Menschen des Jahres : Wolfram Greifenberg

Wolfram Greifenberg
Wolfram Greifenberg

Sein "Alterswerk" nennt Wolfram Greifenberg den Eckernförder Stadtteil Carlshöhe, den er maßgeblich gestaltete.

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28. Oktober 2011, 03:35 Uhr

Der Damper Software-Unternehmer Wolfram Greifenberg (61) hat 2007 sein Herz an Carlshöhe verloren. Die frühere Marinefernmeldeschule lag damals nach dem Abzug der Marine im Juni 2001 sechs Jahre im Dornröschenschlaf, war Sperrgebiet. Nur Hasen, Rehe und manchmal ein interessierter Investor durften die Liegenschaft betreten. Wolfram Greifenberg ließ sich weder durch die Auflagen des Denkmalschutzes noch durch die enormen Investitionskosten schrecken und startete sein "Alterswerk".
Im September 2007 bekommt er den Zuschlag, investiert Zug um Zug und bringt Carlshöhe zum Erblühen – ein neuer Stadtteil mit 360 Bewohnern, über 200 Arbeitsplätzen und reger öffentlicher Nutzung entsteht. Greifenberg investiert ausschließlich privat verdientes Geld – viele Millionen –, ohne jegliche öffentliche Förderung: "Ich möchte mir meine Freiheit erhalten". Allein das ist einzigartig und in höchstem Maße anerkennenswert.
Denn Carlshöhe ist ein ganz besonderer Stadtteil, in dem soziale und kulturelle Projekte wachsen können: Künstler haben dort günstige Ateliers, junge Bands und talentierte Musiker dürfen dort für wenig Geld proben, werden durch Stipendien gefördert, Kunst am Noor und in der Galerie, monatliche Spenden für Projekte von der Hochbegabtenförderung bis zur Hilfe für in Not geratene Menschen, Raum für Vereine, die Planung eines "Haus des Kindes" und viel Natur für alle. Der Wohnungsbau, die Büros, Praxen, Veranstaltungsstätten sind Investitionen in den Stadtteil, die den Menschen und der Stadt zugute kommen sollen. Als Investment sind sie für Greifenberg "nicht interessant". Carlshöhe ist und bleibt für ihn eine Herzensangelegenheit.

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