Stiftungen in Schleswig-Holstein : Einmal stiften, immer fördern

Andreas von Gropper wünscht sich weitere Stifter in Ratzeburg.
Andreas von Gropper wünscht sich weitere Stifter in Ratzeburg.

Die Bürgerstiftung Ratzeburg widmet sich nicht nur der finanziellen Förderung und Organisation von Jugendprojekten.

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08. November 2013, 06:00 Uhr

Sie heißen Farbklecks, Gleis 21, Mentor oder auch schulübergreifende Projektwoche. Dahinter verbergen sich Projekte für Kinder und Jugendliche, die von der Bürgerstiftung Ratzeburg nicht nur finanziell gefördert werden, sondern häufig auch von ihr angeregt und organisiert worden sind.

Beispielsweise Mentor. Dahinter steckt ein Förderprojekt, mit dem die Lese-, Sprach- und Sprechkompetenz junger Menschen verbessert werden soll. Tatsächlich steht es häufig damit nicht zum Besten. Was ist die Folge? Schlechtere Chancen auf eine Berufsausbildung, geringere Qualifikationsmöglichkeiten und Gefahr der gesellschaftlichen Ausgrenzung. Dieser Entwicklung steuert die Bürgerstiftung Ratzeburg entgegen, in dem sie durch das Projekt Mentor Freude am Lesen wecken und neugierig auf Bücher machen will. Ein Mentor ergänzt dabei in ehrenamtlicher Funktion den Deutschunterricht, will diesen aber natürlich nicht ersetzen und ist auch nicht als Nachhilfelehrer zu verstehen. Eine Vielzahl junger Menschen konnte durch dieses Projekt gefördert werden.

Die Bürgerstiftung Ratzeburg begeht 2013 ihren zehnten Geburtstag und gehört damit zu den ältesten in Deutschland. Ihre Gründung wurde vor allem von dem prominenten Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer inspiriert. Vor zehn Jahren war es schließlich der Ratzeburger Tierarzt Dr. Fritz Bahrs, der zusammen mit einigen Mitstreitern diese dem Gemeinwohl verpflichtete Institution gegründet hat. Das damals von Bürgern aufgebrachte Stiftungskapital von gut 100 000 Euro ist inzwischen auf mehr als das siebeneinhalbfache angestiegen. Von dessen Erträgen können eine Vielzahl von Projekten gefördert werden. Rund 100 Stifterpersönlichkeiten haben sich mittlerweile zusammengefunden und Kapital beigesteuert.

Geschäftsführer Andreas von Gropper würde sich weitere Zustiftungen wünschen. „Der Bedarf an finanzieller Unterstützung für Kinder- und Jugendprojekte wächst stetig. Und wo staatliche Hilfe nicht greift oder ausgelaufen ist, da wollen wir tätig werden, um der jüngeren Generation gute Zukunftsperspektiven zu ermöglichen,“ erklärt von Gropper.

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