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Angela Bruchwitz : Großes Herz für kleine Tiere

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Im Garten von Angela Bruchwitz ist über Jahre hinweg ein Paradies für Igel entstanden. Die "Igelmutter" von Föhr päppelt die Stacheltiere auf - mit Futter und viel Liebe.

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erstellt am 15.Dez.2012 | 12:47 Uhr

Wyk | Ohne Angela Bruchwitz hätten viele Föhrer Menschenkinder wohl nie ein Instrument erlernt. Und ohne Angela Bruchwitz wären viele Föhrer Igelkinder gestorben. Denn seit fast 40 Jahren gibt die Wykerin Blockflötenunterricht und gibt mit ihrem Flötenorchester wunderschöne Konzerte. Und seit den späten 1990-er Jahren betreibt sie ihre Igelstation, päppelt Stacheltiere auf, die zu schwach sind, um aus eigener Kraft über den Winter zu kommen.
In Erlangen geboren, kam die Gymnastiklehrerin nach Föhr, um in einem Kinderheim zu arbeiten. "Geplant war ein Jahr an der Nordsee", erinnert sie sich. 42 sind es inzwischen. Denn in der Wohnung unter der der jungen Lehrerin wohnte ein junger Lehrer und Musiker, der Kantor von St.Nicolai, Martin Bruchwitz. "Der brauchte für seinen Chor eine Altstimme und außerdem jemanden, der, wenn er Orgel spielt, registriert. Das war die Basis unserer Ehe", erzählt sie.

In der Folgezeit zog sie nicht nur drei Kinder groß und unterrichtete ihre Flötengruppen, sondern gestaltete auch ihren großen Garten zu einem Paradies für Vögel, Insekten und viele andere Tiere. "Ich hatte vorher schon Jungvögel aufgenommen und stand in dem Ruf, alles aufzuziehen", erinnert sich Angela Bruchwitz an die Anfänge ihres Igelprojektes, "dann haben die Leute mir auch Igel gebracht".
Zunächst wurden die in einem Stall bei der Lüttmarschhalle untergebracht. Doch es war viel zu umständlich, dorthin zu fahren, um die kleinen Kerle zu versorgen. Und so wurde ein Teil des Gartens am Grünstreifen in ein Igelparadies verwandelt. In einem Gartenhaus ist die Auffangstation untergebracht, in der die Winzlinge gegen Parasiten und Krankheiten behandelt und mit ihrem jeweiligen Lieblingsfutter aufgepäppelt werden. Etliche Igel können dann noch vor dem Winter wieder in ihre angestamnmten Reviere entlassen werden und sich selbst ein geschütztes Plätzchen für den Winterschlaf suchen. Andere bleiben bis zum Frühjahr bei Angela Bruchwitz, dürfen dort in gemütlichen Boxen in einem Außengehege "pennen" und sich darauf verlassen, dass Futter parat steht, sollten sie vorzeitig aufwachen, weil ihnen der Magen knurrt.
Spenden für Futter und den Tierarzt
Längst wurde aus der "Igelhilfe Föhr" ein gemeinnütziger Verein, längst hat Angela Bruchwitz Mitstreiter, allen voran Hildegard Gottfried aus Oldsum, die ihr bei der Versorgung der Tiere hilft. Doch nach wie vor ist es die auf der Insel längst als "Igelmutter" bekannte Frau, die sich unermüdlich für die Stachelritter einsetzt.
Ende September/Anfang Oktober beginnt bei Angela Bruchwitz die Saison, werden ihr untergewichtige Igel gebracht. Von Oktober bis zum Jahresende bietet sie zudem regelmäßige Führungen durch ihre Station an. Bei denen sammelt sie nicht nur die für Futter- und Tierarztkosten dringend benötigten Spenden. Vor allem versucht sie, die Besucher mit ihrer Begeisterung für die urzeitlichen Tiere anzustecken und für Gefahren wie Autoverkehr oder Rattengift zu sensibilisieren, denen viele Igel zum Opfer fallen. Denn trotz des unermüdlichen Einsatzes von Angela Bruchwitz werden die putzigen Stachelkugeln auch in den Föhrer Gärten immer weniger.

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