Frauke Nissen siegt : Fünf Vorbilder für die Region

Auszeichnende und Ausgezeichnete: Rainer Mohrmann (sh:z), Ute Weiß (Nordfriesland Tageblatt), Bernd Neumann, Dr. Karin Tuxhorn, Ilka und Martin Nissen, Reinhard Andresen, Charly Werner, Ulrich Beuth (Flensburger Brauerei) und Amtsdirektor Otto Wilke. Foto: pel
Auszeichnende und Ausgezeichnete: Rainer Mohrmann (sh:z), Ute Weiß (Nordfriesland Tageblatt), Bernd Neumann, Dr. Karin Tuxhorn, Ilka und Martin Nissen, Reinhard Andresen, Charly Werner, Ulrich Beuth (Flensburger Brauerei) und Amtsdirektor Otto Wilke. Foto: pel

Die Entscheidung ist gefallen: Frauke Nissen ist Südtonderns "Mensch des Jahres 2011". Am Freitag fand in Niebüll die offizielle Feierstunde statt.

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07. Oktober 2011, 10:02 Uhr

niebüll | Es waren fünf emotionale Momente, die die Anwesenden bei der Verleihung "Mensch des Jahres" am Freitag erlebten - Dr. Karin Tuxhorn, Bernd Neumann, Ilka Nissen, Reinhard Andresen und Charly Werner standen erstmals nicht für ihre Institution oder ihr Engagement, sondern einzig für sich allein im Mittelpunkt einer Feierstunde. Die Leser des Nordfriesland Tageblatts wählten Frauke Nissen aus Niebüll zum "Menschen des Jahres 2011".
Es sei eine "knappe Entscheidung" gewesen, ließ Rainer Mohrmann die Kandidaten wissen. Der stellvertretende Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) war in das Verwaltungsgebäude des Amtes Südtondern gekommen, um den Auserwählten neben einer Urkunde auch Präsente zu überreichen. Mohrmann berichtete, dass der sh:z bereits seit Jahren einen "Menschen des Jahres" auszeichnet. Hatten in den Jahren zuvor die Leser aller 15 sh:z-Zeitungstitel eine Persönlichkeit aus Schleswig-Holstein gewählt, werden in diesem Jahr erstmals auch die Leser vor Ort ihren jeweiligen Helden des Alltags bestimmen und ihren lokalen Favoriten somit für die landesweite Endausscheidung festlegen. Mohrmann sprach von "einem Stück Basisdemokratie der besonderen Art", weil die Kandidaten von den Lesern nicht nur ausgewählt, sondern der Sieger überdies auch noch demokratisch bestimmt worden ist.
"Antilope statt Auszeichnung"
Als Vertreter des Amts Südtondern würdigte Hausherr Otto Wilke nicht nur die Aktion des Nordfriesland Tageblatts als "schöne Geste", sondern zugleich das Engagement aller Kandidaten, die stellvertretend für alle Ehrenamtler in Südtondern ausgezeichnet würden. Allein in den 30 amtsangehörigen Gemeinden würden sich nicht weniger als 350 Frauen und Männer politisch ehrenamtlich engagieren. Hinzu kämen die zahlreichen Bürger, die sich in diversen Vereinen und Organisationen selbstlos einbringen würden. "Durch die Auszeichnung bekommt das Ehrenamt den Stellenwert, den es verdient", so der Amtsdirektor.
"Antilope statt Auszeichnung", hieß es am Freitag für Gewinnerin Frauke Nissen. Die Niebüllern weilt derzeit im afrikanischen Namibia und entsandte kurzerhand ihre Kinder Ilka und Martin mitsamt Enkeltochter Nele zur Feierstunde in den Sitzungssaal des Amts Südtondern. Dort zeigten sie sich hocherfreut über das Ergebnis der Wahl. Die Leser würdigten das Engagement der Niebüllerin für die Tschernobyl-Hilfe. Frauke Nissen versorgt betroffene Kinder und Jugendliche in Weißrussland mit Brillen und Hörgeräten, richtete dort eine Suppenküche ein und organisiert Operationen für die Strahlenopfer.
Charly Werner: "Aktivist im positiven Sinne"
Zu den ersten Gratulanten gehörte "Mitbewerber" Charly Werner. Der Kandidat aus Leck ist überzeugt, dass Frauke Nissen von allen Kandidaten aus Südtondern die größte Chance bei der landesweiten Endausscheidung für den "Menschen des Jahres 2011" hat. Werner selbst war aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements in der Gemeinde Leck nominiert. Als "Aktivist im positiven Sinne" bezeichnete ihn Mohrmann in seiner Festrede. Werner schaffe durch das Bürgerfest und den Lecker Weihnachtsmarkt Begegnungsmöglichkeiten und trage dazu bei, dass der Ort seine Identität bewahre.
Ähnliches treffe auch auf Dr. Karin Tuxhorn zu. Die Karlumerin gehört zu den Mitbegründerinnen des Freundeskreises St.-Laurentius-Kirche und habe durch ihr Engagement die Grundlage geschaffen, das Gotteshaus und dessen Inventar zu erhalten. "Auch Sie haben dem Ort damit ein Stück seiner Identität bewahrt", betonte Rainer Mohrmann.
"Schön, dass es so was noch gibt"
Kandidat Bernd Neumann habe durch sein Tun Menschen bewegt - und das im wahrsten Sinne des Wortes, erklärte der sh:z-Laudator. Neumann setzte sich bei einem Spiel der NDR-Sommertour gegen Vertreter anderer Gemeinden durch und gewann den Hauptpreis: Freier Eintritt für alle Niebüller im Hansapark Sierksdorf. 1400 Niebüller nutzten die Gelegenheit, um den Gewinn an der Ostsee einzulösen. Neumann hatte für die Fahrt dorthin eigens Busse organisiert.
Glückwünsche von Ilka Nissen, der Tochter der Gewinnerin, nahm Kandidat Nummer Fünf, Reinhard Andresen, entgegen: "Ich habe großen Respekt vor dem, was Sie tun. Machen Sie weiter so", so Ilka Nissen. Der Bäckermeister fährt mit seinem mobilen Supermarkt zu seinen zahlreichen Kunden in der ehemaligen Wiedingharde und trägt so zur Versorgung der Landbevölkerung bei. "In Zeiten von großen Supermärkten ist das nicht mehr selbstverständlich. Schön, dass es so was noch gibt", lobte sh:z-Vertreter Mohrmann das Engagement der "guten Seele" aus Neukirchen.
Partner der Aktion "Mensch des Jahres" ist die Flensburger Brauerei. Dessen Marketing-Direktor, Ulrich Beuth, hob das "hoch lobenswerte Engagement" aller Kandidaten hervor. Die "schleswig-holsteinische Heimatbrauerei" sei stolz, das Projekt zu begleiten.

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