Betrug und Körperverletzung : WOA 2015: Bisher wenig zu tun für Polizei in Wacken

Die Festival-Besucher in Wacken feiern bisher ohne besondere Vorkommnisse. Die Polizei muss kaum eingreifen.
Foto:
Die Festival-Besucher in Wacken feiern bisher ohne besondere Vorkommnisse. Die Polizei muss kaum eingreifen.

75.000 Menschen, die friedlich zusammen feiern: Die Polizei ist mit der Lage auf dem Gelände zufrieden. Nur einige Metal-Fans fielen aus der Rolle.

shz.de von
31. Juli 2015, 13:24 Uhr

Wacken | Ziemlich ruhige Zeit für die Polizei in Wacken: Aus Sicht der Polizei sind die letzten Stunden und damit auch der erste offizielle Veranstaltungstag des Metal-Festivals friedlich verlaufen. Bis zum Start des Bühnenprogramms waren nahezu alle Besucher angereist und die Camp-Flächen zu 95 Prozent ausgelastet.

Die Parksituation in Wacken bleibt weiterhin angespannt. Besucher sollten nach wie vor von der Anreise mit dem eigenen PKW absehen und auf öffentliche Verkehrsmittel oder den Wacken-Shuttle ab Itzehoe ausweichen.

Metalheads feiern ziemlich friedlich. Diesen Schluss lässt zumindest die bisherige Polizei-Statistik zu: Innerhalb der letzten 24 Stunden, gemessen bis zum heutigen Morgen, haben die Einsatzkräfte 35 Anzeigen wegen Eigentumsdelikten aufgenommen. Darunter waren erneut einige Zeltdiebstähle. Die Täter entwendeten in der Regel Smartphones und Bargeld, teils mehrere hundert Euro. Die Täter kamen während der Nacht und wurden von ihren schlafenden Opfern nicht bemerkt.

Eine männliche Person hatte es weniger auf das Eigentum der Besucher abgesehen, sondern vielmehr auf die Teile eines Zaunes. Während er diese gegen 2.30 Uhr abmontierte, wurde er erwischt und festgehalten. Seinem Kumpel gelang die Flucht. Der Beschuldigte bekam eine Anzeige wegen Diebstahls.

Daneben kam es bisher zu sieben Körperverletzungen. Ein 19-Jähriger geriet mit einem Sicherheitsmann an einer Bühne in Streit. Der drängte den Besucher schließlich von der Bühne ab und verdrehte ihm den Arm. Der 19-Jährige wurde am Daumen verletzt. Der Österreicher ließ sich im Sani-Zelt behandeln und erstattete im Anschluss Anzeige.

Nach dem Täter einer gefährlichen Körperverletzung ist die Polizei noch auf der Suche. Der Flüchtige trat kurz vor Mitternacht in der Hauptstraße vor dem Haupteingang mit Springerstiefeln auf einen 44-Jährigen ein, den der Aggressor zuvor nieder geschlagen hatte. In Begleitung zweier männlicher Personen flüchtete der Beschuldigte in Richtung Schenefelder Straße. Er war auffallend groß, etwa 190 cm, etwa 25 Jahre alt, trug nahezu abrasierte Haare, sprach akzentfreies Deutsch, trug eine kurze Hose, Springerstiefel und ein T-Shirt. Einer seiner Begleiter hatte ein grünes T-Shirt an.

Ohne Führerschein und mit einem Chauffeur wird ein Reiskirchener die Heimreise nach dem Festival antreten müssen. Er transportierte gegen 21 Uhr auf der Gribbohmer Dorfstraße auf der Ladefläche seiner Pritsche mehrere Personen. Wie sich herausstellte, stand der 50-Jährige unter Alkoholeinfluss. Er pustete 1,33 Promille und musste seinen Führerschein abgeben und sich einer Blutprobenentnahme unterziehen. Der Beschuldigte muss sich nun wegen der Trunkenheit im Verkehr und wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit verantworten.

Opfer eines gemeinen Betrügers ist Donnerstagmittag ein 12-Jähriger auf der Hauptstraße geworden. Der Junge war mit seinem GoKart als Shuttle für das Gepäck von Festival-Besuchern unterwegs, als ihn ein Mann ansprach, der sich als Polizist ausgab. Er forderte von dem Kind 60 Euro, weil es mit seinem Go Kart die Straße benutzt habe und dies verboten sein. Nach erster Skepsis händigte der Junge dem Betrüger schließlich den geforderten Betrag aus - und war damit den Lohn stundenlanger mühsamer Arbeit los.

Parker, die sich gestern trotz eingehender Hinweise und Warnungen verkehrswidrig verhielten, mussten ihr Fehlverhalten mit Tickets bezahlen. 71 davon stellten die Beamten aus, die meisten wegen des Parkens im absoluten Halteverbot. Sieben Verkehrsteilnehmer, die ihre Autos auf dem Gelände der Wackener Feuerwehr abgestellt hatten, fanden ihre Fahrzeuge später anderswo wieder - sie wurden abgeschleppt. Wer entgegen aller Empfehlungen auch am Freitag noch mit dem Auto anreist, sollte nur da parken, wo dies erlaubt ist. Die Polizei wird bei Parkverstößen weiterhin rigoros eingreifen.

Alle Infos rund um Wacken unter shz.de/wacken.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen