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Heie und Ingke Sönksen-Martens : Aus der alten Scheune statt Ferienwohnungen ein Museum gemacht

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"Leben auf dem Land" heißt das Museum, das Ingke Sönksen-Martens und ihr Mann Heie aus der verfallenen Scheune ihres Elternhauses aufgebaut haben.

Oevenum | Pläne, die halb verfallene Scheune zu Ferienwohnungen umzubauen, lagen schon in der Schublade. "Aber dann haben wir uns gesagt, dass wir es unseren Vorfahren schuldig sind, das alte Bauernhaus zu erhalten", erinnert sich Ingke Sönksen-Martens. Und so wurde aus der Scheune ihres Elternhauses das Museum "Leben auf dem Lande".
1989 war das, nachdem Heie und Ingke Sönksen-Martens ihre Wyker Pension in jüngere Hände übergeben hatten und in das über 100 Jahre zuvor erbaute Haus am Oevenumer Marschrand gezogen waren. Die Scheune wurde von Heie Sönksen-Martens so detailgetreu restauriert, dass das historische Bauernhaus inzwischen als einfaches Baudenkmal anerkannt ist. Zunächst wollte das Ehepaar nur ein paar alte landwirtschaftliche Geräte ausstellen, doch nach einem Besuch im Freilichtmuseum Molfsee entstand die Idee, all die alten Dinge, die sich im Lauf der Jahrzehnte auf dem Dachboden angesammelt hatten, zu präsentieren. "Auf unserem Boden war immer Platz und so landeten da die wertvollen Sachen aus der ganzen Familie", berichtet Ingke Sönksen-Martens. Sachen, die anschaulich zeigen, wie die Menschen auf Föhr im 19. und frühen 20. Jahrhundert gelebt und gewirtschaftet hatten.
Schon bei der Eröffnung des Oevenumer Museums vor 22 Jahren "standen die Leute knüppeldick" erinnert sich das engagierte Ehepaar. Und schnell wurde die Ausstellung, zu der nach und nach auch viele Insulaner Exponate beisteuerten, zu einer Touristenattraktion - nicht zuletzt auch wegen der launigen Führungen des Chefs.
Unzählige Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen hat Heie Sönksen-Martens durch sein Museum geführt. Hat, denn Anfang des Jahres haben die beiden, die inzwischen weit über 70 Jahre alt sind, ihre Ausstellung geschlossen. Sie werden demnächst in eine seniorengerechte Wohnung in Wyk umziehen.
Nachdem, wie beide nicht ohne Verbitterung feststellen, die Gemeinde Oevenum kein Interesse gezeigt habe, das Museum im Dorf zu halten, hoffen sie nun, mit Unterstützung der Aktiv-Region Uthlande und getragen von einem Verein, für ihre Sammlung in Alkersum ein neues Domizil zu finden. Dort werden Heie und Ingke Sönksen-Martens dann zwar nicht mehr selber jeden Tag die Besucher begrüßen und durch die Ausstellung führen. Aber es ist kaum vorstellbar, dass sie sich nicht auch weiterhin für ihr Museum einsetzen - genauso wie für das Wyker Friesenmuseum, in dessen Förderverein beide seit Jahrzehnten aktiv sind und das seine Gulf-Scheune nicht zuletzt dem Einsatz von Heie Sönksen-Martens zu verdanken hat, und für den Erhalt der alten Vogelkojen. Denn auch hier war, als der traditionelle Entenfang verboten werden sollte, Heie Sönksen-Martens einer der Vorkämpfer für das Bewahren alten Föhrer Kulturguts.

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erstellt am 07.Nov.2011 | 02:01 Uhr

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