61 Nordlichter freuen sich auf ihr Heimspiel : Lars Apitz mit Chancen auf einen Spitzenplatz

Der Flensburger Klaus Heinrich geht in diesem Jahr mit der Startnummer  357 für den SV Adelby ins Rennen. Foto: npb
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Der Flensburger Klaus Heinrich geht in diesem Jahr mit der Startnummer 357 für den SV Adelby ins Rennen. Foto: npb

Ex-Handballer Rainer Cordes feiert sein Triathlon-Debüt. Und: Sechs "OstseeWomen" aus dem Norden wagen sich an die Herausforderung.

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05. August 2011, 05:36 Uhr

glücksburg | Große Triathlon-Atmosphäre fast direkt vor der Haustür, Freunde und Familie als Fans am Streckenrand - das bietet der OstseeMan-Triathlon auch bei seiner zehnten Auflage allen Ausdauer-Begeisterten, die im Norden zu Hause sind. Wer als schleswig-holsteinischer Triathlet etwas erleben will, kann sich die weite Anreise zu den großen Wettkämpfen im Süden Deutschlands sparen.
Fast jeder Vierte der 582 Einzelstarter, die am Sonntag um 7 Uhr in die Förde stürmen werden, ist in Schleswig-Holstein zu Hause. Wiederum fast die Hälfte dieser 135 Athleten aus dem Land zwischen den Meeren kommt aus dem ganz hohen Norden. Insgesamt 61 Starter aus den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und der Stadt Flensburg wollen in vertrauter Umgebung die gigantische Distanz von 226 km meistern.
"Meine Familie wird mich seelisch unterstützen, ich freue mich auch auf viele Freunde und Bekannte an der Strecke", sagt der Schleswiger Mark Tonn und spricht damit für viele andere "Local Heroes". Wie in den Vorjahren wagen sich einige Debütanten aus der Region, aber auch viele inzwischen zu Langdistanz-Routiniers avancierte Triathleten an die große Ausdauerprüfung an der Förde.
Selbst für die Cracks der Szene bleibt eine IronMan-Distanz immer eine Herausforderung mit vielen Unwägbarkeiten. Eine Panne, ein kleines Wehwehchen, das im Laufe des Wettkampfs zu einem echten Problem wird, oder aber auch die Launen des Wetters können jeden noch so ausgeklügelten Plan schnell durcheinander bringen. So bleibt auch für alle Aktiven aus dem Norden das erfolgreiche "Finishen" immer das oberste Ziel. Je nach Erfahrung und Potenzial variieren jedoch die Ambitionen der Lokalmatadore. Während Langdistanz-Ass Lars Apitz ganz vorn im Feld mitmischen möchte, sind einige OstseeMan-Debütanten auch glücklich, wenn sie den Zielkanal am Kurpark erst bei Sonnenuntergang erreichen.
Als schnellster Mann aus der Region geht Lars Apitz ins Rennen. Der erfahrene Triathlet vom MTV Gelting 08 stellte zuletzt bei der Challenge Aarhus auf der Mitteldistanz (1,0 km - 80 km - 21,1 km) in 4:03:34 Stunden als bester Deutscher und Altersklassensieger der M 40 seine starke Form unter Beweis. Apitz, der als einer der Pioniere der Triathlon-Bewegung nunmehr schon seit einem Vierteljahrhundert erfolgreich aktiv ist, wird im Normalfall wohl als schnellster Schleswig-Holsteiner ins Ziel kommen. Der 42-Jährige hat gute Chancen, damit auch im Gesamtklassement auf einem einstelligen Platz zu landen, wenn er an seine OstseeMan-Bestzeit von 8:53:37 Stunden aus dem Jahr 2007 anknüpfen kann.
Ganz anders dürfte die Erwartungshaltung von Rainer Cordes sein. Der frühere Bundesliga-Handballer und jetzige Coach der dritten Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt wagt sich zum ersten Mal an die große Distanz. Dass er im Wasser, auf dem Rad und in Laufschuhen ausdauernd unterwegs ist, hat der 46-Jährige auf kürzeren Distanzen schon mehrfach erfolgreich bewiesen, die Langdistanz stellt aber auch für ihn eine neue Dimension dar.
Mehr OstseeMan-Erfahrung als alle anderen einheimischen Sportler hat John Witt, der vor seinem siebten Start im Einzel steht. Der für Glücksburg zuständige Stadtrat hat damit so viele erfolgreiche OstseeMan-Teilnahmen in den Beinen wie bislang noch kein anderer Teilnehmer in der zehnjährigen Geschichte des OstseeMan-Triathlons.
Die Entwicklung, dass sich immer mehr Frauen als "OstseeWoman" beweisen möchten, ist auch im Norden nicht zu übersehen. Mit Jutta Lützen-Junge (Fri Ööwings floose) und Eike Carstensen (SV Enge-Sande) haben sich zwei Nordfriesinnen ebenso wie die Flensburgerin Katharina Nikolaj und die drei TriAs-Athletinnen Susanne Kluge-Credo, Ilse Ommen und Marion Clausen einen langen sportlichen Tag vorgenommen. Marion Clausen war 2005 die erste Athletin aus der Region, die den OstseeMan im Alleingang meisterte, und will nun zusammen mit ihren Vereinskameradinnen noch einmal die besondere Stimmung an der Förde erleben.
Mit insgesamt 15 Einzelstartern stellen die TriAs Flensburg das größte Teilnehmer-Kontingent aller teilnehmenden Clubs. Zudem gehen 31 weitere Athleten aus dem größten Triathlon-Verein der Region als Staffelteilnehmer ins Rennen. Sie alle können darauf zählen, in den schwierigen Momenten des Rennens von über 100 Vereinskameraden an der Strecke lautstark angefeuert zu werden. Als "Oldie" unter den Nordlichtern steht Wolfgang Seyd vom Borener SV an der Startlinie. Der 65-Jährige hatte im Vorjahr als ältester Debütant den Wettkampf in 14:19:52 Stunden hinter sich gebracht und möchte nun im zweiten Anlauf gern die 14-Stunden-Marke unterbieten.

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