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Mediengrummel : Wo Musik die Welt verändert

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Allgegenwärtige Beschallung mit Musik gehört zu unserer multimedialen Welt. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat daran auch ein paar gute Seiten entdeckt.

shz.de von
erstellt am 08.Jul.2013 | 06:51 Uhr

Musik stört nicht immer. Zwar hat die allgemeine multimediale Betriebsamkeit zur Folge, dass man uns sogar auf stillen Örtchen oder in miefigen Fahrstühlen ungefragt beschallt, aber es gibt auch gute Nachrichten aus der Welt, in der digitale Speicher allerorten entleert werden. So hat die Deutsche Presseagentur berichtet, dass ein Pfälzer Weinbauer seine gärenden Weiß- und Spätburgunder-Säfte "bioenergetisch" mit Musik bearbeitet. Vom Anfang der Vergärung bis zum Abfüllen beschallt der Winzer seine Weintanks etwa zehn Wochen lang bei Sonnenaufgang und -untergang eine Stunde mit Johannes Brahms "Wiegenlied", Georges Bizets "Carmen"-Suite und anderen ausgesuchten Musikstücken. Wie es heißt, mit großem Verkostungs- und Verkaufserfolg.
Das sollte bald auch für andere Nahrungsmittel Folgen haben. Eventuell lässt sich Milch leichter zu Magerquark verarbeiten, während auf einem Großbildschirm "Wetten, dass..?" läuft. Und Senf lässt sich bestimmt verfeinern, wenn bei seiner Produktion Talkshows abgespielt werden. Die Wirkung von Baldriantropfen ließe sich wohl vervielfachen, wenn endlich eine CD mit den aufregendsten Weihnachts- und Neujahrsansprachen unserer politischen Eliten erschiene. Vielleicht wird der eigenwillige Papst bald ausprobieren, ob sich Weihwasser besser unter die Christenheit bringen lässt, nachdem es mit dem Rolling-Stones-Klassiker "Sympathie for the Devil" berieselt wurde. Ein paar Mutige wollen demnächst sogar testen, wie sich Kamillen-Tee beim Heavy-Metal-Festival in Wacken verändert. Womöglich dröhnt das Warmgetränk im Schall-Orkan der Schwermetaller stärker als billiges Dosenbier.

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