Klima-Botschafter : „Die Energiewende ist sehr bedeutend“

Wolfgang Henze sprach mit Juliane Rumpf über die Aufgaben von Stiftung und Botschafter.

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04. März 2014, 06:18 Uhr

Klimaforscher Professor Mojib Latif, Abenteurer Arved Fuchs, Direktor Tim Scherer von den schleswig-holsteinischen Landesforsten und Ex-Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf eint, dass sie sich als Botschafter für die Stiftung Klimawald engagieren. Wolfgang Henze sprach mit Juliane Rumpf über die Aufgaben von Stiftung und Botschafter.

Was ist die Aufgabe der „Klimawald-Botschafter“?
Die Botschafter treffen sich regelmäßig, vor allem um neue Ideen zu entwickeln wie die Klimawälder ausgebaut werden können. Auch geht es darum, neue Unterstützer für die Stiftung zu gewinnen und öffentlichkeitswirksam auf die Arbeit der Stiftung aufmerksam zu machen.

Was bringen Sie ganz persönlich ein?
Die Verbindung zur und das Verständnis für die Landwirtschaft. Schleswig-Holstein ist ein wichtiges Agrarland und zugleich das waldärmste Bundesland, das hat mich schon als Landwirtschafts- und Umweltministerin berührt. Jetzt nutze ich meine Erfahrungen und Verbindungen, um meinen Beitrag zu leisten, damit im Einklang mit der Landwirtschaft mehr Wald entstehen kann.

Hätten die Landesregierungen in Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr tun können, um zusätzliche Waldflächen bereitzustellen?

Ich habe als Ministerin etliche berechtigte Beschwerden zum Waldmangel gehört. Das Problem war und ist aber die angespannte Situation aller öffentlichen Haushalte. Die lässt zurzeit kein größeres finanzielles Engagement zu, um neue Wälder aufzuforsten. Umso wichtiger sind private Initiativen wie die Stiftung Klimawald, der Kinderherzwald oder auch die Initiative des Holzspielzeugherstellers Gollnest und Kiesel aus Güster.

Wo liegen denn die größten Probleme für die Stiftung Klimawald zurzeit?
Die Akteure sind alle sehr aktiv, und auch kleine Spenden helfen. Das Problem ist aber die begrenzte Verfügbarkeit von Flächen. Es ist nicht einfach, kostengünstig an Land zu kommen. Dabei stehen neue Wälder nicht immer in Konkurrenz zur Landwirtschaft. Die Stiftung pflanzt Wald nämlich auch auf kleinen Flächen und weniger ertragreichen Böden, die für die Landwirte nicht so attraktiv sind.

Sie sind ja selbst studierte Landwirtin. Warum wirken die „Schnittmengen“ zwischen Landwirtschaft und Klima- beziehungsweise Naturschutz so gering?
Das sind sie nicht. Landwirte arbeiten seit jeher nachhaltig, um ihren Betrieb den nachfolgenden Generationen als Lebensgrundlage übergeben zu können. Allerdings muss vielen Beteiligten noch deutlicher werden, dass Klimaschutz für die Landwirtschaft und für die Ernährung der Bevölkerung weltweit ein bedeutendes Thema ist. Diese Bedeutung gilt übrigens auch für die Energiewende, die nicht zurückgedreht werden sollte.

Stifter: Franz Isfort, Alf Jark,

Martin Grikschat

Gründung: 6. September 2010

Sitz: Aukrug

Anschrift: Stiftung Klimawald, Lübsche Trade 4, 24613 Aukrug-Bargfeld

Vorstand: Franz Isfort (Aukrug), Alf Jark (Ehndorf), Martin Grikschat (Münsterdorf)

Zweck: Schaffung neuer Wälder in Deutschland als Bürgerwälder. Kohlenstoffdioxid-Bindung durch Baumwachstum und dadurch Abmilderung des Klimawandels.

Ergänzende Info:

www.stiftung-klimawald.de

Spendenkonto: Sparkasse Hohenwestedt (BLZ 21452030, Kontonummer 140022233)

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