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Live-Ticker : Auf den Fersen des Bundespräsidenten

vom

Bundespräsident Joachim Gauck besucht Schleswig-Holstein - immer mit dabei: der sh:z. Aber wie entwickelt sich eine Nachricht in der Onlineredaktion?

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 17:26 Uhr

Journalisten lieben Nachrichten. Und solche mit Prominenz ganz besonders: Der Bundespräsident Joachim Gauck kommt zum Antrittsbesuch nach Schleswig-Holstein. Ein Ereignis, ein Foto, ein Text am folgenden Tag: Diese Gleichung gilt - mit Abwandlungen wie zum Bespiel Sonderseiten und Dossiers - seit Jahrzehnten für die Berichterstattung in Zeitungen.

Das Empfinden für Aktualität hat sich allerdings in den vergangengen Jahren rasant gewandelt. Was passiert in diesem Moment? Um diese Frage für die Leser zu beantworten, ist die Redaktion dem Bundespräsidenten auf den Fersen - im Liveticker unter shz.de/gauck. Die Quellen: ein Kieler Korrespondent im Landtag, ein Reporter in Schloss Gottorf, ein Onlinereporter auf den Straßen und Plätzen der Städte auf der Gauck-Route, zwei Fotografen - dazu die Berichterstattung der Nachrichtenagentur dpa und Reaktionen im Internet. Sortiert, gebündelt und bearbeitet werden all diese Informationen in der Redaktion von shz.de.

Erste Meldung: Der Bundespräsident verspätet sich

Der Tag des Gauck-Besuchs beginnt am Freitag, dem 22. März, um 9 Uhr morgens. Am Newsdesk in Flensburg bereitet die Redaktion von shz.de den Live-Ticker vor. In Kiel warten Peter Höver, Chef des Kieler Büros, und die Fotografen Michael Staudt und Marcus Dewanger auf den Einlass für akkreditierte Journalisten. Onlineredakteur Hauke Mormann hält sich vor dem Kieler Landtag auf. Er zeichnet mit seinem Smartphone kurze Video-Interviews auf, fragt die Kieler nach ihrer Meinung.

Um 9.30 Uhr startet der Ticker mit der ersten Nachricht. Die Nachrichtenagentur meldet: Der Bundespräsident verspätet sich, weil das Flugzeug kaputt ist. Peter Höver hält per E-Mail und telefonisch Kontakt. Das Warten auf das Staatsoberhaupt wird menschlich: Der Journalist schießt mit seinem Tablet ein Foto von Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen vorm Kaffeepott. Er schreibt eine Mail an die Online-Redaktion: "Immer mehr Gäste trudeln ein: Die ehemalige Ministerpräsidentin Heide Simonis betritt soeben das Landeshaus in einem Pelzmantel." Schließlich schickt er ein Foto von Gauck am Rednerpult. Auch diese Momentaufnahme landet natürlich im Live-Ticker.

Auch auf die Zwischentöne kommt es an

Gauck spricht. Höver sitzt im Plenarsaal, hört aufmerksam zu und macht sich Notitzen. Die Rede wird am Newsdesk in Flensburg "getickert". Im Livestream läuft dort "Parla-TV": Der Landtag überträgt auf seiner Webseite alle Debatten - und auch die Rede des Bundespräsidenten. Was sagt Gauck in diesem Moment in Kiel? Diese Frage beantwortet die Redakteurin am Newsdesk , indem sie die wichtigsten Zitate der Rede mitschreibt und sofort veröffentlicht. Wie sagt es Gauck? Hat er die richtigen Worte, den richtigen Ton getroffen? Um diese Fragen und die Zwischentöne kümmert sich der Korrespondent vor Ort. Schließlich soll noch ein einordnendes Hintergrundstück entstehen, das am nächsten Tag in den Zeitungen erscheint.

Zwischen die Meldungen aus dem Inneren des Parlaments mischen sich Eindrücke von außen: Die etwa 100 Friedrichskooger, die auf der Kieler Reventlou-Brücke für den Erhalt ihres Hafens demonstrieren, kommen genauso zu Wort wie die Schüler der Klaus-Harms-Schule in Kappeln. "Er ist menschennäher als der Alte", sagt zum Beispiel die 17-jährige Schülerin Ebba. Nicht nur nah an Amtsträgern und Verantwortlichen, sondern an den Leuten im Land - so soll die Berichterstattung auf shz.de sein.

Um 17.24 Uhr wird der Ticker geschlossen

Joachim Gauck hat nach seiner Rede im Parlament noch mehr Termine: Im Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung erklären am Nachmittag Direktor Peter Herzig und weitere Wissenschaftler die Arbeit des Zentrums. Das Geomar dokumentiert den hohen Besuch auf Twitter. Mit dem Hashtag "#gauck" veröffentlichen die Forscher Fotos. Auch diese Kurzmeldungen werden im Live-Ticker von shz.de eingebunden.

Während Gauck noch im Geomar vor den Linsen der Fotografen in einen Kolben pustet, ist Reporter Hauke Mormann schon in Schleswig. Er ist dabei, als die letzten Besucher das Schloss verlassen müssen und Frank Zarp, Andreas Bethge und Volker Hansen vom Schloss Gottorf sowie Kerstin Green aus der Staatskanzlei Schleswig-Holstein ihren letzten Rundgang vorm Eintreffen des Bundespräsidenten machen. Wieder trifft der Reporter Demonstranten und Schaulustige aus Schleswig und Umgebung. Und führt ein kurzes Video-Interview mit Viertklässlern aus der Bugenhagenschule in Schleswig, die Joachim Gauck direkt kennenlernen werden. Alle Videos lädt er bei Youtube hoch, von dort werden sie in Flensburg in den Live-Ticker eingebunden. Zitate und Fotos schickt er von seinem Smartphone per Mail.

An der Veranstaltung im Schloss nimmt Reporter Frank Jung teil. Telefonisch gibt er die Eindrücke durch, die Fotografen mailen ihre Fotos in die Redaktion. Der Präsident ist zum Scherzen aufgelegt: "Wir sind ja heute noch gar icht fotografiert worden", sagt er zu den Journalisten. Um 17.24 Uhr lässt die Redaktion von shz.de Gauck mit den geladenen Gästen beim Empfang allein und schließt den Ticker. Die Zeitungskollegen produzieren das Blatt für den nächsten Tag.

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