Werner-Rennen 2018 : Revanche in Hartenholm – Brösel siegt gegen Holgi

Brösel feiert seinen Sieg über den roten Porsche von Kontrahent Holgi.
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Brösel feiert seinen Sieg über den roten Porsche von Kontrahent Holgi.

Erstmals gewinnt Brösel mit seinem "Red Porsche Killer" das Rennen gegen Holger Henze im Porsche.

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02. September 2018, 10:49 Uhr

 

Hartenholm | Die Schmach von 1988 ist abgegolten: Rötger "Brösel" Feldmann hat in der Neuauflage des Werner-Rennens seinen Konkurrenten Holger "Holgi" Henze hinter sich gelassen. Beim Rennen zwischen Motorrad und Porsche gewann der Comic-Zeichner mit 10.08 Sekunden.

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Brösel kurz vor dem Zieleinlauf... vom Porsche ist noch nichts zu sehen.
Mira Nagar

Brösel kurz vor dem Zieleinlauf... vom Porsche ist noch nichts zu sehen.

 

Der Porsche 911 von 1968 ist geschlagen: Der rote Flitzer kam nach 10,3 Sekunden ins Ziel.

Der Porsche kommt gut 0,2 Sekunden später an.
Mira Nagar

Der Porsche kommt gut 0,2 Sekunden später an.

Bereits beim Start hatte Brösel die bessere Reaktionszeit - mit nur 0,3 Sekunden.

Glücklich zeigt sich der 68-Jährige direkt nach Durchfahrt der Ziellinie. "Eiskalt abgeledert", sagt Feldmann. "Das war super." Nach der Revanche verspüre er Erleichterung. "Jetzt ist gut, jetzt können wir mal 'nen Eierlikör trinken." Der erstmals unterlegene Porsche-Fahrer Henze zeigt sich im Ziel als guter Verlierer: "Herzlichen Glückwunsch! Das war sehr knapp und er hat zurecht gewonnen."

Brösel habe nur ein paar Meter Vorsprung gehabt im Ziel. An seinem Porsche habe die Maschineneinstellung nicht so gepasst, so Holgis erstes Fazit. "Ich muss nochmal analysieren, was da los war." Er habe im Rennverlauf zwar aufgeholt, aber bei der kurzen Strecke sei es für ihn und seinen Sportwagen schwer gewesen. Brösel widerspricht: "Ich hab' ja gar nicht Vollgas gegeben."

 

Als das Ergebnis feststand, brachen die Fans in Hartenholm in Jubel aus - denn die Mehrheit hatte Rötger Feldmann die Daumen gedrückt.

Der zeigt ich als fairer Gewinner - und stellt sich mit Holger Henze auf den sogenannten Schmähturm - einem absurd zusammengenagelten Holzturm, auf dem der Verlierer mit Katzendreck bespritzt werden sollte - ganz wie beim ersten Rennen vor 30 Jahren.

Die Kontrahenten ließen sich mit Dreck bespritzen.
Die Kontrahenten ließen sich mit Dreck bespritzen.

Vier Tage lang haben die Fans auf dem Flugplatz Hartenholm ein Motorsport- und Musikfestival gefeiert. Rund 80 Bands sind auf vier Bühnen aufgetreten, darunter - wie bereits 1988 - die Gruppe BAP, aber auch Fury in the Slaughterhouse, Santiano und natürlich Torfrock ("Beinhart"). An die Dimensionen des Originals reicht die Neuauflage jedoch nicht heran. Für das Festival haben die Veranstalter in diesem Jahr rund 35.000 Tickets verkauft.

1988 sollen es auf jenem kleinen Flugplatz auf dem Land dagegen 200.000 Besucher gewesen sein, die den "größten Knaller seit Ben Hur" vor Ort verfolgen wollten. So genau weiß das allerdings niemand. Denn das Rennen hatte die Region in ein Verkehrschaos gestürzt, der Anreiseverkehr auf der Autobahn 7 staute sich damals bis nach Hamburg. Die Fans störte das nicht, sie feierten eine Riesenparty.

Die Geschichte des Werner-Rennens geht zurück auf ein Wortgefecht in den frühen 1980er Jahren im Kieler "Club 68" des Kneipenwirts Henze. Brösel soll dessen roten Porsche dabei als Wanderdüne und Salzstreuer bezeichnet haben. Holgi verspottete die Horex des Zeichners daraufhin als Vorkriegsschrott und Geraffel. Diese Nacht inklusive des vereinbarten Rennens fand Eingang in den Werner-Band "Eiskalt!".

Brösel erlangte mit seiner Comicfigur bundesweit Bekanntheit. 13 Werner-Comics und zahlreiche Sonderbände sind erschienen, fünf Werner-Filme lockten rund 14,5 Millionen Menschen in die Kinos.

Rund 280.000 D-Mark steckte der Zeichner nach eigenen Angaben damals in den Bau seines Motorrads mit vier Horex-Motoren zu je 40 PS. Doch Brösel unterlag Holgi 1988 wegen eines Schaltfehlers in Hartenholm binnen Sekunden. 2004 auf dem Lausitzring bei einer ersten Neuauflage vor 30.000 Zuschauern erging es ihm nicht besser: Gleich drei Mal düste der rote Porsche 911 T, Erstzulassung 1968, locker ins Ziel, während die Maschine des Zeichners aufgrund technischer Probleme jeweils nach wenigen Metern stehen blieb.

Doch an diesem Sonntag in Hartenholm verliert der 300-PS-starke Porsche. Der Unterlegene Holger Henze schaut bereits nach vorn: "Jetzt kann ich ja eine Revanche fordern."

(mit dpa)

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