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Jens Quedens : Kultur und Natur für die Nachwelt bewahren

vom

Jens Quedens gründete dem Heimatverein "Öömrang Ferian" und setzt sich für den Erhalt der Sprache, Kultur und Natur auf Amrum ein.

Norddorf | Eine resolute Norddorferin kam im Spätsommer 1974 zu Jens Quedens und beklagte, dass man für die Amrumer kaum noch etwas machen würde. Diese Begegnung war für den damals 29-jährigen Insulaner ausschlaggebend für die Gründung des Öömrang Ferian , der sich für die Sprache, Kultur und Natur der Insel Amrum einsetzt. Die Gründungsversammlung fand im Herbst 1974 statt und bereits an diesem Abend traten 86 Mitglieder dem neuen Heimatverein bei.
Der Öömrang Ferian hatte es sich damals zur Aufgabe gemacht, die friesische Sprache und Kultur auf Amrum für die nächsten Generationen zu erhalten. Zumal seinerzeit noch propagiert wurde, dass die Eltern mit ihren Kindern lieber Hochdeutsch reden sollten, um es so dem Nachwuchs in der Schule einfacher zu machen. "Wir haben vom Verein Sprachkurse veranstaltet um Interessierten und speziell Neu-Amrumern die Möglichkeiten zu bieten, die Sprache zu lernen beziehungsweise zu festigen", berichtet Quedens. "Wenn ich eine Unterrichtsstunde geben sollte, habe ich mich aufgrund von fehlenden Lehrbüchern in friesischer Sprache und deren Grammatik besonders intensiv vorbereiten müssen".
Die jährlichen Feste, die lange Zeit vom Verein veranstaltet wurden, hatten einen hohen Stellenwert. Sogar eine Trachtentanzgruppe wurde ins Leben gerufen und fand großes Interesse weit über die Insel hinaus.
"Besonders die gute Teamarbeit macht den Erfolg aus und ermöglicht es uns, auf breiter Basis tätig zu sein", freut sich Jens Quedens, dass dem Öömrang Ferian auch nach 37 Jahren noch nicht die Luft ausgegangen ist. Im Gegenteil: Das Heimatmuseum Öömrang Hüs und das Norddorfer Naturzentrum gehören ebenfalls zu den Einrichtungen des Öömrang Ferian und erfreuen sich großer Beliebtheit. So bietet das Ööm rang Hüs nicht nur Einblicke in das Insel-Leben vergangener Jahrhunderte sondern gilt längst als "Heiratsparadies". Und das Naturzentrum ist fester Bestandteil der Naturschutzarbeit auf Amrum, betreut vier Schutzgebiete und bringt den Gästen die Insel bei naturkundlichen und archäologischen Führungen näher.
"Wir haben es bis heute nahezu ohne öffentliche Finanzspritzen geschafft", freut sich Jens Quedens, der dem Verein seit der Gründung vorsteht. "Wenn es heute einen Nachfolger geben würde, würde ich die Aufgabe gerne in andere Hände geben", sagt er und erinnert sich daran, dass er bereits zum 25-jährigen Bestehen des Öömrang Ferian aufhören wollte. Aber noch ist kein Nachfolger in Sicht, und so wird Jens Quedens, der darüber hinaus noch andere Ehrenämter inne hat, sich auch weiterhin für seinen Amrumer Verein einsetzen.

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erstellt am 07.Nov.2011 | 02:02 Uhr

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