WOA 2018 : Grillen auf dem Wacken Open Air: Mit der Feuerwehr auf Patrouille

Auf dem Geländewagen sind Feuerlöscher, Feuerpatschen, Kübelspritzen und Schläuche. Thies Harder, Dieter Mangesius, Sven Dierks (v.l.) von der Feuerwehr Gribbohm auf Patrouille.
Auf dem Geländewagen sind Feuerlöscher, Feuerpatschen, Kübelspritzen und Schläuche. Thies Harder, Dieter Mangesius, Sven Dierks (v.l.) von der Feuerwehr Gribbohm auf Patrouille.

Unser Reporter war mit der Feuerwehr auf Patrouille auf dem Campingplatz – damit nichts anbrennt.

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31. Juli 2018, 18:03 Uhr

Langsam steigt Rauch hinter einem Wohnwagen auf und vernebelt die Sicht. Matthias Venohr von der Feuerwehr Wacken tritt auf die Bremse. Sein Geländewagen wirbelt ordentlich Staub auf. Geschwind fährt er sein Fenster hinunter und streckt den Kopf hinaus – die Camper winken ihm zu: „Alles im Griff, wir haben nur den Grill an geschmissen.“

Venohr ist auf Patrouille. Täglich fährt die Feuerwehr in Dreiergruppen mehrmals über das Festivalgelände, um Brandherde zu erkennen und die Besucher über die aktuelle Gefahr aufzuklären. „Wir haben die Wiesen bereits bewässert, damit die noch warmen Autos nicht direkt das trockene Gras in Brand stecken“, sagt Wehrführer Venohr und zeigt auf einen vorbeifahrenden Güllewagen, der als Wassertransporter auf dem Wacken-Festival verwendet wird.

Zu trocken: Mitt Bewässerung soll die Brandgefahr auf dem WOA gebannt werden.
Marcus Dewanger

Zu trocken: Mitt Bewässerung soll die Brandgefahr auf dem WOA gebannt werden.

 

Der Wehrführer fährt langsam einen Waldweg entlang, blickt ständig nach links und rechts. Die Gefahr hat er im Blick, und da blitzt es im hohen Gras. „Auch Glasscherben können durch Sonneneinstrahlung ein Feuer entfachen. „Aus diesem Grund sollte man Flaschen ordnungsgemäß entsorgen, genauso wie Zigarettenstummel. Schon der kleinste glühende Stängel kann einen Flächenbrand verursachen“, sagt Venohr und biegt wieder auf dem Campingplatz ab.

Klare Regeln für das Grillen auf dem Festival

Es riecht würzig, rauchig – Grillduft liegt in der Luft. Genauso wie warme Motoren stellen auch heiße Kohlen eine Gefahr dar. Braten und schmoren ist zwar erlaubt, allerdings dürfen dazu keine Bodengrills verwendet werden. Stattdessen können die Heavy-Metal-Fans auf standhaften Dreibeingrills brutzeln. „Zum Anzünden der Kohle sollten die Festivalbesucher auf keinen Fall Flüssiganzünder verwenden, da dadurch schnell eine Stichflamme entstehen kann“, erklärt der Wehrführer. Er zeigt auf einen kleinen, roten Feuerlöscher neben einem Zelt und sagt: „Viele Camper haben sich gut vorbereitet. Wir sind hier eine große Familie und jeder gibt auf den anderen Acht“.

Für die Besucher, die keine Feuerlöscher dabei haben, hat die Feuerwehr vorgesorgt. Es wurden 41 Sandhaufen aufgebaut, jeweils an den wichtigen Zufahrtswegen, an denen sich die Camper zum Ablöschen der Grillkohlen bedienen können. „Aber auch mit Bier kann man einen Brand löschen“, sagt der Wackener und lacht. Zudem eigne sich Mineralwasser besonders, da durch die Kohlensäure ein Verdichtungseffekt entstehe. Damit es aber gar nicht erst zum Brand kommt, sollte ständig jemand den Grill beaufsichtigen – auch wenn die Würstchen bereits auf dem Teller liegen, so Venohr. Auch ein Abstand von mindestens fünf Metern zum nächsten Lager sei wichtig, da die meisten Zelte aus schnell entflammbarem Kunststoff sind.

Der Feuerwehrchef fährt kreuz und quer über den Campingplatz. Es raschelt – Venohr greift zu seinem Funkgerät. „Wir sind über die Notrufnummer 112 zu erreichen. Die Leitstelle vermittelt die Einsätze dann direkt an uns. Kurze Wege und gute Vorbereitung sind wichtig.“

Über einen buckeligen, staubigen Weg fährt der Wackener zurück zur Einsatzleitstelle. Kollegen von der Feuerwehr Wacken, Gribbohm, Holstenniendorf und Besdorf besetzen diese dauerhaft. „Im Ernstfall können 25 Wehren aus dem Umkreis angefordert werden“, sagt Venohr. Bisher sei die Zahl der Einsätze eher gering – nur ein vergessener Grill und glühende Zigarettenstummel im Kirchenweg riefen die Feuerwehrleute auf den Plan. „Trotzdem, erhöhte Vorsicht ist angesagt.“

 
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