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Debüt-Konzert in Bargteheide : Tim Linde überzeugt nicht nur als Musiker

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Von Anfang an stimmte die Chemie zwischen Linde und dem Publikum in Bargteheide. Dort gab Tim Linde sein erstes Konzert. Aber er sang nicht nur seine Lieder.

Wie ein Tiger im Käfig wanderte Tim Linde im Backstagebereich des Kleinen Theaters Bargteheide auf und ab. „Ist es richtig schön voll?“, fragte er. „Wir sind sowas von bereit – wie spät ist es? Oh, noch fünf Minuten. Ich will da jetzt raus“, fügte er direkt an. Gemeinsam mit seinen Mitmusikern und den drei Backgroundsängerinnen wurde in der Umkleide einen Stock über der Bühne noch schnell ein Kreis gebildet, sich eingeschworen und dann ging es los.

Knapp über 300 Leute waren in den damit quasi ausverkauften, schmucken Saal des Bargteheider Theaters gekommen. Sie alle hatten die exklusiven Karten über die Aktion des sh:z erhalten und waren aus ganz Norddeutschland angereist, um Tim Linde das erste Mal seit seinem Überraschungshit „Wasser unterm Kiel“ mit Band live zu erleben.

Die Musiker betraten zunächst ohne den Protagonisten unter großem Applaus die Bühne und spielten ein kurzes Intro, bevor Linde selbst unter dem Jubel des Publikums seine Gitarre umschnallte und direkt mit „Eindruck schinden“ loslegte, der zweiten Single von seinem vor einer Woche erschienen Album „Menschenverstand“.

Die ersten Minuten in einem Konzert sind oft schon sehr entscheidend, um beurteilen zu können, in welche Richtung ein Abend tendieren kann. In Bargteheide war es an diesem Freitag keine Frage – die Chemie stimmte nicht nur in Lindes Band, sondern auch zwischen ihm und seinen Fans. Selten ist bei einem Debüt-Konzert die Stimmung vom ersten Titel an so gut. Hatte man kurz vor dem Beginn hier und da gehört, dass manche Zuhörer nicht nur gespannt, sondern durchaus auch etwas skeptisch waren, wie die Titel vom Album mit Liveband funktionieren würden, waren diese Zweifel direkt nach den ersten Takten wie weggeblasen. Davon, dass der Songschreiber und die Band sich in dieser Formation erst seit vier Wochen kennen, war nichts zu merken. Alles wirkte perfekt eingespielt.

Linde selbst packten die Euphorie und das Adrenalin. Immer wieder rannte er mit der Gitarre von der linken zur rechten Bühneseite, animierte das Publikum erfolgreich zum Mitmachen und entpuppte sich zur Freude der Anwesenden in den Moderationen auch noch als Entertainer. „Wenn euer Kind mit sowas vom Kiefernorthopäden nach Hause kommt, wisst ihr, dass es verloren hat“, sagte er zum Beispiel, als er sich vor „Wasser unterm Kiel“ das Haltegestell für die Mundharmonika umschnallte. In weiteren Moderationen erzählte er von den Geschichten hinter seinen zum Teil nachdenklichen Texten und reicherte so den Abend mit Anekdoten an. Musikalisch lief alles fast schon verwunderlich rund. „Ich muss mich einfach bei dieser tollen Band bedanken. Ohne diese Profis wäre das alles nicht möglich. Michael Krüger am Bass ist ja sogar der, der an dem allen hier Schuld ist“, sagte Linde.

Krüger war es, der mit dem Sänger ins Studio gegangen war, um das eigentlich nur für eine Taufe geschriebene „Wasser unterm Kiel“ professionell aufzunehmen. Ab diesem Punkt hatte die gesamte Geschichte Fahrt aufgenommen. „Wäre ich zu einer Wahrsagerin gegangen auf dem Herbstdom im vergangenen Jahr und die hätte gesagt, ein Plattenvertrag stehe vor der Tür, hätte ich geantwortet: Ja, das kann ich mir natürlich vorstellen, aber ich hatte auch schon fünf Bier.“

Im hinteren Bereich des Saals stand sein sichtlich stolzer Produzent Rene Münzer. „Tim macht es wirklich großartig. Es passt alles. Ich bin begeistert. Danke auch an den sh:z, dass ihr das hier alles mitmacht“, so Münzer. Die Energie vom Publikum schwappte immer wieder auf die Bühne und umgekehrt. Deutlich war so zu erkennen, wie viel Spaß die gesamte Band hatte, die sich nach dem Gig selbst erstaunt zeigte, welche Entertainerqualitäten Linde auf der Bühne unter Beweis gestellt hatte. „Wir kannten das ja auch noch nicht so in dieser Form und wussten nicht, wie es im Ernstfall laufen wird. So ein Talent hat man oder man hat es nicht. Es war wirklich besonders und ein großer Spaß“, sagte Schlagzeuger Lars Watermann nach dem Auftritt.

Nach der Zugabe „Schlaflied“ gab Linde noch lange Autogramme im Foyer und beantwortete Fragen neugieriger Fans, während sein CD- und T-Shirtstand von neu gewonnenen Anhängern umlagert wurde. Insgesamt eine mehr als gelungene Premiere für das gesamte Team auf und hinter der Bühne, das nun zu Recht davon träumt, eventuell gemeinsam auf größere Tour gehen zu können.

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erstellt am 08.11.2014 | 15:00 Uhr

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