Interview : "Wir brauchen eine Nationale Küstenwache"

Annemarie Lübcke (62) ist Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz. Foto: shz
Annemarie Lübcke (62) ist Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz. Foto: shz

Fragen an Annemarie Lübcke (62), Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz. Zu dem Verein gehören die 26 Gemeinden und zwei Städte der Nordfriesischen Inseln sowie die Insel Helgoland.

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28. Oktober 2008, 07:42 Uhr

Föhr | Angenommen, die "Pallas" havarierte heute vor Amrum. Wären die Behörden gerüstet?
Sie sind viel besser vorbereitet als 1998, aber noch nicht ausreichend. Im Notfall kann es noch immer zu Kompetenzgerangel kommen.
Warum reicht das zentrale Havariekommando in Cuxhaven nicht aus?
Es fehlt dort eine Person, die entscheiden darf, ob und wann alle zusammen loslegen. Wir brauchen eine Nationale Küstenwache, unter deren Dach die vier Verwaltungen des Bundes auf See zusammengeführt werden: Bundespolizei, Zollverwaltung, Schifffahrtsverwaltung, Fischereiaufsicht. In einem nächsten Schritt wären die Länder in der Pflicht, sich vom polizeilichen Hoheitsdenken dem Bund gegenüber zu befreien.
Welche Fortschritte gab es seit 1998?
Das Havariekommando an sich ist ein Fortschritt. Auch die Sicherheitslage in der Deutschen Bucht ist besser geworden. Ein Nachfolger für den Hochseeschlepper "Ozeanic", der vor Norderney in Bereitschaft liegt, ist in Auftrag gegeben worden.
Mit welchen Forderungen fahren Sie heute nach Cuxhaven, wo Experten über die Sicherheitslage im Schiffsverkehr beraten?
Neben einer einheitlichen Küstenwache fordern wir einen weiteren Hochseeschlepper im nördlichen Bereich der Nordsee. Der kann auch in Dänemark stationiert sein. Die Bundesregierung muss sich darüber nachdrücklicher als bisher mit Dänemark auseinandersetzen.

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