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Elfriede Jungfleisch : Ein Hausfrauenflohmarkt, der Schule macht

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Damit alle Schulkinder auf Sylt eine Klassenfahrt machen dürfen, organisiert Elfriede Jungfleisch einen Flohmarkt- die Standgeühren werden in den Schulverband eingezahlt.

Sie macht nur das, was ihr auch Freude bereitet. "Nicht so schöne Dinge vergesse ich wieder", sagt Elfriede Jungfleisch. Nicht vergessen hat die heute 74-Jährige allerdings, dass sie als Volksschülerin nur ein einziges Mal mit auf Klassenfahrt fahren konnte, weil ihren Eltern - wie vielen anderen auch - das Geld dafür fehlte. Damit heutzutage kein Sylter Schulkind aus finanziellen Gründen von sozialen oder anderen schulischen Angeboten ausgeschlossen wird, organisiert Elfriede Jungfleisch seit neun Jahren quasi in öffentlichem Auftrag den "Sylter Hausfrauen-flohmarkt" auf dem Rathausplatz.
"Ich habe das damals von Antje Wegst übernommen und durfte dafür selbst aussuchen, wofür die Standgebühren verwendet werden." Wurde zunächst nur die Hauptschule bedacht, sind es mittlerweile das ganze Schulzentrum und die beiden Westerländer Grundschulen. Die fast 63.000 Euro, die seit 2003 auf ein Konto des Schulverbandes eingezahlt wurden, sind für Elfriede Jungfleisch nicht die einzige Motivation, den Flohmarkt von April bis Oktober mindestens einmal im Monat zu organisieren. "Unter den Anbietern ist über die Jahre eine tolle Gemeinschaft entstanden, fast wie in einer Familie", sagt die vierfache Mutter und zehnfache Großmutter, die stets selbst mit einem Stand vertreten ist. Während Sylter Privatleute - die bei guten Geschäften gerne mal mehr als die offiziellen zehn Euro Standgebühr zahlen - von ihr stets einen Standplatz bekommen, lässt sie Auswärtige nur in Ausnahmefällen zu. Ein Prinzip, das mit zu der von vielen Besuchern geschätzten familiären Atmosphäre beigetragen hat.
Dass sich die gelernte Spielwarenverkäuferin darüber hinaus in einem halben Dutzend Organisationen und Projekten engagiert - vom Seniorenbeirat über den Kirchenvorstand bis hin zum Sozialverband und der Seniorenredaktion unserer Zeitung - bezeichnet sie als ihr Lebenselixier. "Das hält mich jung." Und dient ganz nebenbei dem Gemeinwesen. Kein Wunder also, dass sich Elfriede Jungfleisch selbst zur "Kategorie der glücklichen Menschen" zählt.

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erstellt am 13.Nov.2011 | 04:30 Uhr

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