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Mediengrummel : ZDF auf dem Pfad der Jugend

vom

Das ZDF soll jünger werden. Jedenfalls seine Zuschauer. Darum bemühen sich Intendant und Angestellte auch mit Worten, hat unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand festgestellt.

shz.de von
erstellt am 26.05.2014 | 06:30 Uhr

Vor zwei Jahren versuchte sich ZDF-Intendant Bellut in Satire. Bei einem Vortrag in der CDU-Bundesgeschäftsstelle. Kurz zuvor war im Zweiten der Film „Komm, schöner Tod“ gelaufen, ein Film über Sterbehilfe. Weil der erst nach 22 Uhr zu sehen war, argwöhnten Kritiker, das ZDF habe seinen Zuschauern den schweren Stoff nicht zumuten wollen. Dem widersprach der Intendant vor dem CDU-Auditorium süffisant: „Bei einem Durchschnittsalter von 61 Jahren trifft ein solcher Film unser Publikum nicht unvorbereitet.“ Die Kanzlerin in der ersten Reihe reagierte sichtlich amüsiert, nur der Chef der Senioren-Union beschwerte sich später.

Bellut will das Durchschnittsalter seiner Zuschauer in diesem Jahr auf 60 senken. Dazu hat er sich den „Trash-TV-Experten“ (Focus) Oliver Fuchs als Unterhaltungschef eingekauft. Der produzierte vorher unter anderem bei VOX eine Seifenoper mit Lothar Matthäus. Fuchs' Stellvertreter ist Thorsten Haas. Auch der weiß, wie der Qualitätssender auf den Pfad der Jugend finden kann. Dem Medienmagazin dwdl.de hat er jüngst anvertraut, wie er sich das vorstellt. Er sucht „unterhaltsame Factual-Formate mit abgeschlossenen Folgen für den Sonntagmittag sowie werktägliche Daytime-Formate - gern mit Wochendramaturgie…“ In der „Daytime mit 'Inka' und 'Der Star auf meiner Couch'“ sei man leider nicht erfolgreich gewesen. Aber Haas sieht „großes Potenzial, wenn es gelingt, den Audience Flow vom 'Fernsehgarten' zu nutzen…“ Und „toll wäre eine Schiene in der Access Prime, wo man zum Beispiel mal zwei Gameshows hintereinander versuchen könnte.“ So verstehen endlich auch die jugendlichen Sechzigjährigen, wofür sie Gebühren zahlen.

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