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Buckingham Palast : Prinz Philip geht in den Ruhestand - Sieben Fakten über den Prinzgemahl

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Mit 96 Jahren zieht sich der Prinzgemahl aus der Öffentlichkeit zurück. Wer ist der Mann im Schatten der Queen?

London | Der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II geht mit 96 Jahren in den Ruhestand. Am Mittwochnachmittag hat er seinen letzten offiziellen Termin. Er ist Teilnehmer einer Parade der Königlichen Marine, deren Oberhaupt er seit 1953 ist. Die Veranstaltung vor dem Buckingham Palast in London ist der Abschluss einer Spendenaktion der Wohltätigkeitsorganisation der britischen Seestreitkräfte (Royal Marines Charity).

Dabei ist der Mann, der sich meist im Schatten der Queen aufhält, eher unauffällig. Bekannt ist er vor allem für seinen schwarzen Humor, mit dem er immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Wir haben die wichtigsten sieben Fakten über Prinz Philip zusammengetragen:

Dienstältester

Prinz Philip ist der dienstälteste britische Prinzgemahl. Kein Vorgänger aus den bisherigen Dynastien war so lange im Amt wie er.

<p>Königin Elizabeth II und ihr Mann Prinz Philip winken nach der prunkvollen Krönungszeremonie vom Balkon des Buckingham Palast.</p>

Königin Elizabeth II und ihr Mann Prinz Philip winken nach der prunkvollen Krönungszeremonie vom Balkon des Buckingham Palast.

Foto: dpa

Wurzeln in Schleswig-Holstein

Prinz Philip wurde am 10. Juni 1921 als jüngstes Kind von Prinz Andres von Griechenland und Dänemark und Prinzessin Alice von Battenberg auf Schloss Mon Repos auf der griechischen Insel Korfu geboren. Seine Vorfahren väterlicherseits stammen jedoch aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Schwierige Kindheit

Dass der Prinz aus schwierigen Familienverhältnissen stammt und nie wirklich in einer intakten Familie aufgewachsen ist, wissen die Wenigsten. Die Ehe seiner Eltern war bereits vor seiner Geburt 1921 zerrüttet. Während des Krieges gingen beide Eltern ins Exil. Seine Mutter allerdings nach Paris, sein Vater lebte mit seiner Geliebten in Monte Carlo.                                                                                                                                                                                                    

Während dieser Zeit verschwimmen für seine Mutter Realität und Wahnvorstellungen immer mehr. Ärzte attestieren ihr Schizophrenie. Schließlich lässt ihr Bruder sie in die Psychiatrie einweisen.

Prinz Philip lebt unterdessen bei verschiedenen Verwandten und im Internat. Seine Mutter besucht er hin und wieder im Sanatorium. Erst in den 1960er Jahren zieht sie zum ihm in den Buckingham Palast und stirbt dort. Zu seinem Vater hatte er nur noch brieflichen Kontakt.

<p>Prinz Philip als Baby im Jahr 1922.</p>

Prinz Philip als Baby im Jahr 1922.

Foto: dpa

Humor, den keiner versteht

In der Vergangenheit sorgte der Prinzgemahl immer wieder für Aufsehen. Vor allem im Ausland traf er mit seinen kessen Sprüchen auf wenig Gegenliebe. So erklärte er dem Präsidenten von Nigeria mit dem Verweis auf dessen folkloristische Kleidung: „Sie sehen aus, als wollten Sie gleich ins Bett gehen“. Für einen weiteren medialen Aufschrei sorgte seine Aussage gegenüber Bundeskanzler Helmut Kohl 1997 auf der Hannover Messe. Diesen begrüßte Prinz Philip mit den Worten „Guten Tag, Herr Reichskanzler“. Allerdings führten gerade diese wenig royalen Aussagen dazu, dass sich der 95-Jährige vor allem bei seinen Untertarnen zunehmender Beliebtheit erfreute.

<p>Prinz Philip zu Besuch bei Aboriginals in Cairns (Australien).</p>

Prinz Philip zu Besuch bei Aboriginals in Cairns (Australien).

Foto: dpa

Militärische Karriere

Auch wenn es dem 95-Jährigen heute nicht mehr anzusehen ist, Prinz Philip war in jüngeren Jahren sehr sportlich. Nach seiner Zeit im Internat ging er zum Militär. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der britischen Marine. Für seinen Einsatz in der Schlacht bei Kap Matapan auf dem Schlachtschiff HMS Valiant wurde er für besondere Tapferkeit ausgezeichnet.

<p>Prinz Philip in seiner Funktion als Ehrenoberst des britischen Panzerregiment. </p>

Prinz Philip in seiner Funktion als Ehrenoberst des britischen Panzerregiment.

Foto: dpa

Hobbys

Die Ölmalerei gehört zu den großen Leidenschaften des angehenden Rentners. Prinz Philip malt gerne und hat eine beachtliche Sammlung an Comics zusammengetragen. Zudem hat er bereits Schmuck für seine Gemahlin designt Außerdem beobachtet Prinz Philip gerne Vögel oder geht während der Sommerferien fischen. Bis zu seinem 50. Lebensjahr spielte er noch sehr gerne Polo und stieg danach aufs Kutschenfahren um.

<p>Das Kutschfahren gehört zu Prinz Philips Hobbys.</p>

Das Kutschfahren gehört zu Prinz Philips Hobbys.

Foto: dpa
 

Was hat Prinz Philip in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich geleistet?

Einen nine to five Job hat er natürlich nicht absolviert. Wer nun aber glaubt, Prinz Philip habe nur die süße Seiten des Lebens am Hofe genossen, der irrt. Stolze 22.191 öffentliche Termine nahm er seit 1952 inklusive der heutigen Parade wahr. Hinzu kommen noch die zahlreichen Veranstaltungen mit Elizabeth, mit der er fast 70 Jahre verheiratet ist. Er hielt insgesamt 5496 Reden und unternahm 637 Reisen allein in andere Länder. Die Gesamtzahl seiner Schirmherrschaften gibt der Palast mit 785 an.

Prinz Philip bei einem Empfang 2017 im Buckingham Palace in London.
Prinz Philip bei einem Empfang 2017 im Buckingham Palace in London. Foto: John Stillwell

Bereits im Mai hatte Prinz Philip angekündigt, sich zurückziehen zu wollen. Die 91-jährige Königin bleibt auf dem Thron, gibt aber zunehmend Verpflichtungen an die jüngeren Royals ab. Er behält es sich vor, die Queen gelegentlich bei Terminen zu begleiten. In den vergangenen Jahren litt Philip unter einigen gesundheitlichen Beschwerden, darunter eine Blasenentzündung und Herzprobleme. So musste er wegen einer Infektion im Juni zwei Nächte in einem Londoner Krankenhaus verbringen. Er ist für sein hohes Alter aber rüstig und achtet sehr auf seine Ernährung.

 

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erstellt am 02.Aug.2017 | 13:57 Uhr

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