Handwerk : Wacken-Schädel als Meisterstück

Wacken-Kopf aus Gold: Maik Wentzien wählte ein ausgefallenes Thema für seine Meisterprüfung. Foto: Hinz
Wacken-Kopf aus Gold: Maik Wentzien wählte ein ausgefallenes Thema für seine Meisterprüfung. Foto: Hinz

Das Symbol für alle Heavy-Metal-Fans gibt es jetzt in einer goldfarbenen Version: Maik Wentzien machte damit seinen Meister.

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03. August 2008, 01:53 Uhr

Handwerk hat goldenen Boden - und Metal güldene Zeichen. Maik Wentzien (20) aus Buchholz/Nordheide verband in seinem Beruf das Angenehme mit dem Nützlichen. Er hat in seiner Meisterprüfung zum Maler und Lackierer einen vergoldeten Wackenkopf angefertigt. Den will er jetzt den Wacken-Machern schenken.
Seit 2003 war Maik Wentzien jedes Mal auf dem Festival. Fan geworden ist er allerdings durch seine acht Jahre ältere Schwester. "Sie hat mir immer ihre Gunsn Roses-Platten vorgespielt, als ich zehn war." So entwickelte sich sein Faible für den Heavy Stuff. Mittlerweile spielt Maik Wentzien selber bretthartes Schlagzeug.
Meistertitel gleich nach der Ausbildung
Er war 2002 zum ersten Mal in Wacken dabei, seitdem immer wieder. Zwar geht er auch zu anderen Festivals, aber er sagt: "Wacken ist das beste Festival der Welt und wird immer besser."
Da er irgendwann den Betrieb der Eltern übernehmen will, hat er im vergangenen Jahr seine Ausbildung zum Maler und Lackierer beendet und gleich hinterher den Meistertitel gemacht. Im praktischen Teil seiner Ausbildung musste er eine Vergoldungsarbeit abliefern, das Thema war frei gestellt. "Und da habe ich mir gedacht: Warum nicht den Wackenschädel machen?" Das Ergebnis hat er selbst entworfen und angefertigt, den Kopf gezeichnet, umgepaust, digitalisiert und aufgeplottert. In mehreren zeitaufwändigen Arbeitsschritten hat er das Motiv mit spezieller Gelatine auf eine 60 mal 80 Zentimeter große Glasplatte gebracht und darin eine Hinterglas-Hochglanzvergoldung aus 23 Karat Dukatengold angefertigt.
"Das Wacken Open Air kennt doch jeder"
Der Fertigungsprozess war vor allem zeitaufwändig, dauerte über zwölf Stunden. Fünf Prüfer in der Malerschule mit 50 weiteren Prüflingen haben ihm immer wieder über die Schulter geblickt.
Im abschließenden "Verkaufsgespräch" mit den Prüfern fragte einer, was das denn darstellen solle. Noch ehe der Prüfling antworten konnte, entgegnete einer seiner Kollegen: "Ja, kennen sie das Wacken Open Air denn nicht? Das kennt doch jeder." Die Prüfer waren schließlich von seiner Arbeit so angetan, dass er dafür die Note "2" erhielt. Ein Original behält Maik Wentzien zu Hause, aber eine weitere Probe, die er ebenfalls gefertigt hat, will er jetzt dem Wacken Team schenken - fürs Büro als Schmuckplatte und Zeichen für goldene Zeiten.

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