Wacken Open Air : Kein Visum für Konzert: Band aus Kambodscha darf nicht nach Wacken

Die Band Doch Chkae wurde nach Wacken eingeladen, doch die deutsche Botschaft verweigert das Visum.

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27. Juli 2018, 16:55 Uhr

Phnom Penh/Wacken | Die kambodschanische Band Doch Chkae, gegründet von Waisenkindern, freute sich über die Gelegenheit auf Wacken zu spielen. Aber die deutsche Botschaft verweigert ihnen die Einreise.

Unser Wacken-Dossier finden Sie unter shz.de/wacken.

Die Jungs gründeten die Band, nachdem ihr Schweizer Betreuer sie 2014 mit auf ein Metal-Konzert nahm, berichtet Bild.de. Mit ihrer Musik mit Texten auf Khmer (Landessprache in Kambodscha) beeindruckten sie sogar die Veranstalter von Wacken. Prompt folgte die Einladung, auf dem Festival in diesem Jahr zu spielen.

Die deutsche Botschaft machte der Band und den Fans nun jedoch einen Strich durch die Rechnung: Sie bekommen keine Visa für den Besuch – obwohl alle Unterlagen fristgemäß eingereicht wurden, wie das Portal www.metal1.info berichtet. Die angebliche Begründung: Die vier Waisen hätten nicht ausreichend soziale, wirtschaftliche und familäre Bindungen an ihr Heimatland.

Auf Nachfrage von shz.de erzählte Anna Walter aus der Promotionsabteilung des Festivals, die Veranstalter würden die Band sehr gerne im nächsten Jahr erneut einladen – auf die Arbeit der Behörden hätten sie natürlich keinen Einfluss.

Die Dokumentation „Slumdog Metal“ erzählt die Geschichte der Band. Sie soll am Mittwoch (1. August) im Moviefield auf dem Wacken Open Air gezeigt werden.

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