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Volontäre : Neue Wege in die Zukunft

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Premiere beim sh:z! Im September beenden elf Volontäre ihre duale Ausbildung. Journalismusmaster und Volontariat – ein neues Ausbildungsmodell.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 08:46 Uhr

Auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, ist für die Nachwuchsjournalisten des sh:z keine Ausnahme, sondern Alltag: Sie sind Volontäre und Studenten.
Seit drei Jahren setzt der Verlag auf eine duale Ausbildung, bestehend aus dem Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der FH Kiel und dem Volontariat im eigenen Haus. Das bedeutet: Praxisluft an vier Tagen pro Woche in den Redaktionen des sh:z schnuppern.
Zeit fürs Studieren bleibt vor oder nach der Arbeit, an den Wochenenden und am wöchentlichen Studientag. In Eigenregie gilt es dann von zu Hause aus Literatur durchzuarbeiten, Recherchen anzustellen und Aufgaben zu bearbeiten, die alle zwei Wochen online eingereicht werden müssen. Alle sechs Wochen kommen die Kommilitonen außerdem in Kiel zu einem sogenannten Präsenzwochenende zusammen. Von Freitag bis Sonntag stehen dann Vorlesungen, Seminare, Workshops, Vorträge und Klausuren auf dem Programm. Anschließend trennen sich die Wege der Volontäre wieder, schließlich sind sie in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt.

"Wir haben das Ideal und die Wirklichkeit kennengelernt"


"Die letzten Jahre waren sehr lehrreich, aber auch sehr anstrengend. Ich habe viel Sinnvolles für meine berufliche Zukunft gelernt und wenig Freizeit gehabt", sagt Tobias Fligge. Er hat 2010 beim sh:z angefangen, also im ersten von aktuell drei Jahrgängen der neu aufgestellten Ausbildung. Er wusste damals schon, was mit der Doppelbelastung auf ihn zukommt und hat sich ganz bewusst darauf eingelassen.
Die Ausbildung bezeichnet Fligge als sehr abwechslungsreich. Mit Rendsburg, Sylt, Husum und Flensburg hat er einige Redaktions-Stationen durchlaufen, an verschiedenen Projekten und auch crossmedial gearbeitet. Die Verknüpfung von Theorie im Studium und Praxis im Volontariat lobt der 26-Jährige: "Wir haben das Ideal und die Wirklichkeit kennengelernt - und auch gesehen, welche Kluft manchmal dazwischen liegt."

"Viel draußen auf Terminen und unter Menschen"


Auch Fligges Kommilitonin Johanna Tyrell hat viele Seiten des Verlages kennengelernt: Tyrell war 14 Monate in der Lokalredaktion von Itzehoe, ein Jahr in der Kulturredaktion, dann zwei Monate zum so genannten Verlagseinsatz in Rostock, wo sie sich schwerpunktmäßig mit einer Sonderbeilage zum Darwineum im dortigen Zoo beschäftigt hat, um anschließend wieder in der Kultur- und der Onlineredaktion zu arbeiten. Die letzten Monate ihres Volontariats ist sie nun in Bad Oldesloe eingesetzt und freut sich, wieder lokal berichten zu können: "Da kann man alles machen, sich in jeder Darstellungsform und jedem Thema ausprobieren. Außerdem ist man viel draußen auf Terminen und unter Menschen."
Im Hinblick auf die Theorievermittlung im Studium wünscht sich Tyrell eine noch engere Zusammenarbeit mit den Redaktionen und anderen Abteilungen des Medienhauses: "Man könnte die Ressourcen des Verlages besser in das Studium einbringen, mehr Praktiker in den Vorlesungen einsetzen", merkt sie an.

"Hoffentlich zahlt sich das in der Bewerbungsphase aus"


Genau wie Fligge sitzt die 29-Jährige gerade an ihrer Masterthesis und ist gespannt, wie es ab Oktober weitergeht. "Ich bin optimistisch", sagt Tyrell und blickt auf die kommenden Herausforderungen: "Das ist gerade eine spannende Zeit, ein bisschen wie bei der Erfindung des Buchdrucks: Keiner weiß wohin es für uns alle geht, aber irgendwie scheint alles möglich und wir selbst können diese Entwicklungen aktiv mitgestalten."
Fligge findet es schade, dass "die Branche zu einem Zeitpunkt kriselt, der dank des Internets eigentlich die besten Voraussetzungen für guten Journalismus bietet". Er blickt aber trotzdem optimistisch in die Zukunft: "Ich habe mit 26 Jahren ein abgeschlossenes Volontariat und meinen Master. Hoffentlich zahlt sich das in der Bewerbungsphase aus." Chefredakteur Helge Matthiesen ist da optimistisch: "Die Kollegen zeigen durch ihren doppelten Einsatz, wie leistungsfähig sie sind." Für viele der frischen Absolventen wird es ein Angebot vom sh:z geben.
Anne Welkener >wel@shz.de

20 Stunden pro Woche wenden die Volontäre neben der Arbeit für die Hausaufgaben ihres Online-Studiengangs auf. Drei Jahre dauert es insgesamt, bis sie den Master-Abschluss in der Tasche haben.

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