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Von wilden Kerlen zu wilden Tieren

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erstellt am 10.Mai.2013 | 01:14 Uhr

neumünster | Dieser Name lässt die Fantasie blühen: "Wilde Kerle, die mit Steinen werfen" übersetzen die Experten das slawische Wort Faldera. Das steht heute für Neumünsters westlichsten Stadtteil, den Ausgangspunkt dieser Tour. Aber keine Bange, die gut 65 Kilometer lange Strecke durch Neumünsters südliches Umland führt abseits der großen Straßen durch friedliche Auen und Wälder. Allerdings liegen die Attraktionen an der Strecke mitunter nur einen Steinwurf voneinander entfernt . . .

Schon vom Start weg gibts was zu gucken. Wer am Ende der Flensburger Straße (gute Parkmöglichkeit) nach rechts dem Uferweg der Schwale folgt, kommt nach wenigen 100 Metern zur Wittorfer Burg. Mit ein bisschen Fantasie lässt sich hier noch heute im Zipfel zwischen dem Zusammenfluss von Stör und Schwale der Ringwall der sächsischen Burganlage erkennen. Eine Infotafel an der neuen Schutzhütte vermittelt, wie die Anlage einmal ausgesehen hat und erklärt die Bedeutung der Burg für Neumünster.

Von hier ab gehts ein gutes Stück auf dem historischen Ochsenweg über Padenstedt bis zum Flecken Vierkamp: einfach den grünen Schildchen mit dem stilisierten Planwagen und dem Fass folgen. Familien mit kleinen Kindern werden in Padenstedt allerdings kaum um einen kleinen Abstecher herumkommen: Nur knapp zwei Kilometer von der Route entfernt lockt der Pony-Park Padenstedt.

Am Flecken Vierkamp trennt sich der Ochsenweg vom Radweg nach Großenaspe (7,8 km). Radler müssen sich entscheiden: Die schönere Strecke (Ochsenweg) führt auf traumhaften Eichenalleen durchs Moor über Hardebek nach Großenaspe. Diese Schleife ist allerdings gut drei Kilometer länger.

In Großenaspe selbst ist vor allem die eindrucksvolle achteckige Katharinenkirche immer wieder einen Besuch wert. Wer wiederkehren möchte, um sich alles noch einmal in Ruhe anzuschauen: In der Katharinenkirche werden im Sommer regelmäßig Orgelkonzerte gegeben. Der Radweg führt weiter an Schule und Kindergarten vorbei wieder aus dem Ort hinaus direkt zum Ketelvierth hinauf. Der kleine Abstecher auf den Aussichtsturm lohnt selbst bei diesigem Wetter. Wer die 70 Stufen auf die Plattform geschafft hat, wird mit einer eindrucksvollen Aussicht über die Holsteinische Auenlandschaft belohnt.

Zurück auf dem Drahtesel führt der Weg jetzt direkt in das Halloher Gehege hinein. Biegt man vor dem Wald rechts ab, kommt man nach gut zwei Kilometern "von hinten" an den Wildpark Eekholt, der bei jedem Wetter einen Besuch wert ist.

Wer stattdessen geradeaus ins Halloher Gehege strampelt - immer am Bundeswehrgelände entlang - kommt nach knapp drei Kilometern an eine Waldkreuzung und hat erneut die Wahl: Der Weg links führt nach Boostedt und empfiehlt sich für alle, die die Tour abkürzen wollen - es ist von hier aus der kürzeste Rückweg nach Neumünster. Vielleicht mit einer kurzen Rast am Wetterradarturm auf dem Schwienhagen.

Der Weg rechts führt über das sehenswerte Gestüt Halloh nach Heidmühlen. Wer es bis hierhin geschafft hat, hat sich eine Kaffeepause im historischen Gasthof Klint verdient. Frisch gestärkt fährt man am besten vom Gasthof aus 200 Meter weiter bis zur Straße, die rechts nach Hartenholm führt. Wer stattdessen links zurück Richtung Heidmühlen und gleich darauf wieder rechts abbiegt, stößt auf den gut ausgeschilderten Radweg, der über Schönmoor schnurstracks nach Rickling zuführt. Für alle, die schon wieder durstig sind oder ein Faible für feinen Biergenuss haben, bietet sich ein Besuch in der Landbrauerei Rickling an.

Hinter der Gaststätte führt ein Asphaltweg weiter über die Schnellstraße B 205 zum Gut Kuhlen. Hält man sich immer schön rechts am Waldrand, steht man nach sechs Kilometern vor dem Haupttor zum Erlebniswald Trappenkamp, der mit großzügigen Gehegen, Spiel und Sportanlagen eigentlich allein einen Tagesausflug wert ist.

Um von Trappenkamp wieder die Kurve nach Neumünster zu bekommen - gut 40 Kilometer sind bereits geschafft - radelt man am besten durch die Gärtnersiedlung. Warum die so heißt, lässt sich rechts und links des Weges leicht erkennen. An der ersten Kreuzung links abbiegen, von hier aus bequem dem ausgeschilderten Radweg Richtung Groß Kummerfeld folgen. Der Weg führt über Gönnebek und Willingrade durch tolle Knickalleen nach Groß Kummerfeld.

Wen langsam der Sattel drückt, der strampelt von hier aus geradeaus weiter, noch gut sechs Kilometer sind es bis zur Stadtgrenze von Neumünster. Allen anderen sei noch eine Schleife über Kleinkummerfeld und Kleinkummerfeld-Bahnhof empfohlen. In dem stillgelegten Bahnhof sind heute die Eisenbahnfreunde Mittelholstein zuhause, die hier ein kleines, aber feines Eisenbahnmuseum betreiben. Wer sich hinter dem Bahnhof rechts hält, radelt durch den Staatsforst direkt auf Neumünsters Stadtteil Gadeland zu. Einheimische können sich von hier aus auf zahlreichen Nebenstrecken teils entlang der Stör wieder nach Faldera schleichen. Wer sich in Neumünster nicht so gut auskennt, radelt einfach aufs Zentrum zu: Am Alten Rathaus trifft man wieder auf den Ochsenweg: Einfach den Schildern vom Morgen ein Stück Richtung Hamburg folgen, dann kommt man wieder zur Wittorfer Burg.

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