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Stiftung Naturschutz : „Unser Kernauftrag ist eine grüne Infrastruktur“

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Die Stiftung Naturschutz engagiert sich seit 1978 für Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Konkurrenz zur Landwirtschaft um Flächen wächst.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 13:43 Uhr

Molfsee | „Unser Kernauftrag ist es, in Schleswig-Holstein eine grüne Infrastruktur aufzubauen.“ Kurz und knapp umreißt Stiftungs-Geschäftsführer Walter Hemmerling mit diesen Worten die Aufgabe der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die 1978 gegründet wurde und bereits einen großen Teil des Auftrags umsetzen konnte.

Rund 34.000 Hektar Fläche wurden bislang ins sogenannte Stiftungsland überführt. Eingebunden sind diese Flächen und Regionen in ein landesweites Biotopenverbundsystem, von denen viele auch als Natura 2000-Gebiete europaweit geschützt sind.

Viele Stiftungsprojekte sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Errichtung von Wanderwegen, Besucherinformationssystemen, Beobachtungstürmen oder Naturerlebniseinrichtungen sind zum eigenen Element der Stiftungsarbeit geworden. Hemmerling betont, dass es der Stiftung wichtig sei, den Menschen Erlebnisse mit der Natur zu verschaffen. „Aus diesem Grund haben wir beispielsweise auch einen Wildcampingplatz im Eidertal bei Bordesholm eingerichtet.“ Weitere sollen in den nächsten Jahren folgen.

Als regionales Zentrum oder auch als Stiftungs-Schwerpunkt kann die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge-Niederung gelten, auf deren Flächen die ersten Naturschutzprojekte unter Führung und auf Initiative der Stiftung bereits in den 1970er Jahren organisiert wurden. Und wo anfänglich der neuen Naturschutzorganisation noch Misstrauen entgegenschlug, wandelte sich dies im Laufe der Jahrzehnte in ein gutes Miteinander mit Landwirten, Kommunen und den Menschen im Land überhaupt.

Tatsächlich geht es vor allem um den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Bewahrung, beziehungsweise Wiederherstellung der landschaftlichen Schönheit. Es geht aber auch um den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten, die bisweilen im Land nur noch an ganz wenigen und häufig isolierten Standorten zu finden sind.

Zunehmend herausfordernd wird es jedoch, neue Flächen dem Naturschutz widmen zu können. „Wir befinden uns in Konkurrenz zur Landwirtschaft, die insbesondere durch den Wandel hin zu erneuerbaren Energieformen einen wachsenden Flächenbedarf hat“, erklärt Hemmerling.

Rund 400 Hektar Land kauft die Stiftung pro Jahr an, inzwischen sind dies überwiegend Moorparzellen. Der Wald ist aber ebenfalls ein großes Thema für die Naturschützer in Molfsee. Die Stiftung setzt dabei vor allem auf die Neuanlage und Pflege von Naturwald. Tatsächlich ist Schleswig-Holstein das waldärmste Bundesland der Republik und das vor Jahrzehnten postulierte Ziel, den Waldanteil von jetzt elf auf 15 Prozent zu erhöhen, scheint trotz vielfältiger Initiativen noch immer in weiter Ferne zu liegen.

Mit Recht hält Walter Hemmerling jedoch das wachsende Interesse der Menschen an Natur und Naturschutz für sehr erfreulich. Dies könne man auch an der Gründung privater Stiftungen oder Trägervereine sehen, die sich den Naturschutz zur Aufgabe gewählt haben. „Die Zahl von Naturschutzprojekten ist stetig im Steigen begriffen und das Interesse der Menschen daran ebenfalls“, sagt Hemmerling. „Wir können nicht unzufrieden sein.“

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