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17. Dezember 2017 | 20:51 Uhr

Die Elbe immer fest im Blick

vom

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Herzogtum Lauenburg | 840 Kilometer weit immer an der Elbe entlang. Das ist Deutschlands beliebtester Radweg. Der Elberadweg. In Schleswig-Holstein führt er von Lauenburg über Glüsing, Schnakenbek, Tesperhude, Krümmel und Geesthacht bis zur Landesgrenze nach Hamburg-Altengamme. "Auf dem Elberadweg und entlang einiger Routen, die ins Hinterland abzweigen, gibt es jede Menge zu entdecken", sagt Lena Ebbert, Tourismusmanagerin der Herzogtum Lauenburg Marketing- und Service-Gesellschaft (HLMS) in Geesthacht.

Ein idealer Ausgangspunkt für die Radtour entlang des Elbufers ist die Palmschleuse in Lauenburg. Autofahrer können hier gut parken und dann starten. Schon der Startpunkt hat es in sich: Die Palmschleuse gilt als eine der ältesten Kammerschleusen Europas. 1398 wurde sie am Stecknitzkanal errichtet. Gleich nebenan wird gerade ein Motorenmuseum in einem historischen Elektrizitätswerk gebaut. Manchmal hat man Glück, und kann den Enthusiasten, die hier werkeln, über die Schulter schauen. Vorbei an der modernen Schleuse, die an der Hafenstraße für den Schiffsverkehr die Einfahrt in den Elbe-Lübeck-Kanal bildet, geht es in die Altstadt von Lauenburg.

Beidseits der Elbstraße reihen sich hier bis zu 400 Jahre alte schmucke Fachwerkhäuser aneinander, es gibt ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot. Durch kleine Gassen fällt der Blick aus der malerischen Elbstraße ab und zu auf die Elbe. Wer Glück hat, kann sogar auf der Hitzler-Werft zusehen, wie ein neuer Eisbrecher oder ein moderner Doppelhüllentanker vom Stapel läuft.

Wer die Stadt am anderen Ende weiter elbabwärts verlässt, scheint in eine Urwaldlandschaft einzutauchen. Sandige Hänge, mächtige Baumwurzeln und sprudelnde Quellen gibt es hier zu sehen. Aber aufgepasst: Dieses Stück des Weges unterhalb des Lauenburger Sportplatzes ist schwer zu befahren. Alternativ geht es von der Elbstraße die Neustadt rauf in die Grünstraße, weiter entlang an der Bundesstraße 5 bis zum Elbkamp und dort in den Wald. Als alternative Strecke kann man auch den "Kuhgrund" erklimmen und dort am Sportplatz vorbei in den Elbkamp fahren. Wer noch ein Stück weiter an der B 5 fährt, kommt zum "Forsthaus Glüsing", kann hier Rast einlegen und dann dahinter ins Tal direkt zur Elbe runter radeln.

Als nächste Station wird die alte Querungsstelle der Elbe erreicht, der so genannte Sandkrug in Schnakenbek. Hier verlief früher einer der wichtigsten Handelswege, die Alte Salzstraße. Salz, das aus Lüneburg nach Lübeck transportiert wurde, musste hier über den etwa 300 Meter breiten Fluss gebracht werden. "Heute hat der Biber die Umgebung für sich entdeckt, überall kann man hier seine Spuren sehen", weiß Lena Ebbert. Entlang des ausgeschilderten Biberpfads kann man die Fährte des Nagers aus nächster Nähe entdecken. Die typischen Fraßspuren an den Bäumen zeugen von seinen Aktivitäten. Übrigens: Der Biber fällt die Bäume, um an frische Triebe und Blätter zu gelangen. Direkt unten am Elbufer ist der Weg unbefestigt und eher für sportlich ambitionierte Radfahrer geeignet. Wer aber vom Sandkrug die Alte Salzstraße hinauf fährt, kann oben an der Sandkrughof-Akademie nach Westen abbiegen und einen der vielen gut ausgebauten Waldwege nutzen. Das Naturschutzgebiet "Hohes Elbufer" ist hier Programm, der Blick reicht vom Geesthang bis weit über die Elbe nach Niedersachsen. Endpunkt des Waldweges und des unbefestigten Uferweges ist Tesperhude. Wer mag, kann hier rustikal auf dem Campingplatz zelten oder in einem der Hotels mit Elbblick übernachten. Im "Elbkantinchen" am Strandweg gibt es kleine Mahlzeiten für die ganze Familie und im "Café Koch" an der Tesperhuder Straße leckere Torten.

Direkt an der Elbe verläuft der gut ausgebaute Radweg dann von Tesperhude weiter gen Westen und macht seinem Namen Elberadweg alle Ehre. Der Ort Krümmel wird passiert, das abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel und Norddeutschlands einziges Pumpspeicherwerk befinden sich hier. Durch die drei dicken grünen Rohre, die die Elbe mit einem künstlich angelegten Speichersee auf dem 96 Meter höheren Geesthang verbinden, könnten theoretisch Autos fahren, so groß sind sie. Der Speichersee lohnt allemal als Ausflugsziel. Über eine steile Treppe und einen Waldweg ist er per Fußmarsch zu erreichen. Ein Aussichtsturm auf dem Deich des 1958 angelegten Sees verspricht einen grandiosen Weitblick und entlohnt für den mühsamen Aufstieg.

Weiter elbabwärts wird dann bald die Stadt Geesthacht erreicht. Unter dem Motto "Geesthacht an die Elbe" wurde hier in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um die besondere Lage am Fluss erlebbarer zu gestalten und Teile des alten Stadtkerns zu sanieren. Die Schleuse, die Elbbrücke rüber nach Niedersachsen mit dem Stauwehr und Europas größte Fischtreppe unterhalb der Elbbrücke (Bundesstraße 404) sind auf jeden Fall einen Zwischenstopp wert. Das gilt auch für das Freizeitbad an der Elbuferstraße. Besonders lässig ist es, im Beachclub an der Werftstraße eine Pause bei einem kühlen Bier oder einem erfrischenden Eis einzulegen. Vom Elbe-Radweg sind es auch nur wenige Minuten mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Die 1685 erbaute St.-Salvatoris-Kirche, der große Spielplatz im Hachede-Park an der Bergedorfer Straße, das Heimatmuseum im Krügerschen Haus mit interessanten Sonderausstellungen (Bergedorfer Straße 28) und die Einkaufsstraße mit Geschäften und Cafés sind Ziele.

"Um zum geparkten Auto nach Lauenburg zurück zu kehren, gibt es verschiedene Wege", sagt Lena Ebbert. Am niedersächsischen Elbdeich entlang kann man den Blick auf den südlichsten Teil des Landes Schleswig-Holstein noch einmal in voller Pracht genießen, man kann eines der Ausflugsschiffe oder einen Bus nutzen - oder die Fahrt per Rad noch einfach weiter elbabwärts fortsetzen. Denn vor den Toren Geesthachts beginnt schon das Hamburger Stadtgebiet mit uneingeschränkten weiteren Möglichkeiten. Und wer noch Lust auf etwas Strandatmosphäre hat, dem sei der feine Sandstrand unterhalb der Gee sthachter Elbbrücke empfohlen.

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