Dr. Michael Eckstein : Ideen aus Stormarn für das Land

Dr. Michael Eckstein
Dr. Michael Eckstein

Michael Eckstein (54) aus Ahrensburg gründete mit neun Mitstreitern eine der ersten Bürgerstiftungen im Land.

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14. Oktober 2011, 12:19 Uhr

Wenn in Stormarn das Wort Ehrenamt in Kombination mit Stiftung, Messe, Forum oder Preis fällt, dann taucht fast immer ein Name auf: Michael Eckstein. Der 54-jährige Ahrensburger hat vor zehn Jahren die Bürger-Stiftung Region Ahrensburg aus der Taufe gehoben - gemeinsam mit einer Kieler die erste Stiftung dieser Art in Schleswig-Holstein.
Als Vorsitzender des Fördervereins für die Grundschule am Reesenbüttel hatte er die Erfahrung gemacht, dass auch mit bescheidenen Mitteln, Zeit und Ideen etwas erreicht werden kann. Als er in der Zeitung einen Bericht über eine Bürgerstiftung las, machte es "Klick". Eckstein: "Es war dasselbe, nur genereller, ein Modell, wie man Zeit und Geld kombinieren kann, und ich habe von beidem etwas." Er machte sich schlau und erzählte so vielen Leuten davon, "bis es genügend waren, die mitmachen wollten". Mit neun Mitstreitern ging es ans Werk, 2001 erhielt die Bürger-Stiftung Region Ahrensburg die offizielle Anerkennung.
Einsatz für Kinder und Jugendliche ist für Michael Eckstein Herzenssache.
Aus bescheidenen Anfängen ist eine Organisation erwachsen, die in den zehn Jahren ihre Palette stetig ausgebaut hat. Die Ahrensburger riefen Ehrenamtsmessen ins Leben, wo sich Vereine mit Interessierten treffen, zunächst in Stormarn, seit fünf Jahren landesweit. Seit 2007 gibt es nach Stormarner Vorbild ein landesweites Ehrenamt-Forum, seit 2010 ein landesweites Stifterforum. Ähnliches gilt für die Schüleraustauschmessen, die von Stormarn aus ihren Weg ins Land und nach Hamburg fanden. Dabei werden, der Idee der Stiftung folgend, Stipendien an Schüler vergeben, die ehrenamtlich engagiert sind und sich den Auslandsaufenhalt ohne Hilfe nicht leisten könnten.
Der Einsatz für Kinder und Jugendliche ist für Michael Eckstein und die Stiftung ohnehin Herzenssache. Im Projekt "Jugend und Handwerk" hilft die Stiftung zusammen mit Schulen bei der Lehrstellen-Suche. Ebenso lange gibt es das Kommunikationstraining für Jugendliche. Von Ahrensburg aus haben sich die Vorlesepaten kreisweit verbreitet. 2009 kam das Leseforum hinzu, in diesem Jahr das erste Lese-Fest.
Geld ist nur das eine, wichtiger ist ihm das ehrenamtliche Engagement
Mit geringem Geldeinsatz große Wirkung erzielen: Dieses Modell gilt auch für die Preise, die die Stiftung ins Leben gerufen hat. Den Ehrenamtspreis, den Jugendehren amtspreis, seit 2010 den Jugend-Projekt-Preis, erstmals in diesem Jahr einen Gesundheitspreis.
Finanziell steht die Bürger-Stiftung auch zehn Jahre nach dem Start noch nicht rosig da. Mit gut 100.000 Euro ging es los. Das Kapital hat sich zwar verdoppelt, aber das ist immer noch weniger, als sich Michael Eckstein erhofft hatte. "Um aus den Zins erträgen Dinge finanzieren zu können, brauchen wir natürlich noch Zustifter."
Geld ist nur das eine, wichtiger ist ihm das ehrenamtliche Engagement. "Ich mache das, weil jeder etwas zum Gemeinwohl beitragen sollte", sagt Michael Eckstein: "Aber natürlich auch, weil es Spaß macht, Dinge bewegen zu können."

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