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Mediengrummel : Wo Geld noch beruhigt

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Nicht immer sorgt ein dickes Konto für Ruhe. Unser Kolumnist Gerhard Hildenbrand hat einen Vorschlag, wie Alice Schwarzer & Co das für sich ändern könnten.

shz.de von
erstellt am 10.02.2014 | 06:00 Uhr

Angeblich macht Geld nicht glücklich, es soll höchstens beruhigen. Manchmal aber nur solange, bis das Finanzamt auf silbernen Scheiben von goldenen Kontoständen in der Schweiz erfährt und die Medien Wind davon bekommen. Die Steuertouristen Schwarzer & Schmitz werden nicht die letzten sein, die für ihre Ausflüge ins Ausland in die Schlagzeilen geraten. Dabei können Leute ihres Schlages dank ihres finanziellen Polsters einiges für ein ruhiges Gewissen tun. Im Internet zum Beispiel, mit einem Klick in "Deutschlands größtes Charity-Auktionsportal". Dort werden für gute Zwecke und viel Geld Dinge versteigert, die man nicht braucht und deshalb auch nicht kaufen kann. Etwa ein Fußball, von Barack Obama unterzeichnet. Angeblicher Wert: 60.000 Euro. Ein "Meet & Greet" mit Lothar Matthäus wurde im letzten Jahr für 3000 Euro inseriert. Wobei es vermutlich auch Leute gibt, die ähnliche Summen bezahlen, um ihm nicht begegnen zu müssen.

Offensichtlich gibt es Personen, die das Wohltätigkeitsportal auch dazu nutzen, ihre Kleiderschränke und Regale zu entrümpeln. Ein gewisser Bekanntheitsgrad ist natürlich Voraussetzung. Frau Zietlow von RTL ist mit Plunder und Plünnen besonders spendierfreudig. Aktuell gibt's "die Original Jersey-Tunika" aus dem 15. Dschungelcamp. Farbe: pink, Raffung am Bauch, Schätzpreis: 120 Euro. Mit Glück kann sogar die Arbeiterklasse mit deutschem Girokonto ein Schnäppchen machen. Für 70 Euro hat der SPD-Vorsitzende a.D. Beck eine signierte Autobiographie zur Verfügung gestellt. Die Versteigerung läuft allerdings schleppend. Schade, wo doch der Erlös direkt an die "Chaos Kids" fließen soll.

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