zur Navigation springen

Festival-Tipps fürs WOA 2017 : Für Wacken packen: So geht's

vom

Schlechtes Essen, Hitzeschlag und Zeltfrust – Festivals sind der entschlossene Kampf gegen die Gemütlichkeit. Wie gestaltet man den Festivalalltag trotzdem komfortabel?

Wacken | Am Montag pilgern die ersten Metalheads zum Holy Ground. Nicht mehr viel Zeit also, um die Packliste für Wacken zu verfeinern. Unterhose, Klopapier und Handdesinfektion kann jeder, erst mit diesen nützlichen Gadgets sorgen Festivalbesucher für Neid im Nachbarcamp. 

Wurfzelt

Gilt es zu vermeiden: Zeltaufbau im Regen.

Gilt es zu vermeiden: Zeltaufbau im Regen.

Foto: imago/Bildwerk
 

Das Wetter folgt der alten Tradition – einmal mehr könnte Wacken zur Schlammschlacht ausarten. Der Nebenmann steht durchnass inmitten eines Irrgartens aus Stangen, Seilen und Planen. Die festivaltauglich zurechtgeföhnte Prachtmatte klebt ihm strähnenweise im Gesicht. Nachdem er 20 Minuten lang an seinem Igluzelt herumgefuhrwerkt hat, gibt er entnervt auf. Die Nacht wird er unter einem windschiefen Provisorium verbringen. Beachtet man hingegen diesen Tipp, ist man in wenigen Sekunden mit dem Zeltaufbau fertig und kann sich wichtigeren Dingen widmen. Wurfzelte gibt es sowohl in der günstigen Einmal-Variante als auch in der etwas kostspieligeren Profi-Version. Eines zeichnet jedoch alle aus: In Sekundenschnelle finden sie ihre vorgesehene Form und bieten – zumindest für ein Wochenende – einen stabilen Unterschlupf.

Wasserkanister

Unterschätzte Flüssigkeit auf jedem Festival: Wasser.

Unterschätzte Flüssigkeit auf jedem Festival: Wasser.

Foto: imago/Ralph Peters
 

Für Bier hat der Zeltnachbar gesorgt. Palettenweise hievt er es aus dem Auto ins Vorzelt. Spätestens wenn ihm am nächsten Morgen nur noch nach einem dürstet, Aspirin, wird er um Wasser flehen. Das hat er nämlich vergessen. Besser plant man vorausschauend und bringt gleich einen ganzen Kanister mit. Für um die zehn Euro lässt sich der praktische Wasserspeicher mit Hahn und Drehverschluss in verschiedenen Größen erstehen und sorgt nicht nur für die notwendige Flüssigkeitszufuhr, sondern eignet sich auch als Notfalldusche, wenn aus Kater langsam Ekel wird.

Sturmkocher

Sturmkocher sind für Feinschmecker.

Sturmkocher sind für Feinschmecker.

Foto: imago/Mint Images
 

Der Zeltnachbar ernährt sich vier Tage lang ausschließlich von kalten Dosenravioli – morgens, mittags und abends. Bereits am zweiten Tag macht er sich im Zehnminutentakt auf den Weg zum Dixiklo. Mit einem Sturmkocher hingegen kann man Speck zum Frühstück braten, isst mittags Kartoffeln mit Soße und nachdem man sich nachts das letzte Mal von der Bühne aus hat anschreien lassen, lässt man den Tag mit einem heißen Grog ausklingen. Dem Magen geht es blendend. Spiritus- oder Sturmkocher kommen meist als Set mit Pfanne, Griff und mehreren Töpfen daher. Ihre Flamme ist zwar weniger heiß als die der Gas-Kollegen, jedoch sorgt der standardmäßige Windschutz für zielgerichtete Hitze. Zudem ist der Brennstoff deutlich günstiger und leichter zu beschaffen und die meisten Modelle sind deutlich standfester als Gaskocher. Wer nicht viel Geld beim führenden Anbieter lassen mag, ist mit einer der diversen Nachbauten gut beraten.

Crushed Ice

Mit Cruhed Ice zur intakten Kühlkette.

Mit Cruhed Ice zur intakten Kühlkette.

Foto: imago/imagebroker
 

Im Nachbarcamp wird gerade gerätselt, ob die seit drei Tagen im Kofferraum lagernden Grillwürste wohl noch essbar sind. Die Suche nach möglichen Vorkoster artet in Anbetracht der empfindlich unterbrochenen Kühlkette beinahe in Streit aus. Diese Sorgen bleiben einem erspart, führt man ausreichend Crushed Ice bei sich. Ob kühles Bier oder frisches Fleisch: Eine Isolierbox aus Styropor gefüllt mit Crushed Ice (an fast jeder Tankstelle für wenig Geld zu beschaffen) erweist sich als hervorragender Ersatzkühlschrank. Das Eis kühlt meist zwei Tage lang, danach sollte es neu aufgefüllt werden.

Gaffa-Tape

Ein Fall für Gaffa.

Ein Fall für Gaffa.

Foto: imago/Manngold
 

Volltrunken stolpert ein grölender Metalhead nach dem Megadeth-Konzert in das Pavillon. Das Gestänge bricht und der erhoffte Schatten für die nächsten Tage bliebe fern, hätte man nicht vorgesorgt. Gaffa-Tape ist längst der Universalname für dickes, schwarzes Klebeband, das selbst ausgewachsene Männer an Wänden fixiert. Von Zeltgestänge bis Autospiegel – mit dem Allrounder lässt sich vorerst alles kitten. Noch eine kleine Schnapsidee am Rande: Wenn Brustbeutel und Bauchtasche zu würdelos sind, können Wertgegenstände für den Gang zum Veranstaltungsgelände mit Gaffa im Handumdrehen am eigenen Körper fixiert werden.

Bluetooth-Lautsprecher

Helene Fischer gehört am Festivalmorgen zum guten Ton.
Helene Fischer gehört am Festivalmorgen zum guten Ton. Foto: Henning Kaiser
 

Mit diesem Gadget macht man sich vermutlich keine Freunde. Andererseits kann ein eingefleischter Metalfan natürlich auch auf dem Campground nicht auf Musik verzichten und so steht man vor der Wahl: Wie groß soll die Feindschaft zu den Zeltnachbarn denn werden? Entscheidet man sich für „ziemlich groß“, so sei zu einem stets brummenden und stinkenden Stromgenerator geraten. Nur „mittelgroß“ wird das nachbarschaftliche Verhältnis beeinträchtigt, wenn man sich für einen Bluetooth-Lautsprecher entscheidet. Damit kann man die Zeltnachbarn am frühen Morgen zwar immernoch mit Schlagerballaden und Spaßmetal zur Weißglut bringen, der ökologische Fingerabdruck bleibt aber im Rahmen.

Planschbecken

Das Festival-Spa.

Das Festival-Spa.

Foto: imago/blickwinkel
 

Rain or shine, man weiß ja nie. Mal mutet es albern an, mal dekadent – sollten die Temperaturen im August jedoch drastisch steigen, wird man ein Planschbecken huldigen. Der Rest des Platzes kapituliert und tritt den Weg ins überfüllte Wacken-Schwimmbad an, während man selbst mit seinen Freunden bei gut gekühltem Bier im Planschbecken sitzt und die Running-Order diskutiert. Die minimalistische Festivalversion ohne viel Schnickschnack und Hello-Kitty-Print gibt es an jeder Ecke ab fünf Euro.

 

Was mit auf's Festivalgelande muss, lesen Sie hier.

zur Startseite

von
erstellt am 27.07.2017 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen