Etagegne Girma-Bierig : Äthiopien-Helferin ist "Mensch des Jahres"

Etagegne Girma-Biering ist Flensburg 'Mensch des Jahres 2012'. Oberbürgermeister Simon Faber (l.) hielt die Laudatio auf Girma-Bierig, die gerührt die Glückwünsche des Langballiger Bürgermeisters Peter Dietrich Henningsen entgegen nahm. Foto: Staudt
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Etagegne Girma-Biering ist Flensburg "Mensch des Jahres 2012". Oberbürgermeister Simon Faber (l.) hielt die Laudatio auf Girma-Bierig, die gerührt die Glückwünsche des Langballiger Bürgermeisters Peter Dietrich Henningsen entgegen nahm. Foto: Staudt

Die Leser haben entschieden: Etagegne Girma-Bierig ist Flensburgs "Mensch des Jahres 2012". Am Montagabend wurde sie in der Phänomenta geehrt.

shz.de von
21. November 2012, 09:06 Uhr

Flensburg | Es gab Blumen, Tränen und die Glückwünsche des Flensburger Oberbürgermeisters: Simon Faber überbrachte am Montagabend in der Phänomenta das Ergebnis der Suche nach dem Menschen des Jahres 2012. Die Leserinnen und Leser des Flensburger Tageblatts hatten sich in der seit Mitte Oktober laufenden Abstimmung mit überwältigender Mehrheit für die in Langballig lebende Äthiopierin Etegegne Girma-Bierig und ihr humanitäres Engagement für die ärmsten unter den Kindern ihrer Heimat entschieden.
Für Helge Matthiesen, Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, waren an diesem Abend alle vier Kandidaten Sieger. Wolfgang Weyhausen als Kapitän und "Vater" des dampfenden Denkmalschiffes "Alexandra", Karsten Wiesel, der Erfinder der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Flensburger Kurzfilmtage oder Klaus Kuhfuß, der ein bemerkenswertes sozialpädagogisches Projekt für straffällige Jugendliche betreibt. Sie alle, so Matthiesen, seien sehr gute Kandidaten gewesen, weil sie eindrucksvoll zeigen, dass es dem Menschen etwas bringt, den Menschen zu helfen.

"Das ist große Klasse"

Andreas Tembrockhaus fand es sehr wohltuend, das Büro des Geschäftsführers der Flensburger Brauerei mit dem Vortragssaal der Phänomenta zu tauschen. Wohltuend, weil er dort auf Menschen traf, deren ehrenamtliches Engagement deutlich über dem Durchschnitt - auch dem eigenen - liege. Dies zu erkennen, habe es der Flensburger Brauerei sehr einfach gemacht, sich als Hauptsponsor der landesweit an allen regionalen Standorten des Verlages laufenden Suche nach "Helden" des Alltags zu engagieren. Musikalisch begleiteten die Flensburger Sängerin Lena Mahrt und ihr Gitarrist Steven Sprenger den Abend.
Blieb als letzter Redner noch Simon Faber, der es übernommen hatte, Etagegne Girma-Bierig unter heftigem Applaus der rund 100 Gäste bekannt zu geben. Allerdings nicht, ohne zuvor die drei anderen Kandidaten gewürdigt zu haben. "Es war interessant zu hören, wie Motivation entsteht", sagte Faber. Und er wollte nicht nur wegen der sehr individuellen vier Wege ins Ehrenamt nicht von einem Sieger sprechen, sondern auch wegen des Hintergrunds der ehrenamtlichen Arbeit der Äthiopierin in ihrem bitterarmen Heimatland nicht. Dort die Voraussetzungen für Bildung und Arbeit zu schaffen, sei aller Ehren wert. "Ich hoffe, dass diese Auszeichnung Ihr Projekt weiter voranbringt. Das ist große Klasse", sagte Faber. Dem konnte sein Kollege aus Langballig nur zustimmen: "Es ist Wahnsinn, wie sie kämpft. Ich bin ganz, ganz stolz auf diese Frau", herzte Peter Dietrich Henningsen die ausgezeichnete Bewohnerin seiner Gemeinde.
Und Etatgegne Girma-Bierig? Ließ ihren Freudentränen freien Lauf. "Danke an alle. Es ist eine großartige Ehre, Teil dieser Gesellschaft zu sein. All die vielen hundert Menschen, die unser Projekt unterstützen, sie alle sind heute Mensch des Jahres!"

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