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Wacken Open Air 2017 : Wie zwei Security-Altmeister auf dem WOA ihren Job machen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn 75.000 Musikfans zusammen feiern, sorgt erfahrenes Personal für einen sicheren Rahmen.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 14:10 Uhr

Wacken | Sie ist bereits im 20. Jahr auf dem Wacken Open Air dabei, und er macht den WOA-Job immerhin schon zum 17. Mal – Heidrun Vogler und Mike Kugler kümmern sich um die Sicherheit auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival. Sie gehören zu einem Team von mehr als 500 Leuten des Unternehmens IH Security aus Bad Soden am Taunus in Hessen. Heidrun Vogler (47) ist die Personal-Disponenten von IH Security auf dem WOA. „Sie ist meine Chefin“, sagt Kugler und lacht. Der 55-Jährige ist gelernter Kfz-Schlosser, arbeitet aber seit 36 Jahren bei der Stadtverwaltung in Mainz. Bei der Security ist er nebenberuflich. Was ist an dem Job besonders – oder manchmal auch brenzlig? Wir fragten nach.

Das Wacken Open Air gilt als das friedlichste Metal- und Rockspektakel der Welt. 75.000 Fans – und kaum etwas passiert. Aber Hand aufs Herz: Mussten Sie nicht schon mal hart eingreifen?
Heidrun Vogler: Also, soweit ich in den letzten zehn Jahre zurückdenken kann, kann ich mich persönlich an keinen Vorfall erinnern, bei dem wir „hart eingreifen“ mussten. Eigentlich sind die Fans mit den Jahren immer friedlicher geworden. Es ist sogar so: Wenn doch jemand anfängt zu randalieren, dann werden wir sogar von den Wacken-Fans selbst gerufen. Und zu 95 Prozent kriegt man das dann verbal hin. Wenn die fünf Prozent greifen, holen wir die Polizei zur Unterstützung.
Mike Kugler: Körperlich dürfen wir ohnehin nur in Notwehr oder als Nothilfe eingreifen.

Wenn Maßnahmen aber nötig sind, wie weit dürfen Sie dann überhaupt gehen?
Mike Kugler: Also – zunächst gilt für mich wie für alle anderen auch das Jedermann-Recht. Das heißt: Bei Aggressionen darf ich jemanden festnehmen. Darüber hinaus aber haben wir Security-Leute das Hausrecht: Wir dürfen Platzverweise aussprechen. Bei Uneinsichtigkeit allerdings müssen wir die Polizei rufen, nur sie darf einen Platzverweis durchsetzen. Die Zusammenarbeit klappt auch stets wunderbar. Dass wir aber mal die Polizei holen müssen, das liegt wirklich im Promille-Bereich.

Okay – und jetzt mal ehrlich: Was war Ihrer Meinung nach denn die bislang unangenehmste Situation?
Heidrun Vogler: Der viele Regen.

Wie bitte? Also nur das Wetter?
Heidrun Vogler: Ja, 2015 und 2016 regnete es ja teilweise die ganze Nacht durch. Und es war so kalt – es gab sogar Bodenfrost. Das war auch schlimm für die Gäste.
Mike Kugler: Wir sind beim WOA in erster Linie Dienstleister. Die Grundidee ist doch, und das wollen wir schließlich auch, dass die Gäste unbeschwert Party machen können. Und wenn wir mal als Spaßbremse auftreten müssen, dann geschieht das nur im Sinne der Sicherheit. Wenn Bengalos gezündet werden, werden wir sofort eingreifen.
Heidrun Vogler: Das Schönste für uns ist und bleibt, wenn die Gäste zufrieden vom Gelände gehen.

Werden stets dieselben Kollegen eingesetzt? Und gibt es Kollegen, die selbst Fans sind und unbedingt immer beim WOA dabei sein wollen?
Heidrun Vogler: Wir haben einen festen Stamm von Leuten, die immer wieder dabei sein wollen. Oft kriege ich bereits zwei Wochen nach dem WOA die ersten Anrufe: „Planst Du mich bitte wieder ein?“.

Bei aller Friedlichkeit der Fans dürfte auch beim WOA ein Security-Job sehr anstrengend sein – was kommt für Sie beide, Frau Vogler und Herr Kugler, nach Wacken?
Mike Kugler: Eine Woche Urlaub. Und dann wieder arbeiten in der Mainzer Stadtverwaltung.
Heidrun Vogler: Bei mir geht’s sofort weiter. Es stehen mehrere Tagesveranstaltungen und ein Open Air an.

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Alle Infos und Artikel rund um das WOA 2017 finden Sie auf unserer Themenseite shz.de/wacken.

 

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