Wacken Open Air : Der Wettergott muss Metalhead sein

Hübner
Hübner

Veranstalter ziehen eine durchweg positive Bilanz - das Wacken Open Air soll aber nicht weiter wachsen. Für 2012 haben die Scorpions ihr Kommen zugesagt.

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08. August 2011, 10:03 Uhr

Wacken | Schöner, wärmer, besser - so könnte das Fazit des diesjährigen Wacken Open Air in Anlehnung an das Motto "Härter, schneller, lauter" heißen. Kurz bevor das Mega-Event bei schönstem Wetter beendet war, zogen die Veranstalter ein erstes Fazit. Das fiel, was Organisation, Ablauf, Konzerte und Besucher angeht, noch positiver aus als 2010. Allerdings wurde das Festival auch von zwei Todesfällen überschattet.
Holger Hübner, Thomas Jensen und Thomas Hess von der Agentur ICS ("International Concert Service") nahmen bei der Abschluss-Pressekonferenz nicht nur Stellung zu den brennendsten Themen - sie präsentierten auch gleich den Headliner des kommenden Jahres.
Nur gelegentliche Schauer
Hübner gab bekannt, dass 75.000 Metalheads aus aller Welt wieder fast eine Woche lang friedlich gefeiert haben. "Inklusive aller Mitarbeiter, Gäste und der Presse waren 85.870 Teilnehmer auf dem Gelände." Und die konnten sich auch über bestes Wacken-Wetter freuen. Nur gelegentliche Schauer dämpften eine allzu große Staubentwicklung. Holger Hübner mutmaßt schon: "Der Wettergott muss ein Metalhead sein."
Kurz vor und während des Festivals mussten die Veranstalter allerdings den unglücklichen Tod von zwei Besuchern hinnehmen. "Beim ersten Fall handelt es sich um einen Verkehrsunfall, der sehr tragisch war. Wir sind tief getroffen und haben Kontakt zu den Eltern aufgenommen", so Hübner. "Wir werden sie mit unserer Stiftung unterstützen, wollen aber erst einmal abwarten, bis alle wieder zu sich gekommen sind", mahnte er zur Besonnenheit. Über den zweiten Fall konnten die Veranstalter noch keine Angaben machen. Wie berichtet, hatte in der Hauptstraße ein Besucher randaliert, war von Sicherheitskräften gestoppt worden und mit Herz-Kreislaufversagen zusammengebrochen.
Nicht noch größer
Das Gerücht über eine Strafanzeige wegen Lärmbelästigung wehrte Hübner ab: "Es gibt keine Strafanzeige. Vielmehr hat sich ein Anwohner bei den Behörden über die Lautstärke beschwert." Das gebe es jedes Jahr überall, wo Großveranstaltungen stattfinden, und sei ähnlich wie bei Sportplätzen von Vereinen: "Es gibt immer welche, die sich wehren." Jensen erläuterte: "Es gibt einen Einspruch gegen unsere Genehmigungsverfügung. Wir werden mit den Leuten reden und sehen, was wir machen können.", Er war sich aber sicher: "Wir werden eine Lösung finden."
Die Frage, ob sich das Festival noch vergrößern werde, verneinten beide. Thomas Hess erklärte die Tatsache, dass bei gleich bleibender Besucherzahl wieder mehr Flächen gepachtet werden mussten, mit dem veränderten Anreiseverhalten. "In diesem Jahr kamen 800 Reisebusse weniger als sonst. Das schlägt sich auf die Zahl der Autos nieder. Deswegen mussten wir Flächen hinzunehmen, die nicht so geplant waren. Wir werden recherchieren, warum das so war." Durch das bewährte Verkehrskonzept konnten Staus außer bei Baustellen auf der A23 aber vermieden werden.
Scorpions kommen 2012
Durch eine verbesserte Stromversorgung sparten die Veranstalter 60 Stromaggregate ein, wodurch weniger Energie produziert werden musste. Einen großen Dank sprachen die Veranstalter den Fans aus, die sich sehr ordentlich betragen hätten. Eine Verteuerung des Ticketpreises werde es nicht geben, so Hübner.
Bei so viel guten Nachrichten fiel ihnen der letzte Programmpunkt am leichtesten. Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker kam persönlich vorbei und warb für 2012. "Metal ist eine Lebensphilosophie. Wir werden eine auf Wacken zugeschnittene Special-Show machen." Vielleicht, so war heraus zu hören, werde es dann auch eine Wacken-Hymne von den Scorpions geben.
Ein dickes Dankeschön von Hübner gab es gestern noch für alle Bewohner von Wacken, Gribbohm, Holstenniendorf, Besdorf, Bokelrehm, Bokhorst, Nienbüttel und Agethorst. "Die Anwohner haben alle Metalfans und uns mit ihrer einzigartigen herzlichen Gastfreundschaft aufgenommen und auch unsere Aktion mit der Beflaggung ihrer Gemeinde gerne angenommen. Über diese Unterstützung und Identifikation mit eurem und unserem Festival freuen wir uns sehr."
(shz)

Nächstes Wacken Open Air
Donnerstag bis Sonntag, 2. bis 4. August 2012, unter anderem mit Scorpions, Gamma Ray, Cradle of Filth, Hammer Fall, Amon Amarth, Ministry, und U.D.O.

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