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Metal-Festival: Wacken Open Air

20. August 2017 | 04:49 Uhr

WOA 2014 : Auch die Helfer lieben Wacken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

450 Rettungskräfte aus ganz Deutschland sind beim WOA im Einsatz. Insgesamt leisten sie 14.000 Dienststunden ab – ehrenamtlich.

Wacken | Mit großen Augen folgen die drei Mitglieder des Landesverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Nils Bade durch den Bühnenbereich des Wacken Open Air. Bade ist ebenfalls vom DRK und Einsatzleiter aller Rettungskräfte während des Metal-Festivals. Er führt Präsident Henning Kramer, Vize-Präsidentin Frauke Tengler und Vorstand Thorsten Geerdts über das Gelände. Während sich die Besucher wegen des Lärms aus den Lautsprechern die Ohrstöpsel einsetzen, führt Nils sie zu einem weißen Zelt gleich neben einer der beiden großen Bühnen, der True Metal Stage. Hier sind 35 Sanitäter, Ärzte und andere Helfer dafür zuständig, verletzte oder dehydrierte Menschen direkt aus der Menge zu holen. „Wir sind hier mitten im Geschehen. Das finden unsere Helfer sehr spannend. Sie arbeiten gerne hier“, erzählt Nils Bade. Der Abschnittsleiter Jack Römig ergänzt: „Das ist ein super Zusammengehörigkeitsgefühl – wie Klassenfahrt, nur besser.“

Während des Festivals sind rund 450 Rettungskräfte aus ganz Deutschland im Einsatz, die zusammen 14.000 Dienststunden ableisten – ehrenamtlich. Helfer zu finden ist nicht weiter schwierig, denn der Andrang ist groß: „Dieses Jahr hatte ich 850 Anfragen auf die 450 Stellen“, erzählt Nils Bade. Es kämen nicht alle unbedingt wegen der Musik. Wacken biete viele Möglichkeiten, das erlernte Wissen einzusetzen, dazu käme noch das familiäre Miteinander unter den Helfern. Außerdem schätzen die ehrenamtlichen Helfer die gute Organisation – „bei keinem anderen Festival gibt es eine eigene Kantine nur für die Sanitäter und Ärzte.“

Etwa 3500 Einsätze haben die Helfer während des Festivals, das reicht von der Behandlung einer Blase am Fuß bis zu der Versorgung nach Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Bade: „Wacken ist das Festival mit dem höchsten Altersdurchschnitt.“ Neben den Besuchern des Open Air kommen auch die Dorfbewohner zur Behandlung zu den Sanitätern. „Der Hausarzt schließt mittlerweile während des Festivals seine Praxis“, so Bade.

Henning Kramer, Frauke Tengler und Thorsten Geerdts zeigten sich beeindruckt von dem Engagement der Helfer, von denen einige zwei Wochen ihres Urlaubs für das Festival opfern. Das DRK ist in diesem Jahr zum 25. Mal bei Wacken im Einsatz, seit zehn Jahren ist der Ortsverein Kaltenkirchen für die Organisation zuständig. „Das wäre hier ohne das DRK ja alles gar nicht möglich“, staunt Frauke Tengler – ist dann aber doch ganz froh, aus dem Lärm im Bühnenbereich herauszukommen und sich mit einem Schluck Wasser zu erfrischen. 20 Prozent mehr Einsätze verzeichnet Einsatzleiter Bade in diesem Jahr, wegen der Hitze, wie er sagt. „Die Leute meinen, sie würden genug trinken. Aber Alkohol und Kaffee entziehen dem Körper Flüssigkeit, das bedeutet einiges an Arbeit für uns.“ Diese Arbeit täten die Männer und Frauen aber gerne. „Es ist für sie ein Privileg, auf Wacken zu arbeiten.“

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erstellt am 02.Aug.2014 | 15:49 Uhr

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