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Wacken Open Air 2017 : Festivalessen: So wird für die Polizei in Wacken gekocht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund um die Uhr: Bis zu 300 Beamte auf dem Wacken-Gelände wollen Tag und Nacht gut versorgt werden.

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Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Und was das ist, entscheidet sich in einem grünen Lkw in der Wackener Schulstraße. Dort steht die Einsatzküche der Polizei. Zehn Köche schnippeln und brutzeln in zwei 12-Stunden-Schichten, um 250 bis 300 Polizeibeamte täglich zu versorgen. Gelernte Köchin ist nur eine davon. Der Rest sind zum Beispiel Polizisten der Einsatzhundertschaft, Polizeitaucher oder Verwaltungsmitarbeiter.

 

„Es sind alle freiwillig hier, sowas kann man nicht unter Zwang machen – sonst ist die Stimmung schlecht“, sagt Thorsten Maaß. Er ist einer der dienstältesten Einsatzköche. Im richtigen Polizeileben ist der 54-Jährige Ausbilder in Eutin. 1984 hat er den Lehrgang zum Einsatzkoch gemacht, seitdem schwingt er den Kochlöffel.“ Es macht einfach Spaß und ist mal eine Abwechslung“, sagt er.

Zu tun gibt es reichlich. Ohne Mampf kein Kampf! Vier Mahlzeiten stehen täglich auf dem Speiseplan: Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Nachtmahl. Nicht nur die Beamten im Dorf werden versorgt, sondern auch das Camp auf dem Festivalgelände, die Befehlsstelle und die Kaserne in Albersdorf, wo die Polizisten übernachten, werden beliefert.

Alle zusammen putzen ordentlich was weg: 2200 Stück Grillfleisch, 1200 Stück Pute, 1200 Würstchen, 3000 Brötchen und 120 Brote sind nur ein kleiner Ausschnitt des Einkaufszettels. Natürlich ist auch an die Vegetarier gedacht – und an die Kollegen mit Unverträglichkeiten oder Allergien. „Ein Kollege braucht zum Beispiel glutenfrei“, erzählt Thorsten Maaß. „Was machbar ist, machen wir.“

Der Speiseplan ist eine ausgewogene Mischung aus Hausmannskost und Camping-Verpflegung: Rindergulasch, Putenragout, Leberkäse. Am Mittwoch wanderten für Nudeln mit Bolognese 35 Kilo Nudeln und 100 Liter Soße in die riesigen Töpfe. „Für die Nachspeise haben wir 15 Melonen aufgeschnitten“, erzählt Thorsten Maaß. Und wer dann immer noch nicht satt ist, kann sich ein Brötchen schmieren. Das Frühstücksbuffet bleibt nämlich den ganzen Tag stehen. Und vor allem die Beamten im Nachtdienst langen bei Naschis gerne zu.

Das Highlight der Woche wird am Sonnabend serviert: Putengyros mit 7-Korn-Mixreis, Tzatziki und Krautsalat. „Das ist der Renner“, weiß der 54-Jährige. Generell seien die Kollegen aber „dankbare Abnehmer“. Und es seien auch alle immer gerne in Wacken.

Vom Festival selbst bekommen sie allerdings nicht viel mit, schließlich muss nach dem Essen ja auch noch der Abwasch erledigt und die Küche geputzt werden – wie zuhause eben. Danach ist den Köchen nicht mehr nach Feiern zumute. „Wenn die Schicht zu Ende ist, sind wir froh, wenn wir mal die Beine hochlegen können“, sagt Thorsten Maaß. Aber beim Essen ausfahren, können alle mal Festival-Luft schnuppern. „Das sind Highlights, da sind wir mitten drin!“

Alle Infos und Artikel rund um as WOA 2017 finden Sie auf unserer Themenseite shz.de/wacken.

 

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erstellt am 04.Aug.2017 | 09:46 Uhr

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