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Ute Seifert : Die "Mutter" der Fledermäuse

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Sie kümmert sich um die Fledermäuse in Nordfriesland und Dithmarschen und gilt als "die" Fledermausexpertin im Land.

Utersum | Die Utersumer Ärztin Dr. Ute Seifert ist der lebende Beweis dafür, dass ein einzelner Mensch unglaublich viel erreichen kann, wenn er mit ganzem Herzen für eine Aufgabe eintritt. Ohne ihr Engagement wäre es nämlich um die Fledermäuse in Nordfriesland und Dithmarschen sehr viel schlechter bestellt: In 14 Forstgebieten dieser zwei Kreise wurden inzwischen genau 1114 Kästen installiert, die den Waldfledermäusen Unterkünfte bieten. Mit dem Aufhängen ist es nicht getan, denn die Quartiere müssen jährlich kontrolliert und gesäubert werden.
Ute Seifert war nach eigenem Bekunden schon immer von Fledermäusen fasziniert. Als die Tierärztin, die aus gesundheitlichen Gründen zur Humanmedizin umwechseln musste, aber vor 24 Jahren im Briefkasten ihrer Flensburger Wohnung solch ein kleines Flattertier vorfand, war sie unheilbar mit dem Fledermaus-Bazillus infiziert. "Solch ein kleines, süßes Wesen in der Hand zu halten, ist einfach unglaublich schön", so Seifert.
In Flensburg schloss sie sich der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz und- forschung Schleswig-Holstein an, und erwarb sich im Laufe der Zeit den Ruf als "die" Fledermausexpertin des Landes. Als sie 1998 nach Föhr kam, um an der Utersumer Reha-Klinik als Ärztin zu arbeiten, war es für Ute Seifert selbstverständlich, weiterhin zum Wohle der Fledermäuse aktiv zu werden. Im Laufe der Zeit stellte sie fest, dass es für Einzelkämpfer fast unmöglich ist, an Fördermitel zu kommen. So rief sie 2007 die Interessengemeinschaft (IG) Fledermaus in Leben, deren Vorsitzende sie heute ist.
Erfolge, aber auch Rückschläge, wenn zum Beispiel zugesagte Fördermittel doch nicht eintrafen, begleiteten den Weg von Ute Seifert und ihren Mitstreitern, die ehrenamtlich im Einsatz sind. Dabei geht es nicht nur um konkrete Hilfe für die kleinen Säugetiere, vielmehr ist Seifert auch stets bemüht, den Bestand der einzelnen Arten wissenschaftlich zu erfassen und zu dokumentieren. Für 2012 plant sie eine Studie über die Breitflügel-Fledermaus, die eigentlich für Schleswig-Holstein typisch ist. Doch die Zahl dieser Tierart, deren Lebensumstände noch wenig erforscht sind, scheint, so Ute Seifert, rückläufig zu sein. Eine der Ursachen dafür könnte die Entwicklung des Hausbaus sein: Immer solidere Isolierung der Gebäude erschwert den Tieren die Suche nach einem Quartier.
Dies führt zu einem weiteren Einsatzgebiet von Ute Seifert: Information und Aufklärung der Menschen. Die Scheu vor Fledermäusen zu nehmen und für deren Schutz zu werben, ist ihr ein besonderes Anliegen, das sie mit Exkursionen, Info-Ständen und Vorträgen zu erreichen hofft.

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erstellt am 07.Nov.2011 | 02:04 Uhr

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