Wacken Open Air 2015 : „WOA-hnsinn“: Die ersten Fans sind da

Wenn Deutschlands härtestes Autokennzeichen WOA wieder auf den Heckscheiben prangt, ist es soweit: Das Wacken Open Air beginnt. Die Ruhrpottler Laisa Heeling, Peter Lamoers, Rene Hasenbusch, Martin Palmowski, Jennifer Neumann, Florian Baum, Kai Engelen, David Kuttitz und Martin Meinolf wollten das Acker-Feeling schon vorher genießen und reisten Montagmorgen um 4 Uhr an.
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Wenn Deutschlands härtestes Autokennzeichen WOA wieder auf den Heckscheiben prangt, ist es soweit: Das Wacken Open Air beginnt. Die Ruhrpottler Laisa Heeling, Peter Lamoers, Rene Hasenbusch, Martin Palmowski, Jennifer Neumann, Florian Baum, Kai Engelen, David Kuttitz und Martin Meinolf wollten das Acker-Feeling schon vorher genießen und reisten Montagmorgen um 4 Uhr an.

Kurz vor dem Start des 26. Wacken Open Air zieht es die Fans schon jetzt auf die Campingplätze – trotz Regens.

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28. Juli 2015, 05:17 Uhr

Wacken | Es sind die Vorboten zum Metal-Musikbeben. Je näher man Schleswig-Holstein kommt, desto häufiger sieht man sie: Vollgepackte Autos mit drei Buchstaben aus Klebeband auf der Heckscheibe. WOA steht da – das sichere Zeichen, dass die fünfte, die schwarze Jahreszeit angebrochen ist. Am Donnerstag beginnt das 26. Wacken Open Air (WOA) im kleinen Dorf Wacken im Kreis Steinburg – und schon jetzt zieht es Tausende in die Ackerstadt. „3000 bis 5000 Fans sind schon da“, erklärte Produktionsleiter Thomas Hess. Der ganz normale „WOA-hnsinn“.

75.000 Metalfans sind es insgesamt, wenn der Startschuss zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt fällt. Ab Donnerstag brüllen Bands wie Savatage, Materia, The Boss Hoss und Running Wild ins Mikrofon. Eine Gruppe aus dem Ruhrpott konnte nicht mehr warten und schlug schon gestern morgen um 4 Uhr in der Früh in Wacken auf. „Wenn die Bands spielen, hat man keine Zeit mehr für das Drumherum. Jetzt haben wir noch Zeit auf dem Campingplatz schöne Urlaubsgespräche zu führen“, erklärt Peter Lamoers.

Tag für Tag sieht man mehr schwarz gekleidete, langhaarige Metalheads in dem Örtchen. Auch der Himmel zeigte sich die vergangenen Tage zunehmend düster. WOA-Initiator Thomas Jensen strahlte gestern trotzdem: „Rain or shine – wir nehmen es wie es kommt“, sagte er in norddeutscher Manier. Die Hoffnung stirbt zuletzt, zeigte sich der 49-Jährige optimistisch. „Ich habe jede Menge Sonnenbrillen eingepackt.“

Die Crew lag bis zum Wochenende sehr gut im Zeitplan. Die Main Stage, eine riesige Doppelbühne – 95 Meter breit, fast 30 Meter tief und 28 Meter hoch – steht schon. Auch das Wahrzeichen des Festivals ist angebracht: Ein riesiger Bullenschädel mit eingebautem Flammenwerfer. Insgesamt sieben Tage dauert der Bühnenaufbau. Die groben Arbeiten sind erledigt.

Schwertransporte wären bei dem aufgeweichten Boden zurzeit auch problematisch: In einem Krisenstab wurde ein Fahrverbot auf dem Festival-Gelände beschlossen. Nur wenn es dringend erforderlich sei, darf sich jemand hinters Steuer setzen. „Für die letzten Arbeiten ist jetzt eben Fuß- und Muskelkraft gefragt“, erklärte Jensen. „Vieles passiert ja jetzt auch auf der Bühne – Ton und Licht wird eingestellt.“ Crew-Mitglied Lars Lippke aus Elmshorn schraubte gestern ein Metallgerüst zusammen. „Der Regen stört mich nicht, es dauert aber ein bisschen länger.“ 2000 Verlegplatten wurden an kritischen Stellen platziert, um den Boden zu stabilisieren. „Außerdem haben wir 500 Tonnen Hackschnitt eingekauft, das an Flächen, die schon gelitten haben, ausgelegt wird“, erklärte Thomas Hess.

Geduld brauchten die Camper bis sie kleine Staus passiert hatten und ihre Zelte ausbauen konnten. Doch die Metalheads zeigten sich genauso gelassen wie Jensen. Mit einem Lächeln auf den Lippen wurde in der Warteschlange Bier verteilt. Das Ende einer langen Reise: „WOA“ nicht mehr nur als Lettern auf der Heckscheibe, sondern endlich mittendrin im Metalwahnsinn.

Eben noch Acker, dann weltgrößte Metalstadt der Welt. Das Wacken Open Air ist eine Meisterleistung der Infrastruktur:

240 Hektar Festivalgelände

75000 Besucher

800 Mobiltoiletten

250 Urinalplätze

150 Miet-WCs

310 wassergespülte Toiletten-Einheiten

600 Tonnen Müll fallen an

100 Gastronomiestände

1500 Lkw mit Material

420 Waschplätze

6000 Meter flexible Stromleitung, 4000 Kilometer verlegtes Kabel – dadurch werden 98 Dieselaggregate gespart

40 Dieselaggregate

27 Sattelzüge Ton-, 8 mit Lichttechnik

448 Duscheinheiten

Mehr zum Thema gibt es im Dossier auf shz.de/wacken.

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