Festival-Friseur : Matten kürzen für lau

Lange Haare, so weit das Auge reicht: Das W:O:A ist ein wahres Paradies für Friseurin Nadine Ginolas. Die schnappte sich als erstes  Metal-Fan Dennis Danes. Foto: Ruff
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Lange Haare, so weit das Auge reicht: Das W:O:A ist ein wahres Paradies für Friseurin Nadine Ginolas. Die schnappte sich als erstes Metal-Fan Dennis Danes. Foto: Ruff

Schnipp schnapp – Haare ab: Friseurin Nadine Ginolas verpasst den Wacken-Fans kostenlos einen neuen Haarschnitt.

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04. August 2012, 12:47 Uhr

Wacken | Haare waschen ist nicht Metal, heißt es ja immer – aber was ist mit Haare schneiden? Wir haben uns gestern mit der Friseurin Nadine Ginolas (26) vom Salon Lako in Itzehoe auf dem Festivalgelände unters Metalvolk gemischt und gefragt: Neue Friseur gefällig?
Nadine ist seit acht Jahren Friseurin und seit 2007 regelmäßig als Metalhead auf dem W:O:A unterwegs – Haare geschnitten hat sie dort aber noch nie. Eine große Sporttasche mit allen notwendigen Utensilien hatte sie gestern dabei – und so zog sie vollbepackt durch die Menge.


Schneller als gedacht war ihr erstes "Opfer" für das Gratis-Angebot gefunden: Dennis Danes (18) aus Aldekerken am Niederrhein. Er fängt nächsten Monat eine Lehre zum IT-Systemtechniker an – was kommt da gelegener als eine aufgepeppte Frisur? Schnell den Kittel umgelegt, und schon fielen die ersten Haare auf den zertrampelten Boden. Er ließ sich immerhin fünf Zentimeter abschneiden, unter Beobachtung seiner Freundinnen Eileen Hartung (19) und Marie Kärsting (19).
Was Nadine mit Erzieher Alex Braun (28) aus Rendsburg anstellte, war eindeutig spannender: Er ließ sich den Schriftzug W:O:A in den Hinterkopf rasieren. Dafür hatte die Friseurin vorher eine kleine Zeichnung angefertigt. Nicht einmal der einsetzende Regen konnte sie davon abhalten, ihr Werk zu vollenden. Und Alex, der eine ganze halbe Stunde vor ihr auf dem Boden ausgeharrt hatte, war am Ende der glücklichste Metalhead der Welt: "Super toll, das ist echt klasse, vielen Dank", sagte er und zog stolz von dannen.
Auch eine Frau bekam Nadine unter die Schere: Yvonne Vorlicek (29), Krankenschwester aus Ahlen in Nordrhein-Westfalen, ließ sich von ihren sehr langen Haaren ganze zehn Zentimeter abschneiden. "Ich hätte eh bald zum Friseur gemusst", sagte sie ganz gelassen. Mutig war es trotzdem, denn zahlreiche Metal-Frauen vor ihr weigerten sich partout, wollten sich nicht mal von drei Zentimetern trennen.
Zum krönenden Abschluss wagte es noch Bankkaufmann Stefan Schmidt (40) aus Neumünster und ließ sich seine Kurzhaarfrisur hier und dort etwas stutzen. Zuvor sagte er: "Ich hab Vertrauen in sie – aber irgendwie auch ein bisschen Angst." Doch am Ende freute er sich über das stylische Ergebnis. Und auch Nadine war glücklich: "Das war mal was ganz Neues, hat mir richtig viel Spaß gemacht." Anna Kahlen

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