Mitternacht. Am "Balken" laufen alle Informationen zusammen. 150 fest angestellte Redakteure und Volontäre sind für den sh:z im Einsatz - die Mehrzahl davon in den Lokalredaktionen. Mehr als 1500 freie Mitarbeiter und Autoren beliefern die Redaktion mit Beiträgen. Eigene Korrespondenten in der Landeshauptstadt Kiel, in Berlin, Brüssel und Washington berichten hautnah über das politische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Geschehen. Zugleich senden die Nachrichtenagenturen im Minutentakt Meldungen, Artikel und Hintergrundberichte.

Kurze und schnelle Kommunikationswege

Am Newsdesk fallen alle wesentlichen Entscheidungen darüber, was, wann, wie veröffentlicht wird. Welche Information ist wichtig, welche unwichtig? Wie sollen die Beiträge lesergerecht aufbereitet werden? Die Entscheidungen fallen manchmal im Sekundentakt. Kurze und schnelle Kommunikationswege über den Tisch hinweg sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Schreibtisch an Schreibtisch arbeiten die Redakteure für Print und Online. Ob Tageszeitung oder Internet-Auftritt - auf Schnelligkeit, Gründlichkeit und vor allem Verlässlichkeit kommt es an. Die Leser vertrauen auf die Qualität der verbreiteten Informationen - egal, ob auf Papier oder über digitale Kanäle. Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut einer Redaktion. Fehler sind bei der Berichterstattung nicht erlaubt. Im Mittelpunkt steht immer der Leser. Welche Auswirkungen haben bestimmte Ereignisse und Entscheidungen für die Region, für die Menschen vor Ort? Diese Überlegung ist die entscheidende Richtschnur der journalistischen Tätigkeit der Redaktion. Das wissen die hochspezialisierten Redakteure am Newsdesk ebenso wie die eigenen Reporter, die in ganz Schleswig-Holstein unterwegs sind - immer der spannendsten und interessantesten Geschichte hinterher.

Der redaktionelle Verarbeitungsprozess

Investigative Recherchen, der Besuch von Pressekonferenzen, Interview-Termine oder die Berichterstattung von aktuellen Ereignissen vor Ort gehören zum ganz normalen Arbeitsalltag - in der Mantelredaktion ebenso wie in den Lokalredaktionen. Es ist eine nicht endende Informationsflut, die an den Newsdesk gespült wird. Taucht eine neue Meldung auf, wird sie augenblicklich verarbeitet. Wichtig oder unwichtig - das, ist die erste Frage. Ist es lesenswert und interessant oder langweilig und überflüssig, was da an Neuigkeiten ankommt?

Schafft es eine Nachricht über die erste Bewertungshürde, setzt automatisch der redaktionelle Verarbeitungsprozess ein. Jetzt kommt es auf Kreativität und Tempo an. Eine schnelle Meldung für das Online-Portal wird benötigt, damit die Leser im Internet zügig informiert werden. Die ganze Geschichte entsteht wenig später und wird den ganzen Tag über aktualisiert und ergänzt. Fotos werden sondiert, bearbeitet und veröffentlicht. Die nächste Frage: Welche Zusatzinformationen werden den Nutzern im Internet geboten? Die Antwort findet sich wenig später im Netz. Parallel wird an der nächsten Printausgabe gearbeitet. Über die eigentliche Nachricht hinaus entsteht die einordnende Hintergrundberichterstattung.

Was wird morgen der Aufmacher?

Zugleich werden Nachrichten regionalisiert: Kompetente Ansprechpartner aus dem Land werden kontaktiert, kommentieren Ereignisse. Sie erklären Zusammenhänge oder die Auswirkungen bestimmter Entscheidungen für die Menschen vor Ort. Features werden geschrieben, Kommentarthemen bestimmt und Autoren ausgesucht. Hier schrumpft eine zu lang erzählte Geschichte zur Meldung, dort wird ein Artikel noch auf den neuesten Stand gebracht.

Neben der inhaltlichen Arbeit läuft die Seitenproduktion permanent auf Hochtouren. Das Layout entsteht am Bildschirm. Texte werden redigiert, Schlagzeilen entstehen, Bildunterschriften werden formuliert. Es werden das aussagekräftigste Bild oder die beste Grafik ausgesucht. Entscheidender Faktor am Newsdesk ist das Themen-Management: Was wird morgen der Aufmacher auf Seite Eins? Welches ist die stärkste Geschichte des Tages - ein Mord in Schleswig-Holstein, eine politische Richtungsentscheidung der Landesregierung, das in der Krise befindliche Unternehmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen, der Skandal um einen Fußballmanager aus München oder das Sportereignis am Abend, bei dem ein Handballverein aus Kiel um den Sieg in der Champions-League spielt?

Den Leser überraschen und für Gesprächsstoff sorgen

Die Reporter und Korrespondenten erarbeiten Exklusivgeschichten, die nirgendwo anders als in den Zeitungen des sh:z gelesen werden können. Zeile für Zeile, Meldung für Meldung, Seite für Seite entsteht die Zeitung - eine geschlossene Informationswelt, die am nächsten Morgen umfassend über das Tagesgeschehen und die aktuellen Entwicklungen berichtet, dabei nie langweilig sein darf, die Leser überraschen soll und für Gesprächsstoff sorgt.

Doch das Themenmanagement reicht weit über den Tag und die nächste verfügbare Information hinaus. Das am Wochenende erscheinende "Schleswig-Holstein Journal" muss inhaltlich gesteuert werden. Und die siebte Ausgabe der Woche, "Schleswig-Holstein am Sonntag", lebt vom sportlichen Geschehen am Wochenende ebenso wie von der Hintergrund-Berichterstattung aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Auf den Themen-Mix kommt es an - wobei jeder "Vertriebskanal" unterschiedliche Anforderungen an eine lesergerechte Aufbereitung der Texte hat und jedes Produkt individuelle inhaltliche Prioritäten setzt.

Der Newsroom schläft nur wenige Stunden am Tag. Geschichten von und über Menschen in diesem Land, spannende, fröhliche, traurige, manchmal skurrile, unglaubliche, tragische oder herzzerreißende Geschichten - sie sind das, was Menschen bewegt und die Arbeit im Newsroom bestimmt.

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