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Wir schenken Hilfe : „Kooperation verlangt Vertrauen“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Interview spricht Michael Haukohl über seine Motivation sich an dem Schulprojekt „Webitur“ zu beteiligen.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 14:54 Uhr

Herr Haukohl, was hat Sie veranlasst, sich mit Ihrer Stiftung an dem Schulprojekt Webitur zu beteiligen?
Das überzeugende Konzept des Projektträgers, des Vereins Sicherheit im Internet, und die große Nachfrage bei den Schulen. 21 nehmen teil, das heißt, dass bis auf ein Gymnasium alle weiterführenden Lübecker Schulen mit fast 4500 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 7 bis 9 dabei sind.

Neben Ihrer Stiftung engagieren sich die Possehl-Stiftung und die Gemeinnützige Stiftung der Sparkasse an Webitur. Wie kam es zur Kooperation?
Die Idee zu dem Projekt Webitur kam von dem Lübecker Versicherungskontor Martens & Prahl, dessen Netzwerk bei einer Sicherheitsüberprüfung problemlos von dem Projektträger „Sicherheit im Internet“ gehackt worden war. Dies veranlasste Martens & Prahl, die drei Stiftungen anzusprechen, die sofort ihre Beteiligung zugesagt haben. Bei dem Projekt handelt es sich also um eine Kooperation aus einem privaten Wirtschaftsunternehmen und drei gemeinnützigen Lübecker Stiftungen.

Halten Sie Kooperationen im Stiftungsbereich grundsätzlich für wünschenswert?
Ja! Es müssen aber mehrere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation gegeben sein. Die wichtigste Voraussetzung ist das gegenseitige Vertrauen. Dafür ein Beispiel: Acht Lübecker Stiftungen haben vor sechs Jahren den Lübecker Bildungsfonds gegründet. Das einzige schriftliche Dokument dazu – eine gemeinsame Absichtserklärung – passt auf eine DIN-A4-Seite. Das Förderaufkommen der acht Stiftungen in 2014 beträgt 1,65 Mio Euro.

Die Rendite-Entwicklung auf dem Finanzmarkt bereitet insbesondere kleineren Stiftungen Kummer. Deren Möglichkeiten, operativ tätig zu sein, sinken. Könnte man dieser Situation nicht durch Kooperationen begegnen?
Das Problem der kleinen Stiftungen ist nicht erst seit der ungünstigen Renditeentwicklung virulent. Das Kapital einer rechtsfähigen Stiftung sollte bei Gründung mindestens eine Million Euro betragen, damit nach Abzug von Kosten und der für den Inflationsausgleich notwendigen Zuführung zur freien Rücklage etwa 20 000 Euro pro Jahr ausgeschüttet werden können. Leider haben 30 Prozent aller Stiftungen ein Stiftungskapital von weniger als 100 000 Euro. Mit einem Ausschüttungsvolumen von 2000 Euro wird es sehr schwer, dauerhaft sinnvolle Stiftungsarbeit zu leisten. Hinzu kommt, dass kleine Stiftungen große Probleme haben, Nachfolger für ausgeschiedene Mitglieder ihrer Stiftungsorgane zu finden. Allerdings sind Stiftungskooperationen nur eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Alternativen sind unter anderem die Zusammenlegung von Stiftungen und als ultima ratio die Auflösung nicht lebensfähiger Stiftungen.

In welchem Bereich könnten Sie sich weitere Kooperationen vorstellen?
Die Michael-Haukohl-Stiftung ist bereit, mit jeder Stiftung, vorzugsweise mit Sitz in Lübeck, zu kooperieren, wenn der Kooperationspartner die gleichen Ziele verfolgt, die Chemie stimmt und eine belastbare Vertrauensbasis besteht.

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